BahnBonus

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BahnBonus ist ein Bonussystem der Deutschen Bahn für Besitzer einer BahnCard oder einer (kostenlosen) BahnBonus-Card. BahnBonus-Teilnehmer können bei der Deutschen Bahn und bei weiteren Partnern Prämienpunkte sammeln, die in Prämien eingelöst werden können. Vielfahrer können einen BahnComfort-Status erreichen. Das System wird von der Firma Loyalty Partner zum Zwecke der Kundendatenauswertung und Kundenbindung betrieben.

3,9 Millionen Menschen nehmen an dem Programm Teil (Stand: Ende 2019).[1] Pro Jahr werden rund 100.000 Sachprämien aus einem Sortiment von rund 300 Artikeln abgegeben (Stand: 2016).[2]

Punkte für Umsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei jedem Kauf einer eigenen Fahrkarte über mindestens fünf Euro wird pro Euro aufgerundetem Umsatz je ein Prämien- und Statuspunkt gutgeschrieben. Beim Besitz einer BahnCard-Kreditkarte werden für Fahrkarten der ersten Klasse 1,5 Prämienpunkte pro Euro gutgeschrieben.

Die Punktgutschrift erfolgt üblicherweise drei Tage nach Erwerb der Fahrkarte, frühestens aber am Tag des Reiseantritts.

Seit dem 9. Dezember 2007 wird auch der Erwerb von Fahrscheinen für Bahnfahrten ins Ausland mit BahnBonus-Punkten vergütet.[3] Seit 2010 erfolgt auch eine Gutschrift für Sonderangebote wie Sparpreis oder EuropaSpezial.

Es erfolgt keine Punktegutschrift

  • beim Erwerb einer Normalpreis-Fahrkarte erster Klasse mit einer BahnCard zweiter Klasse und
  • beim Erwerb einer Sitzplatzreservierung (in Tageszügen; für Nachtzüge siehe unten)

Es erfolgt eine Punktegutschrift für den Erwerb von Reservierungen in bestimmten Nachtzügen, weil sie tariflich keine Reservierungen sind, sondern Aufpreise für Sitz-, Liege- oder Schlafplätze.

Im Zuge der Railteam-Kooperation mehrerer europäischer Bahnen soll dieses Programm künftig mit den Kundenbindungsprogrammen der anderen Gesellschaften verbunden werden.

Daneben können auch bei bestimmten externen Partnern sowie bei Sonderaktionen Punkte gesammelt werden.

Seit August 2009 ist es möglich, mittels des mit einer BahnCard-Kreditkarte erzielten Umsatzes ebenso Punkte zu sammeln. Die Konditionen im Zeitverlauf:

  • Start 2009: Pro 3 Euro Umsatz ein Prämienpunkt. Pro 1 Euro DB-Umsatz bei Bezahlung mit BahnCard-Kreditkarte zusätzlich ein Prämienpunkt.
  • Ab 1. August 2016: Pro 10 Euro Umsatz ein Prämienpunkt. Pro 5 Euro DB-Umsatz bei Bezahlung mit BahnCard-Kreditkarte zusätzlich ein Prämienpunkt. Der Grund der Anpassung sei eine EU-Verordnung,[4] mit der die Kreditkartengebühren für den Händler begrenzt werden auf max. 0,3 Prozent (und dementsprechend weniger davon an den Kunden als Prämie gutgeschrieben werden kann).

Daten-Speicherung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Bahn speichert zu jedem Fahrkartenkauf, bei dem BahnBonus-Punkte gesammelt werden, folgende Daten:[5]

  • Preis
  • Prämien-Punkte
  • Status-Punkte
  • Abgangs- und Zielbahnhof
  • Wagenklasse
  • Kaufdatum
  • Verkaufsstelle

Mit Ausnahme der Verkaufsstelle werden diese Daten dem Kunden in einem Kaufprofil zugänglich gemacht.

Laut einem Bericht von Spiegel online plant die Deutsche Bahn, Werbepartnern zu ermöglichen, BahnBonus-Teilnehmer gezielt anzusprechen. Eine Weitergabe von Kundendaten an Werbepartner sei nach Angaben des Unternehmens jedoch nicht vorgesehen.[6]

Prämien für Punkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prämienpunkte haben eine Gültigkeit von 36 Monaten. Werden sie bis dahin nicht gegen Prämien eingetauscht, verfallen sie zum nächsten Quartalsende. Eine Ausnahme sind Inhaber von BahnCard-Kreditkarten, deren Prämienpunkte seit Mitte 2010 während der Laufzeit ihres BahnCard-Kreditkartenvertrages nicht verfallen.

Prämienpunkte können gegen Gutscheine und Sachprämien sowohl der Deutschen Bahn als auch von externen Partnern eingelöst werden. Es sind beispielsweise Freifahrten, Fahrkarten-Upgrades, Essensgutscheine, Reisegutscheine oder Zeitschriftenabonnements einlösbar. Zum Einlösen der Prämien sowie zum Anzeigen der bereits gesammelten Punkte (Im November 2011 unter „Meine Bahn“ – „Meine BahnCard und bahn.bonus“ – „Meine Punkteübersicht“) und anderer BahnCard-Services, muss man sich zunächst eine PIN zuschicken lassen. Mit dieser PIN kann man sich dann bei www.bahn.de anmelden und hat Zugang zu den Online-Services innerhalb des Bereichs Meine Bahn.

Bestimmte Freifahrt-Prämien sind seit dem 6. April 2011 als Online-Ticket erhältlich, alle anderen Bahnprämien werden per Post zugestellt. Manche Prämien sind kontingentiert. Des Weiteren gibt es auch gelegentlich Aktionsprämien, wie zum Beispiel zur Fußball-EM 2008. Solche Aktionsprämien gibt es nur in einem beschränkten Zeitraum und manchmal auch nur in limitiertem Umfang. Die Prämiengutscheine sind in der Regel sechs Monate ab Ausstellungsdatum gültig.

Zum 1. April 2014 wurde der Prämienkatalog für Fahrten geändert.[7] Einige Freifahrten-Varianten wurden von den Prämienpunkten reduziert; andere wie die Mitfahrer-Freifahrt vom Typ „Freifahrt Flex 2. Klasse (Hin- und Rückfahrt)“ (auch zum Verschenken) wurden angehoben von 2500 Punkte auf 3000 Punkte.[8]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitpunkt BahnBonus-Kunden Quelle
Ende 2006 rund 1.000.000 [9]
August 2007 knapp 2.000.000 [10]
Ende 2008 2.500.000 [11]
August 2009 2.600.000 [12]
Ende 2009 2.710.000 [11]
Mitte 2010 2.800.000 [13]
Frühjahr 2012 3.123.000 [14]
Ende 2018 3.658.000 [1]
Ende 2019 3.913.000 [1]

Ende 2006 lag die Zahl der an BahnBonus teilnehmenden BahnCard-Kunden bei rund einer Million.[9]

Im August 2007 nahm mehr als die Hälfte der BahnCard-Kunden, knapp zwei Millionen, am BahnBonus-Programm teil.[10] Bis September 2007 wurden insgesamt 290.000 Prämien eingelöst; 42 Prozent davon waren Freifahrten, 29 Prozent Speisewagen-Gutscheine und 15 Prozent 1.-Klasse-Upgrades.[15]

Ende 2008 lag die Zahl der BahnBonus-Teilnehmer bei 2,5 Millionen.[11] Ursprünglich sollten bereits bis Ende 2008 von den ca. vier Millionen BahnCard-Kunden drei Millionen das Programm nutzen.[15] Erst im Frühjahr 2012 wurden allerdings 3,1 Millionen Teilnehmer gezählt.[14]

BahnBonus-Karte aus dem Jahr 2018

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. September 2005: Start des Bonusprogramms. Seitdem können Punkte gegen Prämien eingetauscht werden.
  • Seit September 2006 können auch Mitglieder des Firmenkundenprogramms bahn.corporate mit der neu eingeführten „BonusCard Business“ Bonuspunkte sammeln.
  • Zum 1. Dezember 2006 wurde das Prämienangebot ausgeweitet und die niedrigste Prämienstufe von 750 auf 500 Prämienpunkte gesenkt.[9] Die Zahl der Prämien wurde auf rund 40 erhöht, neu hinzu kamen unter anderem Nacht- und Autozugfahrten, Reisepakete sowie Hotelübernachtungen und Mietwagen. Gleichzeitig entfiel die Anmeldepflicht. Es wurde ebenso das Punktespektrum nach unten und oben verändert.
  • Vom Januar 2007 bis zum März 2012 wurden für Fahrkarten und BahnCards der ersten Wagenklasse pro Euro 1,5 Prämienpunkte gutgeschrieben.
  • Im Dezember 2007 wurde die Prämienpalette von 42 auf 86 Prämien erweitert. Dabei wurden neue Prämienstufen bis zu 14.000 Punkten eingeführt und ein Sammeln von Prämienpunkten bei zehn Partnerunternehmen sowie weiteren Tochterunternehmen der DB AG wie CityNightLine und DB Rent ermöglicht[16].
  • Zum 1. August 2010 wurde eine kostenlose BahnBonus Card eingeführt, mit welcher auch Nicht-BahnCard-Besitzer BahnBonus-Punkte sammeln können.[13] Seitdem können mit dieser Karte Punkte für nicht rabattierte Fahrkarten gesammelt werden[17], an Fahrkartenautomaten war das Sammeln vorerst nur über die Start-Ziel-Eingabe möglich.[18]
  • Anfang 2011 gab Loyalty Partner bekannt, das Customer-Relationship-Management von BahnBonus für weitere sechs Jahre zu betreiben.[19] Zum 1. April 2011 fand eine Repositionierung von BahnBonus statt. Dabei wurden die bisherigen Bonusprogramme der Bahn, BahnBonus (Prämien) und bahn.comfort (Status), unter dem Begriff BahnBonus zusammengeführt. Außerdem wurde der Vielfahrerstatus „bahn.comfort“ in „bahn.bonus comfort“ umbenannt.
  • Zum 1. April 2012 wurden die Prämienpunkte für 1.-Klasse-Fahrkarten von 1,5 Punkte/Euro auf 1 Punkt/Euro reduziert. Beim Besitz einer BahnCard-Kreditkarte werden weiterhin für 1.-Klasse-Fahrkarten 1,5 Prämienpunkte pro Euro gutgeschrieben.[20]
  • Seit dem 10. Juni 2012 ist beim Onlinekauf und im personenbedienten Verkauf von Ländertickets, Quer-durchs-Land-Tickets und Schönes-Wochenende-Tickets der Erwerb von BahnBonus-Punkten möglich. Im Automatenvertrieb war das Sammeln lediglich über die Start-Ziel-Wahl möglich.[21]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Deutsche Bahn: Daten & Fakten 2019. (PDF) Deutsche Bahn AG, 23. März 2020, S. 18, abgerufen am 25. Oktober 2020.
  2. Deutschland-Frankfurt am Main: Kundentreueprogramm. Dokument 2016/S 017-026669 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union. 26. Januar 2016, abgerufen am 26. Januar 2016.
  3. Antje Blinda: Vielfahrer-Karte: Bahn baut Funktionen der Bahncard aus. In: Spiegel online. 27. November 2007, abgerufen am 19. Juni 2012.
  4. Vorschlag für eine Verordnung des europäischen Parlaments und des Rates über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge , abgerufen am 7. Mai 2016
  5. Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG, gültig ab 23. Juni 2008, Bedingungen für Teilnehmer am bahn.bonus-Programm der Deutschen Bahn AG, Punkt 5 (S. 76).
  6. Umstrittenes Geschäftsmodell: Bahn will Reisedaten ihrer Kunden verkaufen. In: spiegel.de
  7. Petra Kirchhoff: Schnell noch den Bonuspunkte-Stand prüfen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 73, 27. März 2014, ISSN 0174-4909, S. 42 (online).
  8. Freifahrten ab 1.000 Prämienpunkten. (Memento vom 7. Mai 2016 im Internet Archive) In: bahn.de, abgerufen am 7. Mai 2016
  9. a b c Punkte sammeln lohnt sich. In: mobil. Dezember 2006, S. 48 f.
  10. a b Interview mit Marc Fleischhauer, Leiter Kundenbindung/BahnCard, Deutsche Bahn AG. In: Talk täglich, Bahn TV, 2. August 2007, 12:15 Uhr.
  11. a b c Deutsche Bahn DB Mobility Logistics: Daten&Fakten 2009. Entwicklung nach Geschäftsfeldern. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Deutsche Bahn AG, 18. März 2010, S. 13, archiviert vom Original am 18. Mai 2013; abgerufen am 19. Juni 2012 (648 kB).
  12. Deutsche Bahn und Commerzbank starten BahnCard Kreditkarte: Freifahrt zur Begrüßung. Deutsche Bahn AG, Presseinformation vom 3. August 2009.
  13. a b Deutsche Bahn weitet das bahn.bonus-Programm aus. In: Presseinformation. Deutsche Bahn AG, 3. August 2010, archiviert vom Original am 6. August 2010; abgerufen am 19. Juni 2012.
  14. a b Bahn News (Memento vom 30. Mai 2013 im Internet Archive) In: mobil. Heft 6/2012, Juni 2012, S. 33.
  15. a b bahn.bonus bietet jetzt mehr als 80 Prämien. In: DB Welt, Ausgabe Dezember 2007, S. 6.
  16. Neue Prämien bei bahn.bonus. In: mobil. Dezember 2007, S. 55.
  17. Neuerungen bei der DB zum 1. August. Eisenbahnjournal Zughalt.de UG, 26. Juli 2010, abgerufen am 19. Juni 2012.
  18. Übersicht der Sammelfähigen Angebote. In: bahn.de
  19. Bahncard bleibt bei Loyalty Partner Solutions. J&S Dialog-Medien GmbH, 25. Januar 2011, archiviert vom Original am 10. Februar 2011; abgerufen am 19. Juni 2012.
  20. DB Bahn-Bahn.bonus: „Wichtige Änderung beim Sammeln von Prämienpunkten für 1. Klasse Fahrscheine“. In: bahn.de
  21. Neuerungen bei Länder-Tickets und Quer-durchs-Land-Tickets. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Presseinformation. Deutsche Bahn AG, 5. Juni 2012, archiviert vom Original am 14. August 2012; abgerufen am 19. Juni 2012.