Bürg (Titting)

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Bürg
Markt Titting
Koordinaten: 49° 0′ 24″ N, 11° 11′ 31″ O
Höhe: 470 m
Einwohner: 34 (1983)
Postleitzahl: 85135
Vorwahl: 09147
Bürg am Anlauter-Talrand
„Schlosskapelle“ St. Laurentius

Bürg ist ein Ortsteil des Marktes Titting im oberbayerischen Landkreis Eichstätt in Bayern.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt am westlichen Rand des Anlautertals in der Südlichen Frankenalb. Durch den Ort führt die Kreisstraße EI 41.

Ortsnamensdeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich her von der Burg derer von Kesselberg, die oberhalb des Weilers stand.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die namensgebende Burg der Herren von Kesselberg, die sich 1222 bis 1313 nachweisen lassen, lag auf einer Bergzunge oberhalb des Weilers Bürg. Dieser entwickelte sich aus dem Wirtschaftshof der Burg und bestand am Ende des Alten Reiches aus neun Anwesen. Fünf Anwesen gehörten dem eichstättischen Hofkastenamt Titting-Raitenbuch, der Meierhof und drei Gütlein waren Besitz des Eichstätter Domkapitels. Die hohe und niedere Gerichtsbarkeit übte das Pfleg- und Vogtamt Titting-Raitenbuch aus.[2]

Im Zuge der Säkularisation 1802 toskanisch, 1806 königlich-bayerisch geworden, wurde Bürg zusammen mit Kesselberg 1808 dem Steuerdistrikt bzw. 1811 der Ruralgemeinde Titting zugeordnet. 1823 bestand der Weiler aus acht Anwesen.[3] 1846 wohnten in den elf Häusern Bürgs zwölf Familien mit 50 Personen.[4]

1950 zählte man 36 Einwohner.[5] Das Dorf führte 1958 eine Flurbereinigung durch.[6] 1961 wohnten in den acht Wohngebäuden des Dorfes 40 Personen.[7]

Am 1. Januar 1972 ließ sich die Gemeinde Kesselberg und damit Bürg im Zuge der Gebietsreform in den Markt Titting eingemeinden.[8] 1983 hatte Bürg bei drei landwirtschaftlichen Vollerwerbs- und sechs Nebenerwerbsbetrieben und einem Gasthaus 34 Einwohner.[9]

Katholische Filialkirche St. Laurentius[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwas höher als die ehemalige Burg, wohl im Bereich der Vorburg, steht die 1727 in die heutige Form gebrachte „Schlosskapelle“ St. Laurentius, eine Filialkirche der Pfarrei Titting. Ein Vorgängerbau ist erstmals 1456 erwähnt. Die drei Altäre entstanden um 1739. Die Kirche weist spätgotische und barocke Kunstwerke auf.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart. 2. Auflage. Eichstätt: Sparkasse Eichstätt 1984.
  • Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken. III. Bezirksamt Hilpoltstein. 1929 (Nachdruck München/Wien 1983, ISBN 3-486-50506-8).
  • Gerhard Hirschmann: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken. Reihe I, Heft 6. Eichstätt. Beilngries-Eichstätt-Greding. München 1959.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sammelblatt des histor. Vereins Eichstätt 39 (1924). S. 52
  2. Hirschmann, S. 96
  3. Hirschmann, S. 227
  4. Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken. Ansbach 1846, S. 120
  5. Hirschmann, S. 227
  6. Der Eichstätter Raum, S. 176
  7. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. München 1964, Spalte 795
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 483.
  9. Der Eichstätter Raum, S. 176
  10. Mader, S. 41 f.