Bachbunge

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Bachbunge
Bachbunge (Veronica beccabunga)

Bachbunge (Veronica beccabunga)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Tribus: Veroniceae
Gattung: Ehrenpreis (Veronica)
Art: Bachbunge
Wissenschaftlicher Name
Veronica beccabunga
L.

Die Bachbunge (Veronica beccabunga), auch Bach-Ehrenpreis genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Sturm
Bachbunge (Veronica beccabunga),
blaue Blüte links,
rechts unreife dunkelgrüne Kapselfrucht
Gegenständige Laubblätter und Blütenstände

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bachbunge ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern erreicht. Sie besitzt ein kriechendes Rhizom. Der zylindrische, fleischige Stängel ist hohl. Von den elliptischen, etwas fleischigen, vorne stumpfen, abgerundeten Laubblättern sind besonders die unteren gestielt. Der Blattrand ist gesägt.

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Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die traubigen Blütenstände entspringen den Blattachseln und enthalten 20 bis 25 Blüten. Kelch 4teilig, in Frucht mehr oder weniger zurückgeschlagen. Die himmelblauen Blütenkronen haben einen Durchmesser von 5 bis 8 Millimetern, Blütenkrone radförmig, mit sehr kurzer Röhre, die 4 Kronzipfel fast gleich groß, der oberste etwas größer. Die 2 Staubblätter mit lang herausragenden Staubfäden. Der Fruchtknoten oberständig.[1]

Die 3 bis 4 Millimeter großen Kapselfrüchte sind in ihrer Form mit Heidelbeeren zu vergleichen. Die plankonvexen Samen sind nur 0,6 Millimeter lang und 0,06 mg schwer.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bachbunge ist eine ausdauernde, wintergrüne, Sumpfpflanze mit am Grunde kriechenden, dann aufrechten Stängeln. Vegetative Vermehrung erfolgt durch oberirdische und unterirdische Ausläufer, die diese Pflanzenart zum Kriechpionier machen.[3]

Blütenökologisch handelt es sich um vorweibliche „Nektar-führende Scheibenblumen“, die nur bei Sonne voll geöffnet sind. Bestäuber sind vor allem kleine Schwebfliegen, seltener Bienenverwandte. Es findet auch spontane Selbstbestäubung statt. Die Blütezeit reicht von Mai bis August.[3]

Die Kapselfrüchte öffnen sich bei Feuchtigkeit, sind also hydrochas. Die Samen breiten sich als Regenschwemmlinge aus, im offenen Wasser und im Schlamm erfolgt auch Schwimmausbreitung, daneben erfolgt eine Ausbreitung als Wasserhafter und eine Zufallsausbreitung durch Wasservögel. Fruchtreife ist von August/September bis Oktober.[3]

In Forellenbächen eine beliebte Wasserpflanze. An den untergetauchten Pflanzenteilen leben verschiedene Larven. Wenn sich der Wasserstand verändert, und die Pflanze im Wasser tief untergetaucht ist, überwintert sie. Meist steht die Bachbunge in Gewässern halbuntergetaucht.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bachbunge tritt in weiten Teilen Europas auf.[4] Sie kommt in Wassergräben, Quellen und Bächen, auch am Ufer von Seen und Teichen vor und bevorzugt kühle Gewässer.

In Österreich tritt sie in allen Bundesländern in der collinen bis subalpinen Höhenstufe an Quellfluren, Bächen, in Gräben und im Saum fließender Gewässer häufig auf. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Sparganio-Glycerion. Sie kommt auch in einer Form Veronica beccabunga fo. submersa Glück unter der Wasseroberfläche bis zu 2 Meter Wassertiefe im Verband Ranunculion fluitantis vor.[2] In den Allgäuer Alpen steigt die Bachbunge im Tiroler Teil am Südfuß der Sefenspitze bis in eine Höhenlage von 1900 Meter auf.[5]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Veronica beccabunga erfolgte 1753 durch Carl von Linné.[4]

Von Veronica beccabunga gibt es zwei Unterarten:[4]

  • Veronica beccabunga L. subsp. beccabunga[4]
  • Veronica beccabunga subsp. abscondita M.A.Fisch.: Sie kommt in der Türkei und in Armenien vor.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Salat gilt die frischen Stängel und Blätter als verdauungsfördernd, sie enthalten viel Vitamin C und können auch zu einem (bitteren) Gemüse verkocht werden. Bachbungen-Ehrenpreis enthält Gerbstoff, Glykosid und Flavonoide. Ihm wird eine blutreinigende, harntreibende und hautstimulierende Wirkung nachgesagt.[6]

Emil Adolf Roßmäßler empfahl 1857 Veronica beccabunga zur Einrichtung eines der heimischen Natur nachempfundenen Aquariums.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Grau-Jung-Münker: Die farbigen Naturführer Beeren, Wildgemüse, Heilkräuter Bertelsmann 1982, S. 124
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, Seite 845. ISBN 3-8001-3131-5.
  3. a b c Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1
  4. a b c d e Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae.: Datenblatt Veronica beccabunga – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. zuletzt abgerufen am 11. März 2016
  5. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004, ISBN 3-930167-61-1.
  6. Detlev Henschel: Essbare Wildbeeren und Pflanzen. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH&Co, Stuttgart 2002, ISBN 3-440-09154-6, S. 162.
  7. Emil Adolf Rossmässler: Das Süßwasser-Aquarium. Eine Anleitung zur Herstellung und Pflege desselben. 1857, S. 9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bachbunge (Veronica beccabunga) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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