Axel Michaels

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Axel Michaels

Axel Michaels (* 26. Mai 1949 in Hamburg) ist ein deutscher Indologe und Religionswissenschaftler.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michaels unterbrach 1970 sein Jurastudium für eine Indienreise, auf der er die Faszination für dieses Land entdeckte.[1] Daraufhin begann er in München das Studium der Indologie mit Philosophie und Rechtswissenschaft als Nebenfächern. Später wechselte er an die Universität Hamburg und die Banaras Hindu University. Nach der Promotion in Hamburg arbeitete er am Museum für Völkerkunde Hamburg und an der Universität Münster. 1980 wechselte er an die Universität zu Kiel, wo er sich 1991 habilitierte. Zwischenzeitlich war er zwei Jahre Direktor des Nepal Research Centre in Kathmandu und absolvierte einen Auslandsaufenthalt am Wolfson College in Oxford.

Von 1992 bis 1996 war Michaels Ordinarius für Religionswissenschaft an der Universität Bern. Seit 1996 ist er Ordinarius für Klassische Indologie an der Universität Heidelberg. Dort übernahm er die Professur für Klassische Indologie am Südasien-Institut Heidelberg, an dem er die Abteilung „Kultur- und Religionsgeschichte Südasiens“ leitet.

Von 2002 bis 2013 war Michaels Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Ritualdynamik“ an der Universität Heidelberg und wurde 2007 Co-Direktor sowie später Direktor des Exzellenzclusters „Asien und Europa im globalen Kontext“[2] an der Universität Heidelberg. Daneben ist er Mitgründer und geschäftsführender Direktor des „Heidelberger Centrum für Transkulturelle Studien“ und des „Centre for Asian and Transcultural Studies“.

Neben der Autorenschaft seiner eigenen Werke ist Michaels Herausgeber oder Mitherausgeber einer Vielzahl von Schriften. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Praxis und Geschichte des Hinduismus in Indien und die Religionen Nepals, insbesondere die dortigen Rituale und Feste. Dazu befasst er sich mit der Sakraltopographie und Sakralgeographie von Varanasi (Banaras) sowie der hinduistischen Askese, mit altindischem Recht und der Rechtsliteratur im vormodernen Nepal.

2015 erhielt Michaels den Lautenschläger-Forschungspreis. Seit 2006 ist er ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kunst des einfachen Lebens. Eine Kulturgeschichte der Askese (= Beck'sche Reihe 1600). C.H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51107-4.
  • Der Hinduismus. Geschichte und Gegenwart. C.H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-44103-3 (In englischer Sprache: Hinduism. Past and present. Übersetzt von Barbara Harshav. Princeton University Press, Princeton NJ 2004, ISBN 0-691-08952-3).
  • als Herausgeber: Klassiker der Religionswissenschaft. Von Friedrich Schleiermacher bis Mircea Eliade. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42813-4 (Aufsätze namhafter AutorInnen zu zentralen Persönlichkeiten des Fachs).
  • Reisen der Götter. Der nepalische Paśupatinātha-Tempel und sein rituelles Umfeld (= Nepalica. Band 6). VGH-Wissenschafts-Verlag, Bonn 1994, ISBN 3-88280-043-7.
  • Ritual und Gesellschaft in Indien. Ein Essay. Verlag Neue Kritik, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-8015-0209-0.
  • Beweisverfahren in der vedischen Sakralgeometrie. Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte von Wissenschaft (= Alt- und neu-indische Studien. Bd. 20). Franz Steiner, Wiesbaden 1978, ISBN 3-515-02978-8 (Zugleich: Dissertation, Universität Hamburg 1978).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ute von Figura: Durch Fügung zur Berufung gefunden. Journal@RupertoCarola, abgerufen am 9. Februar 2016.
  2. Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“