Bahnstrecke Leiferde–Salzgitter-Bad

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Leiferde (Braunschw)–Salzgitter-Bad
Streckenverlauf
Streckennummer (DB):1920
Kursbuchstrecke (DB):352 (Braunschweig–SZ-Lebenstedt)
358 (Braunschweig–Herzberg (Harz))
Streckenlänge:20,3 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:120 km/h
Zweigleisigkeit:Leiferde–Salzgitter-Drütte (ehemals vollständig)
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von Braunschweig Hbf
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6,0 Leiferde (Braunschw) (SPNV geplant bis 2030)[1]
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nach Bad Harzburg
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8,9 Salzgitter-Thiede (ehem. Thiede Ost)
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Groß Gleidingen–Wolfenbüttel
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von Wolfenbüttel (1941 bis 1959)
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12,7 Salzgitter-Drütte (seit 1944[2])
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nach Derneburg
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von Braunschweig Nord
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Barum
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nach Lichtenberg
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17,1 Salzgitter-Barum (SPNV nach 1985 eingestellt[3], zuletzt Anst)
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Salzgitter-Beinum (SPNV nach 1954 eingestellt[4])
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von Beddingen (VPS)
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von Börßum
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26,3 Salzgitter-Bad
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nach Kreiensen

Die Bahnstrecke Leiferde–Salzgitter-Bad ist eine 20,3 Kilometer lange, nicht-elektrifizierte Hauptbahn in Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Strecke von Braunschweig nach Barum war die Bahnstrecke Braunschweig Nord–Lichtenberg. Sie wurde im 19. Jahrhundert als Teil einer ländlichen Erschließungsbahn von Braunschweig nach Derneburg durch die private Braunschweigische Landes-Eisenbahn-Gesellschaft errichtet. Sie war jedoch wesentlich kurvenreicher und somit schlechter trassiert.

Um die Reichswerke Hermann Göring, die später in der Salzgitter AG aufgingen, erschließen zu können, verstaatlichte die damalige Reichsregierung 1938 die BLE. Ab 1938 fuhren die Personenzüge in den damaligen Hauptbahnhof Braunschweig.

Es wurde eine neue, gradlinige Verbindung von Leiferde (Braunschw) an der Bahnstrecke Braunschweig–Bad Harzburg nach Immendorf (heute Salzgitter-Drütte), sowie eine Verbindung zur ursprünglichen Strecke nach Barum geschaffen. Nördlich von Drütte ersetzte die neue Strecke im Durchgangsverkehr nach Braunschweig die ehemalige BLE-Strecke. Auch die Bahnstrecke Groß Gleidingen–Wolfenbüttel wurde nördlich von Fümmelse neu trassiert. Bald darauf unterbrach der Krieg den weiteren Ausbau. Später wurde von Drütte aus eine neue Trasse über Salzgitter-Lebenstedt nach Salzgitter-Lichtenberg gebaut, die dort an die ursprüngliche BLE-Strecke nach Derneburg anschloss und mit dieser als Strecke 1923 Salzgitter-Drütte–Derneburg geführt wird.

Der letzte Streckenbau erfolgte 1956 mit der Verlängerung der Strecke Leiferde–Salzgitter-Drütte bis Salzgitter-Bad.[5] Damit konnten Züge von Kreiensen fortan den Umweg über Börßum sparen. Die Bahnstrecke stellte in der Region Braunschweig im späten 20. Jahrhundert bis zum Bau der Weddeler Schleife eine der jüngsten großen Bahn-Neubauprojekte dar.

Bereits 1959 wurde der Wolfenbütteler Ast aufgegeben, von Wolfenbüttler Seite existierte ein Teil der Strecke noch als Werksanschluss der Landmaschinenfabrik Welger.

Die ursprünglich vollständig zweigleisige Strecke wurde von Salzgitter-Drütte bis Salzgitter-Bad auf ein Gleis zurückgebaut.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke liegt vollständig im Gebiet des Verbundtarifs Region Braunschweig. Im Rahmen der europaweiten Ausschreibung des Dieselnetzes Niedersachsen Südost (DINSO) erhielt die DB Regio den Zuschlag für das Los 1, welche alle auf der Bahnstrecke fahrenden SPNV-Linien umfasst.

Die Bahnstrecke wird im Stundentakt von der RB 46 (Braunschweig Hbf – Herzberg (Harz)) bedient. Seit Dezember 2005 setzt DB Regio hier Fahrzeuge der Baureihe 648 ein. Einziger Halt dieser Linie entlang der Strecke ist der Bahnhof Salzgitter-Bad.

Zwischen Braunschweig-Leiferde und Salzgitter-Thiede verkehren die RB 44/48 (Braunschweig Hbf − Salzgitter-Lebenstedt) jeweils im Stundentakt. Sie sind zeitlich um etwa 30 Minuten versetzt, so dass sich zwischen Braunschweig und SZ-Lebenstedt ein unechter Halbstundentakt ergibt. Ein echter Halbstundentakt mit Halt an allen Stationen ist derzeit nicht möglich, da sich Züge im Abschnitt Drütte–Lebenstedt nicht kreuzen können und die Fahrzeit mit Wende in Lebenstedt sonst zu lang ist, um diesen Abschnitt pünktlich für den nächsten Zug wieder freizugeben.[6]

Bis Dezember 2014 wurde die RB 44 im Zweistundentakt mit einzelnen Verstärkerzügen zur Hauptverkehrszeit betrieben. Seit Dezember 2014 verkehrt DB Regio mit modernisierten LINT-41-Triebzügen für 15 Jahre weiter, vorher verkehrten hier Triebwagen der Baureihe 628. Mit der Betriebsaufnahme wurden im Rahmen des „Regionalbahnkonzeptes 2014+“ einige Verbesserungen im Fahrplan umgesetzt. So verkehrt die Linie RB 44 unter der Woche stündlich und die Betriebszeiten wurden verlängert.[7] Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 erfolgte eine weitere Verdichtung des Angebots von Montag bis Freitag durch die zusätzlich verkehrende Linie RB 48. Seitdem kommen auch redesignte LINT-27-Triebwagen zum Einsatz.[8] Am Wochenende verkehren Züge des Typs LINT 41.

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Station Leiferde soll unter dem Namen Braunschweig-Leiferde wieder für den Halt von Personenzügen ausgebaut werden. Dies wurde am 28. März 2019 zwischen Land Niedersachsen, RGB (Nachfolger des ZGB) und DB vereinbart. Der RGB fordert im Rahmen der Realisierung der Station in Leiferde eine zusätzliche Blockteilung zwischen Leiferde und Drütte, um zusätzliche Kapazitäten für einen geplanten Halbstundentakt bis Salzgitter-Bad zu schaffen. In diesem Zusammenhang soll die RB 48 zum Bahnhof Goslar über Salzgitter-Bad geführt werden. Hierzu soll die Ringelheimer Kurve zur Bahnstrecke Hildesheim–Goslar gebaut werden.[9]

Zwischen Salzgitter-Drütte und Salzgitter-Bad soll die Einrichtung einer neuen Station mit Verknüpfung zum Busnetz geprüft werden.[6][10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Fiegenbaum, Wolfgang Klee: Abschied von der Schiene. Stillgelegte Bahnstrecken im Personenzugverkehr Deutschlands 1980–1985. Motorbuch, Stuttgart 1988, ISBN 3-613-01191-3, S. 39 ff.
  • Christopher Wulfgramm: Die Braunschweigische Landes-Eisenbahn. EK-Verlag, Freiburg 2017, ISBN 978-3-8446-6409-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Leiferde–Salzgitter-Bad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regionalverband Großraum Braunschweig: Stationsoffensive im Großraum Braunschweig. 2020, abgerufen am 15. März 2022.
  2. Drehscheibe Online
  3. Streckenkarte der Deutschen Bundesbahn - Offiziellen Jubliäumsband der Deutschen Bundesbahn 150 Jahre Deutsche Eisenbahnen 1985. Abgerufen am 17. März 2022.
  4. Eisenbahnen in der Bundesrepublik Deutschland 1:750.000 (1954). Abgerufen am 17. März 2022.
  5. Wolfgang Klee: Der neue Weg nach Süden. Eröffnung der Strecke Salzgitter-Drütte – Salzgitter Bad im Herbst 1956. In: Eisenbahn Geschichte 103 (6/2020), S. 22f.
  6. a b Regionalverband Großraum Braunschweig, Ausschuss für Regionalverkehr, TOP 2: Nahverkehrsplan für den Großraum Braunschweig - Entwurf, 24. April 2019, S. 139, 145, 431
  7. Pressemitteilung der LNVG zur Vertragsunterzeichnung für das DINSO-Netz (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lnvg.de
  8. Regionalverband Braunschweig: Deutsche Bahn verbindet im Auftrag des Regionalverbandes Salzgitter und Braunschweig im 30-Minuten-Takt (Meldung vom 11. Dezember 2017), abgerufen am 26. Februar 2018
  9. Regionalverband Großraum Braunschweig: Verkehrsausschuss bringt in seiner letzten Sitzung der Legislaturperiode wichtige Beschlüsse auf den Weg. Mehr als 14 Millionen Euro sollen in Planungen und Bau von ÖPNV-Projekten investiert werden. 8. September 2021, abgerufen am 9. September 2021.
  10. Reaktivierung von Stationen. Abgerufen am 30. März 2019.