Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz

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Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz
Strecke der Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz
Streckennummer: 6379; sä. PG
Kursbuchstrecke (DB): 501.2 (2002)
Streckenlänge: 8,716 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz ~
Maximale Neigung:
Minimaler Radius: 300 m
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von Leipzig-Leutzsch
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von Leipzig-Connewitz
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(0,000) Leipzig-Plagwitz Industriebf
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-0,150 Leipzig-Plagwitz
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(Verbindungsgleise)
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nach Lindenau Ldst
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nach Leipzig-Miltitzer Allee
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nach Pörsten
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(neue Verbindungsbahn von 1907)
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1,100 Leipzig-Schwartzestraße
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1,252 (Streckenbeginn im Bf Leipzig-Plagwitz seit 2011)
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nach Probstzella
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2,080 Leipzig-Kleinzschocher
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Dieskaustraße
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Weiße Elster
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Elsterhochflutbett
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Elsterfloßgraben
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5,585 Markkleeberg West
(ehem. Personenbf, früher Gautzsch)
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6,180 Markkleeberg Mitte
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6,160 Straßenbahnlinie 9
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8,600 Markkleeberg-Großstädteln
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von Leipzig Bayer Bf
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9,968 Markkleeberg-Gaschwitz
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nach Hof

Die Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz, auch Waldbahn genannt, ist eine elektrifizierte Hauptbahn in Sachsen, die zum Leipziger Güterring gezählt wird. Sie verläuft vom Bahnhof Leipzig-Plagwitz über Leipzig-Kleinzschocher zum Bahnhof Markkleeberg-Gaschwitz. Die Strecke dient heute vorwiegend dem Umleitungsverkehr bei Trassenengpässen auf den zweigleisigen Güterstrecken in Leipzig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Markkleeberg-Gaschwitz

Die 1879 eröffnete Strecke war ursprünglich die erste als Sekundärbahn errichtete Bahnstrecke in Sachsen. Mit ihr sollten vor allem die seinerzeit noch selbstständigen Orte Plagwitz und Lindenau am westlichen Stadtrand von Leipzig unter Umgehung preußischer Abschnitte an das Netz der Sächsischen Staatsbahn angeschlossen werden.

Im Jahr 1907 wurde die Strecke zur Hauptbahn umgebaut und in den preußischen Bahnhof Plagwitz-Lindenau Pr. Stb. (heute: Leipzig-Plagwitz) neu eingebunden. Die alte direkte Trasse zum sächsischen Bahnhof Plagwitz-Lindenau Sächs. Stb. (heute: Leipzig-Plagwitz Industriebf) wurde später ganz aufgegeben. Am 25. Mai 1963 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen.

Ab 1969 war die Strecke Teil der ersten Leipziger S-Bahn-Linie A, ab 1984 der Linie C. Wegen Überlastung des Bahnhofes Gaschwitz endeten etwa die Hälfte der Züge in den ersten Jahren des S-Bahn-Betriebes in Markkleeberg West. Weil die Umsteigebeziehungen dort sehr ungünstig waren (der Fußweg vom Bahnhof Markkleeberg West zum Haltepunkt Markkleeberg an der Strecke Leipzig–Hof ist 1,2 km lang), wurde in den frühen 1970er Jahren der Haltepunkt Markkleeberg Mitte an der Rathausstraße neu angelegt. Ein zusätzliches Stumpfgleis, das vom Bahnhof Markkleeberg West ausging, ermöglichte es, die endenden Züge ebenfalls bis dorthin zu führen. Mit dem Rückgang der Bergbauaktivitäten im Süden von Leipzig zu Beginn der 1990er Jahre wurde es möglich, alle Züge bis Gaschwitz verkehren zu lassen. Das Stumpfgleis wurde daraufhin wieder außer Betrieb genommen.

Die politische Entwicklung in den 1990er Jahren ließ die Fahrgastzahlen auf dieser Strecke stark zurückgehen. Markkleeberg wehrte sich erfolgreich gegen eine Eingemeindung nach Leipzig, dadurch wurden Fahrten über diese Stadt von Plagwitz oder Grünau nach Connewitz oder Stötteritz teurer als über den längeren Weg über Leipzig Hauptbahnhof. Zusätzlich orientierte man die Anschlüsse in Plagwitz auf Verbindungen von und nach Leipzig-Grünau. Die Übergangszeit von der Linie S1 zur S3 in Plagwitz lag bei unzumutbaren 19 Minuten. Nachdem diese Linie Ende der 1990er Jahre auf einen Pendelverkehr Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz verkürzt worden war und zuletzt nur mit einzelnen Dieseltriebwagen befahren wurde, erfolgte zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 die Einstellung des planmäßigen Personenverkehrs, obwohl noch die Einrichtung eines zusätzlichen Haltepunktes am Cospudener See vorgesehen war. Lokaler Güterverkehr wird seit dem 31. Dezember 2004 nicht mehr bedient.

Haltepunkt Markkleeberg Mitte (Mai 2009)

Nach der Einstellung des planmäßigen Personenverkehrs gab es Gedankenspiele über die Stilllegung der Bahnstrecke, welche von der Stadt Markkleeberg sogar aktiv gefordert wurde. Bedingt durch häufige Engpässe am Eisenbahnknoten Leipzig scheint inzwischen nicht nur der Erhalt gesichert zu sein, von Seiten der Deutschen Bahn wird sogar eine Umrüstung auf ein Elektronisches Stellwerk diskutiert. Gegen eine Reaktivierung für den Güterverkehr hat sich eine Bürgerinitiative gebildet.[1]

Nach Einstellung des regelmäßigen SPNV wurde die Strecke bei Bauarbeiten im Leipziger Raum, z. B. im Zusammenhang mit den netzergänzenden Maßnahmen des Projekts City-Tunnel Leipzig, auch als gelegentliche Umleitungsstrecke für Regionalzüge verwendet. Vom 25. November 2012 bis zum 14. Dezember 2013 war sie die einzige Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof Leipzig und den südlich liegenden Zielen, da der östliche Eisenbahnring zwischen den Bahnhöfen Leipzig-Stötteritz und Gaschwitz im Zuge der Strecke Leipzig–Hof baubedingt komplett gesperrt wurde. Daher wurde der gesamte Zugverkehr zwischen Leipzig und Markkleeberg-Gaschwitz über die Strecke Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz umgeleitet (sofern nicht im Schienenersatzverkehr erbracht).

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die eingleisige Strecke zweigt im Bahnhof Leipzig-Plagwitz von der Bahnstrecke Leipzig–Gera ab. Vor dem Umbau des Bahnhofes lag die Trennung am Stellwerk W5 nördlich der Schwartzestraße, seitdem auf Höhe des ehemals preußischem Bahnbetriebswerkes Leipzig-Plagwitz, heute Eisenbahnmuseum Bayerischer Bahnhof zu Leipzig. Der Bahnhof Leipzig-Plagwitz erstreckte sich bis zur Dieskaustraße. Hier stand das Stellwerk B7, das die Einfahrten in die Güterzugeinfahrgleise vor dem Ablaufberg auf Höhe der Schwartzestraße sicherte. Auf Höhe der inzwischen ausgebauten Einfahrweiche liegt der seit 2002 ungenutzte Bahnsteig Leipzig-Kleinzschocher. Die Strecke führt über den Leipziger Stadtteil Kleinzschocher, den südlichen Auenwald und die Lauer sowie durch die Stadt Markkleeberg mit dem Bahnhof Markkleeberg West, der die einzige Kreuzungsmöglichkeit bietet, bis zum Bahnhof Markkleeberg-Gaschwitz, wo sie auf die Bahnstrecke Leipzig–Hof trifft, zu deren Trasse sie ab dem Haltepunkt Markkleeberg Mitte parallel verläuft. Da ihre Streckenführung größtenteils durch den Auwald der Weißen Elster führt, wird sie im Volksmund auch als Waldbahn bezeichnet. Für Umleitungen wird der Haltepunkt Markkleeberg Mitte betriebsfähig gehalten.

Am Bahnübergang Rathausstraße in Markkleeberg (Posten 1) existierte bis zum 4. Dezember 2015 die letzte in Leipzig in Betrieb befindliche Kreuzung von Straßen- und Eisenbahn. Beide Strecken sind elektrifiziert, die Fahrleitung war im Kreuzungsbereich umschaltbar, jedoch wurde sie in den letzten Jahren ständig mit der Straßenbahngleichspannung gespeist. Für die Fernbahn bestanden deshalb auf beiden Seiten Systemtrennstellen, der Überwegbereich wurde mit ausgeschaltetem Hauptschalter, jedoch aufgebügelt befahren. Die Straßenbahnstrecke nach Markkleeberg West wurde bis zum 27. November 2015 von der Linie 9 befahren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stopp Waldbahn. Abgerufen am 25. Juli 2012.