Bahnstrecke Altenhundem–Wenholthausen

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Lennestadt-Altenhundem–Wenholthausen
Sonderfahrt mit VT 98 zwischen Wennemen und Schmallenberg (1980)
Sonderfahrt mit VT 98 zwischen Wennemen und Schmallenberg (1980)
Streckennummer (DB): 2862
Kursbuchstrecke (DB): 239a
Streckenlänge: 41,1 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: ca. 15 
Strecke – geradeaus
Ruhr-Sieg-Strecke nach Siegen
Bahnhof, Station
0,0 Lennestadt-Altenhundem (ehem. Altenhundem) 276 m
   
Ruhr-Sieg-Strecke nach Hagen
   
2,8 Kickenbach
   
3,9 Langenei
   
6,1 Gleierbrück
   
8,4 Saalhausen
   
12,3 Lenne (Kr Olpe)
   
15,2 Fleckenberg
   
18,3 Schmallenberg
   
20,9 Gleidorf 410 m
   
23,1 Scheitelpunkt 450 m
   
23,7 Fredeburg 440 m
   
29,0 Heiminghausen
   
31,9 Dorlar (Kr Meschede)
   
34,2 Frielinghausen
   
36,3 Bremke
   
38,8 Wenne
   
ehem. Strecke von Finnentrop
   
41,1 Wenholthausen 286 m
   
ehem. Strecke nach Wennemen

Die Bahnstrecke Altenhundem–Wenholthausen war eine eingleisige, nicht elektrifizierte Bahnstrecke zwischen Altenhundem, heute Stadtteil von Lennestadt, und Wenholthausen, das heute zur Gemeinde Eslohe gehört.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kursbuchstrecke 239a war als Verbindung zwischen der Ruhr-Sieg-Strecke und der Oberen Ruhrtalbahn gedacht und sollte zunächst nur von Altenhundem nach Schmallenberg führen. Bereits 1872 wurde über die Errichtung einer Direktverbindung von Köln nach Kassel, für die die neue Verbindung notwendig war, nachgedacht. Als Vorteile der rund 45 Kilometer langen Strecke wurden vor allem ein erhoffter Aufschwung in der Schieferindustrie bei Fredeburg und der Textilindustrie Schmallenbergs genannt. Die Straßenverbindung war überdurchschnittlich teuer in der Unterhaltung, weshalb eine Schienenstrecke ebenfalls bevorzugt wurde.

Darüber hinaus hätte die Strecke Köln–Kassel auch eine militärisch große Bedeutung. Die Bedingungen für den Streckenbau waren günstig, da man keine zu großen Steigungen bewältigen musste. Es war auch nur ein Tunnelbau notwendig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmallenberger Bahnhof 1890
Verlauf der Strecke in Altenhundem

Ein im Juni 1881 gegründetes Bahnbaukomitee, dem circa 300 Personen angehörten, setzte sich für den Beginn des Streckenbaus ein.

Vor Beginn des Streckenbaus stellte die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft die Bedingungen, die Wirtschaftlichkeit der Strecke nachzuweisen, die bereits vorhandene Straße von Altenhundem nach Schmallenberg mitbenutzen zu dürfen und schließlich, dass sich die Anrainergemeinden an der Finanzierung beteiligen.

Im April 1885 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen. Am 3. Mai 1886 konnte der erste Teilabschnitt von Altenhundem nach Langenei eröffnet werden, der Abschnitt von Langenei nach Saalhausen folgte am 1. November und am 1. Mai 1887 wurde schließlich das letzte Streckenstück von Saalhausen nach Schmallenberg in Betrieb genommen.

Schon bald wurde eine Verlängerung nach Fredeburg gefordert. Im April 1888 wurde mit dem Bau begonnen und am 15. November 1889 wurde diese Verlängerung eröffnet. Im September 1911 wurde eine weitere Verlängerung der Strecke, und zwar nach Wenholthausen, eröffnet. Die Züge benötigten für die gesamte Strecke eine Fahrzeit von etwa 93 Minuten.

Der Bahnhof Altenhundem erlangte durch die Eröffnung und den Bau der Strecke nach Birkelbach eine große Bedeutung und Altenhundem avancierte zum Eisenbahndorf.

Die letzte Personenzugfahrt auf der Strecke fand am 28. Mai 1964 statt. 1967/1968 wurde die Strecke zwischen Schmallenberg und Altenhundem abgerissen, die Reststrecke blieb bis 1994 im planmäßigen Güterverkehr. Der letzte Güterzug wurde von vielen Eisenbahnfans begleitet. Bemerkenswert war hier der Trompeter, der den Zug mit „Muss I denn zum Städtele hinaus“ verabschiedete. Der erste Zug 1888 war gleich mit einer kompletten Musikkapelle begrüßt worden. Die Strecke wurde vorerst für Sonderfahrten erhalten.

Ab 2004 begann der Abbau der Strecke von Schmallenberg aus. Im Juli 2006 war der Streckenabbau zwischen Schmallenberg und Wenholthausen abgeschlossen. 2010 ist von der Strecke nichts mehr übrig, auch die Gleise zwischen Wennemen und Wenholthausen sind entfernt. Heute ist ein Großteil der ehemaligen Bahnstrecke zu einem Radweg umgebaut, der als SauerlandRadring[1] in das landesweite Radverkehrsnetz NRW integriert ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Bruns: Die Nebenbahn Altenhundem–Schmallenberg. In: Alfred Bruns (Red.): Die Eisenbahn im Sauerland. Schieferbergbau- und Heimatmuseum, Schmallenberg-Holthausen 1989, ISBN 3-922659-63-2, S. 180 ff. (vergriffen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Altenhundem–Wenholthausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzinformation zum SauerlandRadring – Radroutenplaner NRW, Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 20. November 2015.