Salzgitter AG

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Salzgitter AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006202005
Gründung 1998
Sitz Salzgitter, Niedersachsen
Leitung
Mitarbeiterzahl

25.074[1]

Umsatz 8,990 Mrd. Euro[1]
Branche Stahlindustrie
Website www.salzgitter-ag.de
Stand: 31. Dezember 2017

Das Kraftwerk der Salzgitter AG in Salzgitter
Hochofen B bei Nacht

Die Salzgitter AG ist ein börsennotierter deutscher Stahlkonzern mit Sitz in Salzgitter. Die Salzgitter-Gruppe besteht aus mehr als 100 einzelnen Unternehmen, darunter die Salzgitter Flachstahl-, die Ilsenburger Grobblech-, die Peiner Träger GmbH sowie die Mannesmannröhren-Werke. Im Jahr 2016 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 7,9 Milliarden Euro. Die Salzgitter-Gruppe beschäftigt weltweit über 25.000 Mitarbeiter, sie ist in den Bereichen Flach- und Profilstahl der fünftgrößte europäische Hersteller und nimmt eine weltweite Spitzenposition im Röhrenbereich ein.

Die Firmierung Salzgitter AG steht für zwei unterschiedliche Unternehmen:

  • Erstens für die 1962 aus der vormaligen Reichswerke AG für Berg- und Hüttenbetriebe hervorgegangene Salzgitter AG, die 1989 von der Preussag AG übernommen wurde.
  • Zweitens für die 1998 neu gegründete Salzgitter AG, die aus der Ausgliederung des Stahlbereichs der Preussag AG (Preussag Stahl AG) entstand.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Salzgitter AG führt ihre Geschichte auf die Ilseder Hütte in Groß Ilsede bei Peine zurück. Die am 6. September 1858 gegründete AG ist eine der ältesten deutschen Aktiengesellschaften. Die Stahlaktivitäten am namensgebenden Standort Salzgitter entstanden erstmals während der nationalsozialistischen Diktatur durch die Reichswerke AG „Hermann Göring“. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der deutsche Teil der Reichswerke in der staatlichen Salzgitter AG auf. Da die ursprünglichen Werksanlagen in Salzgitter nach Kriegsende von den Alliierten fast vollständig demontiert und abtransportiert worden waren, begann in den 1950er Jahren ein Neuaufbau. Der Salzgitter-Konzern umfasste später neben der Stahlproduktion noch weitere Aktivitäten, vor allem in den Bereichen Bergbau, Schiffbau, Anlagenbau und Baustoffe.

In der Nachkriegszeit wurde der zentrale Standort der Salzgitter AG, die Stadt Salzgitter, zu einem „Paradies für Sozialdemokraten“.[2] In der noch jungen Bundesrepublik befanden sich dort neben der Salzgitter AG Firmen wie VW, Büssing, Bosch und der Bahnhersteller Linke-Hofmann-Busch.[2] 1962 beschäftigte der staatliche Salzgitter-Konzern 81.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 2,3 Milliarden DM.

Am 19. September 1966 veröffentlichte die Wochenzeitung Der Spiegel einen Hinweis, dass Georg Leibbrandt, einstiger Teilnehmer an der Wannsee-Konferenz, Leiter des Bonner Büros der bundeseigenen Salzgitter AG sei.[3]

1970 wurde der Stahlbereich der staatlichen Salzgitter AG in die Ilseder Hütte eingebracht, die daraufhin in Stahlwerke Peine-Salzgitter AG mit Sitz in Peine umfirmierte; Mehrheitsaktionär war nun die Salzgitter AG.[4] 1995 wurde der Standort Groß Ilsede aufgegeben.

Zum 1. Oktober 1989 wurde die bis dahin bundeseigene Salzgitter AG, die neben der Stahlproduktion noch weitere Aktivitäten umfasste, an die Preussag AG verkauft. Mit dem Privatisierungs-Erlös der Salzgitter AG in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro gründete die Bundesregierung die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU Stiftung). Diese gehört zu den größten Stiftungen in Europa. Die Erträge aus dem Stiftungsvermögen von jährlich etwa 50 Millionen Euro stehen für Förderaufgaben zur Verfügung.

Der Stahlbereich wurde in Preussag Stahl AG umbenannt, andere Salzgitter-Unternehmen wurden in den Folgejahren von der Preussag verkauft. Bis 1998 war die Preussag Stahl Teil der Preussag. Im Frühjahr 1998 wurde der Konzern von der Niedersächsischen Landesregierung und der Norddeutschen Landesbank (NORD/LB) übergangsweise übernommen und am 2. Juni 1998 wurden 60,2 % der Aktien des in Salzgitter AG umbenannten Stahlunternehmens an die Börse gebracht. Zuvor waren nur 0,232 % der Aktien im öffentlichen Handel befindlich.

Im Frühjahr 1999 verhandelte die Salzgitter AG mit der luxemburgischen Arbed-Gruppe über einen Zusammenschluss.[5] Die Salzgitter AG beteiligte sich 1999/2000 am Entschädigungsfonds für ehemalige NS-Zwangsarbeiter.

Nachdem Mannesmann im Jahr 2000 von Vodafone übernommen worden war, erwarb die Salzgitter-Gruppe die Mannesmannröhren-Werke, einen weltweit führenden Anbieter von nahtlosen und geschweißten Stahlrohren, für den symbolischen Preis von einem Euro.

Im Juni 2006 wurde das zum Arcelor-Konzern gehörige Stahlservice-Center Flachform Stahl GmbH, Schwerte durch das Salzgitter-Unternehmen Stahl-Service-Center (SSC) Hövelmann & Lueg GmbH (jetzt Salzgitter Mannesmann Stahlservice GmbH[6]) übernommen. Mit diesem Schritt wurden die Stahlhandelsaktivitäten der Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, dem weltweit agierenden Vertriebsnetz des Salzgitter-Konzerns im Inland ausgebaut. Am 8. August 2006 wurde die Minderheitsbeteiligung an dem französischen Rohrhersteller Vallourec über die Börse verkauft und dabei ein Gewinn von mehr als 900 Mio. Euro erzielt.

Mit der am 8. März 2007 angekündigten Übernahme eines 78-Prozent-Anteils an den Klöckner-Werken beabsichtigte der Konzern, seine Abhängigkeit von der stark zyklischen Stahlbranche zu reduzieren und sich durch eine Ergänzung mit neuen Aktivitäten noch breiter aufzustellen.[7]

Am 22. Dezember 2008 stieg die Salzgitter AG in den DAX auf[8] und kehrte am 21. Juni 2010 in den MDAX zurück.[9]

Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG ist seit dem 1. Februar 2011 Heinz Jörg Fuhrmann.[10]

Im Rahmen der Strategie 2021 investiert die Salzgitter AG einen dreistelligen Millionenbetrag in die Ilsenburger Grobblech GmbH für eine neue Wärmebehandlungslinie sowie in die Salzgitter Flachstahl GmbH für eine neue Feuerverzinkungsanlage. Die 2017 verkündigten Investitionen sollen mit Fertigstellung der Anlagen bis 2020 abgeschlossen werden.[11][12]

2017 erzielte die Salzgitter AG einen Gewinn vor Steuern von rund 238 Millionen Euro.[13]

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Land Niedersachsen: 26,5 %[14]
  • Universal-Investment-Gesellschaft mbH: 3,1 %
  • BlackRock Inc: 1,64 %
  • Streubesitz: 58,76 %
  • eigene Aktien: 10,0 %

Beteiligungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Dezember 2017[15][16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Salzgitter AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Salzgitter-Konzern in Zahlen zum 31. Dezember 2017, abgerufen am 5. Juni 2018
  2. a b Vorwärts, Genossen, zurück. In: Der Spiegel. Nr. 43, 2007, S. 24 (online22. Oktober 2007).
  3. Hacke empfohlen. In: Der Spiegel. Nr. 39, 1966, S. 62 (online19. September 1966).
  4. Salzgitter AG: Von der Ilseder Hütte zur Salzgitter AG – Modernisierung, Wachstum und Kooperation
  5. Manager-Magazin vom 12. Februar 1999. Online verfügbar: MM-Archiv
  6. Salzgitter AG: Konzernbericht 2013, Abschnitt Strategische Ausrichtung nach Geschäftsbereichen
  7. Salzgitter übernimmt 78 % der Klöckner-Werke Aktien und erhöht Beteiligung auf 83 % 5. Juli 2007
  8. Handelsblatt vom 3. Dezember 2008. Archiv (abgerufen am 4. Dezember 2008)
  9. Wirtschaftswoche vom 21. Juni 2010. WiWo.de
  10. Handelsblatt: Salzgitter wechselt Chef früher aus (abgerufen am 5. Januar 2017),
  11. Großinvestition: Salzgitter AG investiert 150 Millionen in Grobblech - Braunschweiger Zeitung, abgerufen am 5. Juni 2018
  12. Großinvestition: Bau dritter Feuerverzinkungsanlage - Pressemeldung Salzgitter AG, abgerufen am 5. Juni 2018
  13. FAZ.net 16. März 2018
  14. Aktionärsstruktur laut Ariva.de, abgerufen am 15. Juli 2015
  15. Konzernstruktur. Salzgitter AG, abgerufen am 27. April 2018.
  16. Geschäftsbericht 2017. Salzgitter AG, abgerufen am 27. April 2018.

Koordinaten: 52° 9′ 39,5″ N, 10° 25′ 52,5″ O