Ruhr-Sieg-Strecke

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Ruhr-Sieg-Strecke
Strecke der Ruhr-Sieg-Strecke
Streckennummer (DB): 2800 (Hagen–Siegen-Weidenau)
2880 (Siegen-Weidenau–Siegen)
Kursbuchstrecke (DB): 440
Streckenlänge: 106 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Zweigleisigkeit: (durchgehend)
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Betriebsstellen und Strecken[1][2][3]
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Hauptstrecke von Wuppertal
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0,0 Hagen Hbf 100 m
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Hagen Gbf
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Volme
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Güterstrecke nach Hagen-Vorhalle
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Hauptstrecke nach Dortmund und zur
  Rheinischen Strecke nach Dortmund
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ehem. Güterstrecke von Hagen-Eckesey
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Hagen Einhaus (Strw, ehem. Abzw)
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Güterstrecke von Hagen-Vorhalle
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Hagen RWE (Anst)
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4,1 Hagen-Hengstey (Abzw, ehem. Bf)
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4,7 Hohensyburg
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Güterstrecke nach Schwerte
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Bahnstrecke nach Hamm, zur
  Oberen Ruhrtalbahn nach Warburg
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Hagen-Kabel Klöckner (Anst)
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Güterstrecke von Schwerte
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A 1
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Bahnhof ohne Personenverkehr
8,0 Hagen-Kabel
Bahnhof ohne Personenverkehr
11,4 Hagen-Halden
Bahnhof, Station
16,7 Hohenlimburg 125 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne (2 Querungen)
Bahnhof, Station
21,0 Letmathe
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Strecke nach Iserlohn
Bahnhof ohne Personenverkehr
24,3 Nachrodt
Tunnel
25,4 Nachrodter Tunnel (629 m)
   
26,4 Einsal
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
28,7 Pragpauler Tunnel (83 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
29,3 Hünengraben-Tunnel (148 m)
   
von Iserlohner Kreisbahn
Haltepunkt, Haltestelle
30,0 Altena (Westf) 150 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Rahmede
Tunnel
32,0 Buchholzer Tunnel (936 m)
Tunnel
35,2 Husberger Tunnel (793 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
38,8 Ütterlingser Tunnel (222 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
Bahnhof, Station
39,4 Werdohl 185 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
Tunnel
40,1 Werdohler Tunnel (315 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
42,8 Baukloher Tunnel (306 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
   
45,5 Ohle
   
ehem. Strecke von Herscheid
Bahnhof, Station
48,4 Plettenberg
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne (2 Querungen)
Tunnel
51,1 Sieseler Tunnel (95 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
   
55,1 Rönkhausen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
   
57,8 Lenhausen
   
ehem. Strecke von Wennemen
Bahnhof, Station
61,1 Finnentrop 215 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Biggetalbahn nach Olpe
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne
Bahnhof, Station
66,6 Lennestadt-Grevenbrück
Bahnhof, Station
71,3 Lennestadt-Meggen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lenne (2 Querungen)
Bahnhof, Station
73,5 Lennestadt-Altenhundem
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Hundem
   
ehem. Strecke nach Birkelbach
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Hundem
Haltepunkt, Haltestelle
76,2 Kirchhundem 290 m
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Hundem (3 Querungen)
   
78,0 Hofolpe
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Hundem
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80,2 Hofolper Tunnel (65 m)
  abgetragen wegen Elektrifizierung
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Brücke über Wasserlauf (mittel)
Hundem (2 Querungen)
   
82,04 Benolpe
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Hundem (3 Querungen)
Bahnhof, Station
84,6 Kirchhundem-Welschen Ennest 420 m
Tunnel
85,5 Rahrbacher Tunnel (698 m) 410 m
Haltepunkt, Haltestelle
89,1 Kreuztal-Littfeld 345 m
   
90,2 Ralsbach
   
91,7 Krombach
Haltepunkt, Haltestelle
93,9 Kreuztal-Eichen 290 m
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke von Cölbe
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Ferndorfbach
Bahnhof, Station
96,1 Kreuztal 260 m
   
98,8 Buschhütten
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Ferndorfbach
Bahnhof, Station
101,0 Siegen-Geisweid
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Ferndorfbach
   
102,5 Hüttental-Haardt
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Johannlandbahn von Deuz
Bahnhof, Station
103,6 Siegen-Weidenau 240 m
Gleisdreieck – geradeaus, nach links, von links
Dillstrecke von/nach Gießen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Bahnhof, Station
106,2 Siegen
Strecke – geradeaus
Siegstrecke nach Köln

Die Ruhr-Sieg-Strecke ist eine 106 km lange zweigleisige, elektrifizierte Hauptstrecke von Hagen nach Siegen über Letmathe, Finnentrop und Kreuztal. Die tunnelreiche Strecke führt überwiegend durch das Tal der Lenne und südlich von Lennestadt-Altenhundem über die Wasserscheide zwischen Lenne und Sieg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte

1835 wurde der Bau einer Pferdeeisenbahn von Siegen ins Ruhrgebiet von einem eigens für diesen Zweck in Siegen gegründeten Komitee beantragt. Ziel war es, die Kohle aus dem Ruhrgebiet günstiger und schneller zur Verhüttung ins Siegerland transportieren zu können. Die Eisenproduktion im Siegerland war sehr wichtig für Preußen, denn hier fanden mehr als 23 Prozent der gesamten Roheisenproduktion und sogar 85 Prozent der Rohstahleisenproduktion des Staates statt.

Nachdem das Genehmigungsverfahren sich in die Länge zog, wurde 1851 von einem mittlerweile in Hagen gegründeten Hauptkomitee statt einer Pferdebahn eine Dampfeisenbahn beantragt. Streit gab es lange Zeit darüber, wo genau die Strecke herführen sollte. Anfangs wurde eine Strecke von Hagen durch das Volmetal favorisiert, erst später wurde die Linienführung durch das Lenne- und Hundemtal bevorzugt. Eine Interessengruppe aus Olpe wollte unbedingt eine Anbindung Olpes an die Hauptstrecke durch das Biggetal erreichen, die beiden Komitees in Siegen und Hagen entschieden sich für die östlichere Strecke durch das Hundemtal, weil diese die kürzere und somit billigere war.

Mit einer staatlichen Zinsgarantie wurde der Bau schließlich 1856 genehmigt. Weil sich vor allem die Hütten entlang der Strecke ein wirtschaftliches Wachstum versprachen, beteiligten sie sich teilweise an der Finanzierung, so etwa das Meggenerwerk und die Würdinghauserhütte mit je 1000 Talern, die Carolinenhütte mit 5000 Talern und schließlich die Gemeinde Kirchhundem mit 2100 Talern. Der erhoffte Aufschwung fand jedoch zunächst nicht statt, da vom Sauerland vor allem Holzkohle ins Siegerland gebracht wurde und man nun auf die günstigere Steinkohle zurückgreifen konnte. Der höchste Punkt der Eisenbahnlinie Hagen bis Haiger liegt in Welschen Ennest mit fast 411 Metern Höhe.

Streckenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruhr-Sieg-Strecke auf der Bahnkarte Deutschland 1861

Der Bau der Strecke fand von 1858 bis 1861 unter Leitung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft statt und zog einige Probleme mit sich. Am Bau der Tunnels war der österreichische Ingenieur Franz von Rziha beteiligt, der schon am Bau der Semmeringbahn mitgearbeitet hatte. Da enge Täler durchquert werden mussten, baute das Unternehmen Borsig als Baureihe 675 eine spezielle Lokomotive, die auch für Kurven ausgelegt war. Zunächst war die Strecke eingleisig, wurde aber bereits 1870 auf Zweigleisigkeit ausgebaut.

Der Abschnitt von Hagen bis Letmathe wurde am 21. März 1859 eröffnet, der von Letmathe bis Altena am 17. Juli 1860 und schließlich das letzte Teilstück von Altena bis Siegen am 6. August 1861. Zuvor war am 5. August 1861 die Ruhr-Sieg-Eisenbahn feierlich eingeweiht worden. Ein dabei eingesetzter Festzug entgleiste dabei in Grevenbrück, ohne dass jedoch Verletzte zu beklagen waren.[4]

Bahnhöfe waren an allen größeren Orten entstanden, wobei vor allem die im Tudor-Stil errichteten Bahnhöfe Plettenberg, Grevenbrück und Kreuztal gestalterisch als für die Region untypisch auffielen (heute sind sie Baudenkmale). Lokschuppen mit Drehscheiben bestanden seit der Inbetriebnahme in Letmathe (für zwei Lokomotiven), Altena (Westf) (sechs Lokomotiven), Lennestadt-Altenhundem (sechs Lokomotiven), Kreuztal (zwei Lokomotiven) und Siegen (neun Lokomotiven). Das Betriebswerk Finnentrop entstand erst Ende der 1870er Jahre in Verbindung mit dem Zweigstrecken nach Olpe und Wennemen. Gemeinsam mit Lennestadt-Altenhundem entwickelte es sich nach und nach zu einem der Betriebsmittelpunkte der Ruhr-Sieg-Strecke. Lennestadt-Altenhundem war vor allem Einsatzort der schweren Güterzuglokomotiven für den Nachschiebebetrieb auf den Rampen zum Brechpunkt in Welschen-Ennest. Die Betriebswerke in Letmathe und Kreuztal verloren ihre Bedeutung wegen der Nähe zu den großen Bahnbetriebswerken in Hagen und Siegen. Altena war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgegeben worden. Im Zuge der Elektrifizierung wurde Lennestadt-Altenhundem aufgegeben und Finnentrop stark reduziert, hier übernachten heute nur noch die auf der Strecke nach Olpe eingesetzten Triebwagen.

Änderung der Kursbuchnummer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokbespannter Zug der Ruhr-Sieg-Bahn verlässt den Bahnhof Lennestadt-Meggen

Die Verbindung von Hagen wurde bis zur Revision des Kursbuchnummen-Systems im Jahr 1992 infolge der Wiedervereinigung als durchgehende Strecke bis nach Gießen unter der Bezeichnung „Kursbuchstrecke 360“ geführt. In Siegen-Weidenau bestand seinerzeit Anschluss nach Siegen und an die Siegstrecke (KBS 460) nach Köln.

Seit Einführung des Integralen Takt-Fahrplans (NRW-Takt) im Jahre 1998 verkehren alle Züge im Personennahverkehr über Siegen, größtenteils mit gegenseitigem Anschluss. Spätestens von diesem Zeitpunkt an wäre eine Bezeichnung für eine durchgehende Verbindung nach Gießen unzweckmäßig gewesen. Der Abschnitt von Siegen über Dillenburg und Wetzlar nach Gießen wird heute als Dillstrecke (KBS 445) bezeichnet.

Schienenpersonenfernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch um 1980 gab es durchgehende Schnellzüge von Norddeich Mole über die Ruhr-Sieg-Strecke sowie Frankfurt (Main) und Stuttgart nach München. Auch gab es einen Kurswagenlauf von Norddeich Mole nach Friedrichshafen über die Ruhr-Sieg-Strecke. Traditionelle Schnellzughalte waren Hagen, (Iserlohn-)Letmathe, Altena, Finnentrop, Lennestadt-Altenhundem, Kreuztal und Hüttental-Weidenau (inzwischen umbenannt in Siegen-Weidenau).

Nur ein Zwischenspiel bildete die Schnellverbindung Mo-Fr mit D 810/811, die Dortmund mit Frankfurt (Main) in einer Reisezeit von unter drei Stunden verband, unterwegs nur in Siegen-Weidenau und Wetzlar hielt und aus hochwertigen, sonst nur in Intercity-Zügen geführten Wagen gebildet war. Dies war schneller als über Koblenz und entlang des Rheins. Da es von der Findigkeit des Kursbuchlesers abhing, diese primär für Geschäftsreisende konzipierte Verbindung zu ersehen, wurde sie bald wieder eingestellt.

Nach Umstellung des Schienenpersonenfernverkehrs von Schnellzügen hin zu Interregio-Zügen im Jahre 1993 hielten diese regelmäßig nur noch in Hagen, Werdohl, Finnentrop, Lennestadt-Altenhundem und Siegen-Weidenau. Der Schienenpersonenfernverkehr mit mehreren Schnellzugpaaren täglich und später einer Interregio-Linie von Münster (ab Sommer 1999 Düsseldorf) nach Frankfurt (Main) wurde zum Sommerfahrplan 2001 eingestellt, das nur noch einmal täglich angebotene Zugpaar zwischen Norddeich Mole und Frankfurt (Main) entfiel ein Jahr später. Seitdem ist diese Strecke ohne Fernverkehr.

Am 18. März 2015 gab die Deutsche Bahn (DB) in einer Presseinformation bekannt, dass sie ihr Fernverkehrsangebot um 25 Prozent ausweiten werde.[5] Davon sollen auch die Dillstrecke und die Ruhr-Sieg-Strecke profitieren. Die DB plant ab dem Fahrplanwechsel 2019/2020 im Dezember 2019, eine Intercity-Linie von Frankfurt über Siegen und Iserlohn-Letmathe nach Münster einzurichten. Diese soll im Zweistundentakt mit neuen Doppelstock-Intercity-Waggons (Bombardier Twindexx) und einer entsprechenden Elektrolokomotive verkehren.

Im Jahr 2015 ging DB Fernverkehr auf die Aufgabenträger des Nahverkehrs zu und machte deutlich, dass die Fernverkehrslinie ohne Anpassungen im Nahverkehr nicht umsetzbar ist. Kurz darauf traten DB Fernverkehr und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe in Verhandlungen über die Einbindung der Intercity-Linie in den Nahverkehrstakt. Dazu soll die Fernverkehrslinie alle zwei Stunden die Linie RE 16 zwischen Letmathe und Siegen mit fast allen ihren Zwischenhalten ersetzen. Lediglich Kirchhundem soll ohne Halt vom IC durchfahren werden und würde somit in Welschen-Ennest alle zwei Stunden einen Zug verlieren. Die neue Linie soll an der Abzweigung in Kabel über die beiden Verbindungskurven direkt weiter Richtung Schwerte bzw. Vorhalle führen und somit nicht in Hagen halten. Außerdem soll DB Fernverkehr Ausgleichszahlungen zur Anerkennung von Nahverkehrstickets erhalten. [6]

Betriebliche Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch heute werden schwere Güterzüge Richtung Süden zwischen Lennestadt-Altenhundem und Welschen Ennest mit einer zusätzlichen Lok nachgeschoben. Diese fährt danach wieder zurück nach Lennestadt-Altenhundem. Die Steigung beträgt zwar nur 12 ‰, ist aber sehr lang und kurvenreich. Daher sind häufige Geschwindigkeitswechsel notwendig. Vor der Elektrifizierung der Ruhr-Sieg-Strecke wurden fast alle Güterzüge bis Welschen Ennest nachgeschoben. Seltener hatten und haben Güterzüge ab Kreuztal bis Welschen Ennest diese Unterstützung.

Im Bahnhof Letmathe werden die Regional-Express- und Regionalbahnzüge von Iserlohn und Siegen zusammengeführt und verkehren als Einheit über Hagen, Witten und Bochum nach Essen. In der Gegenrichtung werden die Züge im Bahnhof Letmathe getrennt und verkehren danach separat nach Siegen und Iserlohn.

Seit Einstellung der Interregio-Linie Frankfurt (Main) – Münster (Westf) (– Norddeich Mole) dient der zweigleisige Giersbergtunnel in Siegen, welcher die Ruhr-Sieg-Strecke mit der Dillstrecke verbindet und die Umgehung des Siegener Hauptbahnhofes ermöglicht, nur noch dem Güterverkehr. Die komplette Verbindungsstrecke von Siegen-Weidenau nach Siegen Ost kann inklusive der abzweigenden Weichen in beiden Richtungen durchgehend mit 80 km/h befahren werden. Unter Nutzung weiterer Verbindungskurven und Abzweigstellen im Bereich Hagen-Kabel und Hohensyburg können Güterzüge zwischen Gießen und dem Ruhrgebiet ohne Richtungswechsel und unter Umgehung von Hagen Hauptbahnhof verkehren.

Ausbaumaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruhr-Sieg-Strecke als Teil der Relation Hagen – Hanau wird als Ausbaustrecke (ABS) im Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgeführt. Unter dem Punkt „Neue Vorhaben, Vordringlicher Bedarf“ ist eine zusammengefasste Maßnahme „Korridor Mittelrhein: Zielnetz I“ enthalten. Diese beinhaltet u. a. Blockverdichtungen zwischen Kreuztal und Siegen sowie die Herstellung des KV-Profil P/C 400 an allen Tunneln zwischen Hagen und Siegen zur Verlegung von Teilen des Containergüterverkehrs von den Rhein-Strecken auf die Ruhr-Sieg-Strecke. Die Abflachung der Steilstrecke Lennestadt-Altenhundem–Welschen Ennest wurde nicht in den neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen. In den letzten Jahren wurden Streckensanierungsmaßnahmen in Angriff genommen (z. B. Erneuerung der Bahnübergänge), große Streckenteilbereiche wurden auf die elektronische Stellwerkstechnik umgestellt (Rationalisierungsgründe) und daraus folgernde Maßnahmen getroffen, wie Weichen- und Gleiserneuerungen, Oberleitungserneuerungen sowie Signalerneuerungen. Darüber hinaus wurden fast alle Bahnhöfe von Altena bis Siegen-Weidenau durch die Modernisierungsoffensive vom Land Nordrhein-Westfalen (MOF) behindertengerecht umgebaut. Im Bahnhof Finnentrop wurde aus diesem Grund im Dezember 2007 das Empfangsgebäude abgerissen. Dort entstand eine neue, bahnsteiggleiche Bahn-Bus-Verknüpfung.

Zukünftig wird jedem modernisierten Bahnhof, nach Durchführung der MOF, der Name der Gemeinde in der er sich befindet, beigefügt (z. B. Littfeld zu Kreuztal-Littfeld). Dies geschieht auch nachträglich mit anderen Bahnhöfen.

Fahrplanangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruhr-Sieg-Strecke wird im Schienenpersonennahverkehr im Stundentakt bedient …

Alle Züge, die nach 20 Uhr ihre Reise antreten, fahren als RB 91 und halten an allen Stationen. Einzige Ausnahme ist der Zug täglich um 20:15 Uhr ab Hagen Hauptbahnhof. Er verkehrt als RE 16, da er von Essen durchgebunden ist. Aber auch er bedient alle Stationen bis Siegen. In Tagesrandzeiten werden einzelne Fahrten der RB 91 mit dem Zuglauf Siegen-Finnentrop von der Hessischen Landesbahn durchgeführt.

Eine besondere Regelung am Wochenende galt im Zeitraum vom Fahrplanwechsel 2007/2008 bis zum Wechsel im Dezember 2013. Die Fahrten der RB 91 entfielen samstags ab 16 beziehungsweise 17 Uhr bis 20 Uhr und sonn- und feiertags ganztägig bis 20 Uhr, stattdessen hielt samstags und sonntags der RE 16 im Zweistundentakt abwechselnd an den Stationen Meggen oder Kirchhundem sowie Littfeld oder Eichen. Durch diese Regelung wurden die vier Stationen samstags häufiger als an allen anderen Tagen bedient.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr seit dem 9. Dezember 2007 von Abellio Rail NRW, die auf beiden Linien zwei- und dreiteilige Elektrotriebwagen der Bauart FLIRT einsetzt. Zuvor bestanden die Züge aus ein oder zwei Elektro-Triebwagen der DB-Baureihen 425/435 und 426 („Ruhr-Sieg-Express“) beziehungsweise Wendezügen aus vier n-Wagen mit Zug-/Schublok der DB-Baureihe 143 („Ruhr-Sieg-Bahn“) der DB Regio NRW.

Vor dem Fahrplanwechsel gab es neben den Linien RE 16 und RB 91 auch die RB 56, welche von Hagen nach Iserlohn fuhr, da der RE 16 und die RB 91 vor 2008 ausschließlich nach Siegen fuhren. Die Züge dieser Linie bestanden meist nur aus einer Lokomotive der Baureihe 143 und einem einzelnen Doppelstocksteuerwagen. Die RB 56 wurde durch die Flügelung der RE 16 und RB 91 ersetzt.

Die Ruhr-Sieg-Strecke wird zusätzlich durch örtlichen Eisenbahngüterverkehr genutzt. Wichtige Gleisanschlüsse bestehen in Kreuztal und Siegen-Weidenau, die beide von der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein betrieben werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Vormberg: Die Ruhr-Sieg-Eisenbahn. In: Alfred Bruns (Red.): Die Eisenbahn im Sauerland. Schmallenberg 1989, ISBN 3-922659-63-2, S. 41 ff.
  • Dieter Tröps, Jürgen Kalitzki: Menschen, Züge, Bahnstationen – Band 1: Eisenbahnen im Sauerland. Die Ruhr-Sieg-Strecke mit den Eisenbahnorten Altenhundem, Grevenbrück, Meggen, Kirchhundem und Finnentrop. Siegen 1995, ISBN 3-923483-20-1.
  • Dieter Tröps, Jürgen Kalitzki: Menschen, Züge, Bahnstationen – Band 2: Eisenbahnen im Siegerland. Die Ruhr-Sieg-Strecke mit den Eisenbahnorten Siegen, Weidenau, Kreuztal, Hilchenbach, Betzdorf, Freudenberg und Olpe im Sauerland. Siegen 1996, ISBN 3-923483-22-8.
  • Dietmar Simon: Der lange Weg zur Ruhr-Sieg-Eisenbahn. Ein Streitfall regionaler Verkehrspolitik im 19. Jahrhundert. In: Der Märker Heft 3, 1996, S. 187 ff.
  • Konrad Fuchs: Die Erschließung des Siegerlandes durch die Eisenbahn (1840–1917). Wiesbaden 1974, ISBN 3-515-01948-0.
  • Bernd Franco Hoffmann: Die Bergisch-Märkische Eisenbahn. Durch die Täler von Wupper, Ruhr und Volme Sutton-Verlag, Erfurt 2015, ISBN 978-3-95400-580-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ruhr-Sieg-Strecke – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnarchiv von André Joost:

weitere Belege:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 2800 auf eisenbahn-tunnelportale.de
  3. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 2880 auf eisenbahn-tunnelportale.de
  4. Siegerländer Heimatkalender von 1969, "Meilensteine aus der Siegerländer Vergangenheit" von Adolf Müller, S.112, Verlag für Heimatliteratur
  5. Mehr Bahn für Metropolen und Regionen: Die größte Kundenoffensive in der Geschichte des DB Fernverkehrs (Memento vom 20. März 2015 im Internet Archive). Presseinformation vom 18. März 2015.
  6. Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, 36. Verbandsversammlung, TOP 8: Planungen der DB Fernverkehr im Korridor Frankfurt – Siegen -Dortmund/Unna – Münster (Zip-Datei)