Bahnstrecke Offenbach-Bieber–Dietzenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Offenbach-Bieber–Dietzenbach
Empfangsgebäude des Bahnhofs Dietzenbach
Empfangsgebäude des Bahnhofs Dietzenbach
Streckennummer (DB): 3662
Kursbuchstrecke (DB): 645.2
Streckenlänge: 9,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: <15 
Minimaler Radius: 300 m
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Zugsicherungssysteme: PZB
Zweigleisigkeit: Offenbach-Bieber–Dietzenbach Mitte
Bundesland (D): Hessen
Strecke – geradeaus
Rodgaubahn von Offenbach S1 S2
S-Bahnhof
4,2 Offenbach-Bieber
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Rodgaubahn nach Dieburg S1
Straßenbrücke
A 3
S-Bahnhalt…
7,8 Heusenstamm
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
(Gleisanschluss)
S-Bahnhof
11,7 Dietzenbach-Steinberg
S-Bahnhof
12,7 Dietzenbach Mitte
S-Kopfbahnhof – Streckenende
13,9 Dietzenbach Bahnhof Endstation S2

Die Bahnstrecke Offenbach-Bieber–Dietzenbach zweigt im Bahnhof Offenbach-Bieber von der Rodgaubahn ab und führt über Heusenstamm bis nach Dietzenbach. Die Strecke ist in das Frankfurter S-Bahn-Netz integriert. Hier verkehrt die Linie S 2.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Strecke Offenbach-Bieber–Dietzenbach schließt an die 1896 eröffnete Rodgaubahn an und wurde am 1. Dezember 1898 eröffnet. Sie ist Ergebnis eines seit etwa 1870 anhaltenden, lange andauernden Bemühens der lokalen Ebene, das Gebiet südlich von Offenbach durch eine Eisenbahn zu erschließen, die aber durch das Großherzogtum Hessen nur sehr zögerlich aufgegriffen wurde. So dauerte es bis 1888 bis schließlich die Zustimmung der Regierung vorlag und weitere zehn Jahre bis der erste Zug fuhr.

Die Züge verkehrten zunächst im Dampfbetrieb, nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend mit Diesellokomotiven. Die Bedeutung der Verbindung lag im wachsenden Pendlerverkehr aus dem Landkreis Offenbach zu den Arbeitsplätzen in der Lederwarenindustrie der Kreisstadt.

Zum 18. Juni 1982 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt und erst im Dezember 2003 wieder aufgenommen, nachdem die Strecke zwischenzeitlich nur gering durch Schienengüterverkehr genutzt wurde (vom sogenannten „Bananenexpress“).

Bedienung[Bearbeiten]

Bereits Ende der 1950er-Jahre wurde die Einrichtung eines S-Bahn-Betriebs auf der Strecke ins Gespräch gebracht. Es sollte aber noch bis zum 23. März 2001 dauern, bis der Umbau der Strecke nach Dietzenbach zu einer zweigleisigen, elektrifizierten Strecke im Rahmen des Frankfurter S-Bahn-Netzes begonnen wurde. Eine Verlängerung der Strecke zum zentralen Bahnhof Rödermark-Ober Roden über Rödermark-Urberach scheiterte an fehlender Wirtschaftlichkeit. Der letzte Kilometer zwischen dem Bahnhof Dietzenbach Mitte und dem Haltepunkt Dietzenbach Bahnhof wurde nur eingleisig ausgeführt. Die Endhaltestelle liegt in unmittelbarer Nähe zum Spessartviertel (ehemals: „Starkenburgring“), einem überregional bekannten sozialen Brennpunkt. Nach einschlägigen Vorfällen wurden dort die Keramikisolatoren an den Oberleitungsmasten der Bahn mit schusssicheren Metallplatten zu der Hochhaussiedlung hin versehen.

Zum Fahrplanwechsel 2003/2004 am 14. Dezember 2003 wurde der S-Bahn-Betrieb aufgenommen, die Strecke Teil der S-Bahn-Linie S 2 (Niedernhausen–Dietzenbach) und so in das von der DB Regio AG betriebene Netz der S-Bahn Rhein-Main integriert.

Nach dem Umbau zur S-Bahn verblieb nur ein einziger Gleisanschluss in Dietzenbach-Steinberg. Dieser wurde bis Herbst 2008 zuletzt nur noch von einem Früchte-Großhandel genutzt, der aber nun auch auf Straßengüterverkehr umgestellt hat.[1][2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rodgau-s-bahn.de/de/de_steinberg.htm
  2. http://www.op-online.de/nachrichten/dietzenbach/industriegleis-ohne-kunden-276944.html