Bahnstrecke Hildesheim–Goslar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hildesheim–Goslar
Streckennummer (DB):1773
Kursbuchstrecke (DB):320
Streckenlänge:53,4 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Strecke von Hannover und Nordstemmen
Bahnhof, Station
40,63 Hildesheim Hbf
   
Strecke nach Lehrte
   
Strecke nach Braunschweig
Haltepunkt, Haltestelle
43,17 Hildesheim Ost
Brücke über Wasserlauf (klein)
Innerste
BSicon exSTR+l.svgBSicon eABZgr.svgBSicon .svg
BSicon exBHF-L.svgBSicon eBHF-R.svgBSicon .svg
47,42 Marienburg (Han) (Kleinbahn bzw. Staatsbahn)
BSicon exSTRr.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
ehem. Kleinbahn nach Hildesia
Bahnhof, Station
50,73 Groß Düngen
   
Lammetalbahn nach Bad Gandersheim
   
54,50 Hockeln
BSicon STR+l.svgBSicon ABZgr.svgBSicon .svg
BSicon BHF-L.svgBSicon BHF-R.svgBSicon .svg
59,31 Derneburg (Han)
BSicon STRr.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Nettetalbahn nach Bornum
   
ehem. Strecke nach Braunschweig
Straßenbrücke
A 7
Straßenbrücke
A 39
Brücke über Wasserlauf (klein)
Innerste
Haltepunkt, Haltestelle
65,55 Baddeckenstedt (ehem. Bf)
Bahnübergang
B 6
   
69,53 Klein Elbe (Bk)
Straßenbrücke
B 6
Bahnübergang
ehem. B 6
BSicon .svgBSicon KRZo.svgBSicon STR+r.svg
Braunschweigische Südbahn von Kreiensen
BSicon .svgBSicon BRÜCKE1.svgBSicon BRÜCKE1.svg
ehem. B 6
BSicon .svgBSicon BHF-L.svgBSicon BHF-R.svg
75,28 Salzgitter-Ringelheim
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon STRl.svg
Braunschweigische Südbahn nach Börßum
Straßenbrücke
B 6, B 248
   
80,72 Othfresen
   
85,42 Dörnten
BSicon .svgBSicon eABZgl.svgBSicon exABZq+l.svg
ehem. Strecke von/nach Vienenburg
BSicon .svgBSicon eBHF-L.svgBSicon exBHF-R.svg
89,31 Grauhof Pbf (ehem. Keilbahnhof)
BSicon .svgBSicon eKRZxr+xl.svgBSicon exSTRr.svg
ehem. Strecke nach Langelsheim
Brücke (mittel)
B 6
   
Nordharzstrecke von Neuekrug-Hahausen
Bahnhof, Station
94,06 Goslar (Bahnhof)
Strecke – geradeaus
Strecke nach Oker

Die Bahnstrecke Hildesheim–Goslar ist eine 53 Kilometer lange, zweigleisige und nicht elektrifizierte Hauptbahn im nördlichen Harzvorland. Sie dient überwiegend der Verbindung der Tourismusregion im Nordharz (Goslar, Bad Harzburg und Wernigerode) mit Hildesheim und Hannover. Auf ihr verkehrt der Erixx, der Bad Harzburg über Goslar mit dem Hannoveraner Hauptbahnhof verbindet. Der wichtigste Zwischenhalt und Knotenpunkt der Strecke ist der Bahnhof Salzgitter-Ringelheim.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof Hildesheim

Die Strecke verläuft von Hildesheim aus in meist südöstlicher Richtung. Die gelegentliche Bezeichnung „Innerstebahn“ führt zur Verwechselung mit der flussaufwärts liegenden Innerstetalbahn und wird nicht offiziell verwendet. In Groß Düngen zweigt die Lammetalbahn ab, in Derneburg war sie mit der ehemaligen Strecke BraunschweigSeesen der Braunschweiger Landeseisenbahn (siehe Bahnstrecke Derneburg–Seesen und Bahnstrecke Braunschweig–Derneburg) verknüpft. Sie verläuft weiter über Baddeckenstedt und quert im Bahnhof Salzgitter-Ringelheim die Bahnstrecke Braunschweig–Kreiensen. Etwa ab Othfresen verlässt sie die Innerste und steigt über den ehemaligen Bahnknoten Grauhof nach Goslar an.

Durchweg parallel zur Strecke verlaufen die Bundesstraße 6 sowie die Innerste. Mit der Bezeichnung Innerstetalbahn ist jedoch die Oberharzbahn gemeint.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erneuerte Bahnsteig Richtung Goslar im Bahnhof Salzgitter-Ringelheim

Schon bevor 1867 die Grenzen zwischen den Ländern Hannover, Braunschweig und Preußen fielen, suchte die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn (MHE) eine Verbindung von Halberstadt nach Westen. Erstes Ziel war, über Vienenburg einen Anschluss in Richtung Kreiensen zu erhalten. Die Bahnstrecke Halberstadt–Vienenburg war 1869 benutzbar. Von dort aus wurde 1875 bis 1877 über Grauhof und Langelsheim sowohl nach Neuekrug-Hahausen (an der Bahnstrecke Braunschweig–Kreiensen) als auch die Innerstetalbahn nach Clausthal gebaut.

Ungefähr gleichzeitig suchte die Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Gesellschaft (HAE) einen Anschluss nach Osten, der die Städte Hannover und Braunschweig umging. Sie baute bis 1875 die Weserbahn von Löhne über Hameln nach Elze, von dort bestand bereits über die Hannöversche Südbahn und die Bahnstrecke Lehrte–Nordstemmen Anschluss nach Hildesheim. Sie schloss einen Vertrag mit der MHE, eine Strecke von Hildesheim nach Grauhof zu bauen und dort anzuschließen. Die HAE geriet jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so dass das Projekt von der MHE übernommen werden musste.

Am 19. Mai 1875 wurde der Güterverkehr von Hildesheim über Grauhof nach Vienenburg aufgenommen, am 30. Juni der Personenverkehr. Am 1. Mai 1883 konnte die Braunschweigische Eisenbahn, die Nachfolgerin der privatisierten Braunschweigischen Staatseisenbahn, die Verlängerung nach Goslar in Betrieb nehmen. Gleichzeitig wurde die Lücke zwischen Goslar und Langelsheim geschlossen.

Die Strecke wurde bald Teil einer Fernverbindung aus den Niederlanden und dem nördlichen Westfalen über Löhne, Hildesheim und Halberstadt nach Halle und Leipzig, zum Teil auch weiter nach Polen und in das heutige Tschechien. Der Güterverkehr nahm die Direktverbindung von Grauhof nach Vienenburg, der etwas schwächere Personenverkehr lief über Goslar dorthin, ab 1912 auch weiter über Bad Harzburg und Wernigerode. Hinzu kamen die langsam zunehmenden Züge für Urlauber aus Hamburg und Bremen über Hannover nach Goslar, die zum Teil auch Kurswagen über Halberstadt nach Berlin führten.

Mit der deutschen Teilung entfiel der Durchgangsverkehr. 1956 wurde die Verbindung von Grauhof nach Vienenburg aufgegeben. Die Nordanbindung des Harzes mit D-Zügen und später Interregios nach Hannover und Hamburg blieb jedoch zunächst erhalten.

Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionalzug von Hannover nach Bad Harzburg über Goslar

Seit 1996 besteht mit der neutrassierten Bahnstrecke Heudeber-Danstedt–Vienenburg wieder Anschluss nach Halberstadt und Halle (Saale). Diese Strecke wurde seit der Neutrassierung mit einer Regionalexpress-Linie von Hannover über Goslar und Halberstadt nach Halle (Saale) bedient.

Zur Expo 2000 wurde die Strecke zwischen Goslar und Hildesheim für Neigetechnik ausgebaut, seitdem verkehrten auf dieser Verbindung Dieseltriebwagen der Baureihe 612. Daneben gibt es weitere Nahverkehrszüge von Bad Harzburg nach Hannover, die bis auf den Bahnhof Groß Düngen alle Stationen bedienen, der Bahnhof Groß Düngen wird nur noch von den Zügen der Lammetalbahn und von einigen Zügen morgens in Richtung Hildesheim angefahren. Reisende nach Hildesheim können daher den Regionalexpress aus Goslar nutzen.

Der Interregioverkehr wurde nach der Expo eingestellt, seitdem verkehren auf dieser Verbindung nur noch Regionalzüge. Beide Linien verkehren zwischen Hannover und Bad Harzburg im Zweistundentakt. Durch den Neigetechnikeinsatz und eine unterschiedliche Zahl an Zwischenhalten ergibt sich kein deckungsgleicher Stundentakt.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 verkehrt der Regionalexpress von Halle nur noch bis Goslar. Die LNVG begründet diesen Schritt mit einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit der Linie durch ein einheitliches Fahrzeugkonzept ohne Neigetechniktriebzüge. Im Gegenzug wird ein stündlicher Regionalexpress von Bad Harzburg nach Hannover eingerichtet, der in Goslar gute Anschlüsse nach Halle hat.[2] Im Rahmen der europaweiten Ausschreibung des Dieselnetz Niedersachsen Südost (DINSO) konnte sich die OHE-Tochter erixx den Betrieb der Regionalexpress-Linie sichern. Das Unternehmen betreibt seit Dezember 2014 die Linie für 15 Jahre mit Dieseltriebzügen vom Typ LINT 54 aus dem Fahrzeugpool der LNVG.[3]

Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regionalverband Großraum Braunschweig prüft im Rahmen des Nordharzkonzept, die Verlegung der Linie RB 43 Goslar – Braunschweig über Salzgitter-Bad. Heute fährt die Linie über Vienenburg. Dabei wird auch eine Variante einer neu zu errichtenden Ringelheimer Kurve geprüft. Am Bahnhof Ringelheim wird außerdem eine Verlängerung der Personenunterführung geprüft, damit die durch die Reisendenübergänge bedingten niedrigen Einfahrgeschwindigkeiten entfallen können. Des Weiteren wird gefordert, zwischen Salzgitter-Ringelheim und Groß Düngen den Haltepunkt Baddeckenstedt oder Derneburg in einen Bahnhof umzuwandeln, damit hier Züge bei außergewöhnlichen Betriebslagen wenden können.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Högemann: Eisenbahnen im Harz (I). Band 1: Die Staatsbahnstrecken. Verlag Kenning, Nordhorn 1995, ISBN 3-927587-43-5, S. 12 f., 22 ff.
  • Michael Bahls: Die Hannover-Altenbekener Eisenbahn. Verlag Kenning, Nordhorn 2006, ISBN 3-927587-77-X.
  • Jutta Finke: Hildesheim und die hannoversche Harzbahn. Planung und Bau der Bahnstrecke Hildesheim–Vienenburg. In: Hildesheimer Heimat-Kalender 1997. Verlag Gebrüder Gerstenberg, Hildesheim 1997, S. 131–139.
  • Jutta Finke: Der Marienburger Bahnhof und die Kleinbahn Marienburg–Diekholzen. In: Hildesheimer Heimat-Kalender 1998. Verlag Gebrüder Gerstenberg, Hildesheim 1998, S. 106–110.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. LNVG, SPNV-Konzept 2013+, S. 124–125
  3. Pressemitteilung der LNVG zur Vergabe des DINSO-Netzes an erixx (PDF)
  4. Regionalverband Großraum Braunschweig, Ausschuss für Regionalverkehr, TOP 2: Nahverkehrsplan für den Großraum Braunschweig - Entwurf (PDF), 24. April 2019, S. 143, 149, 151