Bahnhof Altenburg

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Altenburg
Bahnhofsgebäude, 2009
Bahnhofsgebäude, 2009
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung LA
IBNR 8010003
Kategorie 5
Eröffnung 1878
Profil auf Bahnhof.de Altenburg
Lage
Stadt/Gemeinde Altenburg
Land Thüringen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 59′ 51″ N, 12° 26′ 37″ OKoordinaten: 50° 59′ 51″ N, 12° 26′ 37″ O
Höhe (SO) 180 m
Eisenbahnstrecken

Bahnhöfe in Thüringen
i16i18

Der Bahnhof Altenburg liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Hof. Südlich von Altenburg, bei Lehndorf, zweigt in Richtung Westen die Linie nach Gera ab. Zudem gibt es im Stadtteil Rasephas eine Abzweigung nach Zeitz. Diese wird aber nur noch für den Güterverkehr genutzt. Die Bahnstrecke von Altenburg nach Langenleuba-Oberhain wurde 1999 stillgelegt und anschließend zurückgebaut. Mit den Bahnhöfen Altenburg Nord und Altenburg-Rasephas besaß Altenburg bis zur Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke nach Zeitz im Jahr 2002 noch zwei weitere Haltepunkte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Altenburg trug folgende Namen:

  • bis 1936: Altenburg
  • bis 1942: Altenburg (Thür)
  • bis 1953: Altenburg (Thür) Hbf
  • seit 1953: Altenburg

Kopfbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprüngliche Bahnhof Altenburg befand sich an einer anderen Stelle in der heutigen Fabrikstraße. Er wurde am 19. September 1842 feierlich eröffnet und war damit der erste Bahnhof auf ernestinischem Gebiet. Das Herzogtum Sachsen-Altenburg wollte den Bahnhof so nah wie möglich an seine Residenzstadt heranlegen, was zur Folge hatte, dass ein Weiterbau der Strecke Richtung Süden aufgrund der topografischen Verhältnisse nicht möglich war und der Bahnhof somit zum Kopfbahnhof wurde. Die Strecke in Richtung Hof verlief so zunächst ein kurzes Stück nach Norden und machte anschließend eine 180-Gradwendung ins Tal der Pleiße, das sich östlich der Stadt befindet.

Durchgangsbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleisplan des Bahnhofs Altenburg mit dem ehemaligen Rangierbahnhof und anderen Gleisflächen der WBA Waggonbau Altenburg

Der zunehmende Verkehr zeigte mit der Zeit, dass der Kopfbahnhof zu einem verkehrstechnischen Problem wurde. 1876 begann man mit den Umbauarbeiten, bei denen der neue Bahnhof etwas weiter nach Osten und die neue, südwärts führende Strecke durch einen 375 m langen Tunnel verlegt wurde. Am 25. September 1878 fand „die erste Befahrung der neuen Schienenanlage mit Benutzung des Tunnels“ statt. Bauliche Reste des ehemaligen Kopfbahnhofs befinden sich noch heute in der Altenburger Fabrikstraße. Der Tunnel Altenburg wurde vor der Elektrifizierung der Strecke in den Jahren 1957 bis 1959 abgetragen.

Unmittelbar nordwestlich des Personenbahnhofs bestand an der Strecke nach Zeitz ein Rangierbahnhof. Dieser ist heute als Abstellbahnhof an die Waggonbau Altenburg GmbH vermietet.

Die amtliche Bezeichnung war ab 20. September 1942 Altenburg (Thür) Hbf.

In den 1990er-Jahren wurde das Bahnhofsgebäude grundlegend saniert. So wurden unter anderem die Holztüren des Portikus wiederhergestellt, welche zu DDR-Zeiten durch Aluminiumtüren ersetzt worden waren.

In den Jahren 2010 und 2011 wurden weitere Modernisierungsmaßnahmen am Bahnhof getätigt, so wurden im Rahmen der Konjunkturprogramme der Bundesrepublik Deutschland und mit Mitteln der Nahverkehrsgesellschaft Thüringen die Bahnsteige 1 bis 3 erneuert, zum Bahnsteig 2/3 wurde ein Personenaufzug installiert. Die Bahnsteigdächer und der Personentunnel wurden saniert und die Beleuchtung der Bahnsteige und des Vorplatzes erneuert.[1]

Im Jahr 2013 wurde das ehemalige Bahnpostgebäude abgerissen und eine Park&Ride-Anlage mit Motorrad- und überdachten Fahrradabstellplätzen errichtet. Im Zuge dessen wurden auch die Treppe und der Aufzug der Überführung über die Gleise zur Leipziger Straße saniert. Diese wurde 1993 eingeweiht, nachdem die 1898 errichtete Brücke 1991 abgerissen worden war.

Mit Inbetriebnahme des Leipziger City-Tunnels am 15. Dezember 2013 wurde das Liniennetz der S-Bahn Mitteldeutschland umfangreich umgestaltet. Seitdem verkehren die Linien S5 und S5X von Halle (Saale), dem Flughafen Leipzig/Halle und Leipzig über Altenburg nach Zwickau.

Im Dezember 2017 verkaufte die Deutsche Bahn das Empfangsgebäude an eine Immobiliengesellschaft aus Frankfurt (Main).[2]

Bahnsteiggleise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnsteige sind barrierefrei gestaltet, der Zugang zum Personentunnel ist durch eine Rampe realisiert und der Zugang zum Bahnsteig 2/3 über einen Aufzug.

Gleis Länge in m[3] Höhe in cm[3]
1 170 55
2 170 55
3 170 55

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den beiden S-Bahn-Linien werden Elektrotriebzüge des Typs Bombardier Talent 2 eingesetzt, diese überlagern sich zwischen Altenburg und dem Flughafen Leipzig/Halle zu einem 30-Minuten-Takt. Auf der Regional-Expresslinie nach Gera werden Dieseltriebwagen der Baureihe 612 eingesetzt. Der Bahnhof liegt an den Kursbuchstrecken 501.5, 503 und 540, auf denen im Fahrplanjahr 2018 folgende Linien der DB Regio Südost verkehren:

Linie Linienverlauf Takt (min)
RE 3 Altenburg – Ronneburg (Thür) – GeraHermsdorf-KlosterlausnitzJena-GöschwitzWeimarErfurt 120
S 5 Zwickau (Sachs)CrimmitschauGößnitzAltenburg – Markkleeberg – LeipzigFlughafen Leipzig/Halle (– Halle (Saale)) 120 (Zwickau–Altenburg)
060 (Altenburg–Flughafen)
Einzelfahrten (Flughafen–Halle)
S 5X Zwickau (Sachs) – Crimmitschau – Gößnitz – Altenburg – Markkleeberg – Leipzig – Flughafen Leipzig/Halle – Halle (Saale) 060

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Bahnhof schmücken zwei Skulpturen, zum einen der Grüne Wenzel, der Pik-Bube beim Skat, in der Empfangshalle, zum andern ein Bildnis eines Altenburger Bauern, auch Malcher genannt, mit Hut, Pfeife und Reisetasche auf den Bahnsteigen zwei und drei. Dies soll symbolisieren, dass sich die wohlhabenden Bauern des Altenburger Landes eher eine Reise leisten konnten als Häusler, Knechte und Tagelöhner. Der zwei Meter hohe und 700 Kilogramm schwere Malcher wurde 1935 von dem Altenburger Bildhauer Johannes Dietze (* 1903) geschaffen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Altenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konjunkturprogramm, Ausgewählte Highlights, Altenburg, geplante Maßnahmen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.bahnhof.de. Ehemals im Original; abgerufen am 2. April 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bahnhof.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  2. Thomas Haegeler: Frankfurter Firma kauft Altenburger Bahnhof. In: Leipziger Volkszeitung. 17. Februar 2018, abgerufen am 4. April 2018.
  3. a b Bahnsteiginformationen zum Bahnhof Altenburg auf deutschebahn.com