Bahnhof Dieburg

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Dieburg
Bahnhof Dieburg.jpg
Empfangsgebäude
Daten
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung FDI
IBNR 8000362
Kategorie 4
Eröffnung 1. August 1858
Profil auf Bahnhof.de Dieburg
Architektonische Daten
Baustil Klassizismus
Lage
Stadt/Gemeinde Dieburg
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 54′ 13″ N, 8° 50′ 26″ OKoordinaten: 49° 54′ 13″ N, 8° 50′ 26″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
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Der Bahnhof Dieburg liegt an Bahnkilometer 53,2 der Rhein-Main-Bahn (KBS 651), die von Mainz über Darmstadt nach Aschaffenburg führt. Weiter mündet hier die Rodgaubahn (KBS 647) aus Offenbach am Main ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rhein-Main-Bahn wurde durch die Hessische Ludwigsbahn errichtet und nahm am 1. August 1858 ihren Betrieb auf.[3] Das gut erhaltene Empfangsgebäude aus der Anfangszeit der Bahn wurde im Rundbogenstil errichtet. Der Mittelteil ist giebelständig, dreigeschossig und dreiachsig, wobei sich die drei Achsen im Obergeschoss in fünf kleinere Fenster auflösen. Links und rechts des Mittelteils schließt je ein eingeschossiger, ebenfalls dreiachsiger aber traufständiger Seitenflügel an. Soweit ist das Gebäude weitgehend identisch mit dem Empfangsgebäude des Bahnhofs Babenhausen. Im Westen schließt sich in Dieburg allerdings als weiterer Baukörper noch ein ebenfalls eingeschossiger Pavillon mit Walmdach an. Das Empfangsgebäude ist ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.[4]

Die Rodgaubahn wurde am 30. Oktober 1896 eröffnet. Deren südlicher Streckenabschnitt Dieburg–Groß-Zimmern–Reinheim wurde 1965 stillgelegt und abgebaut. Zum 14. Dezember 2003 wurde die Rodgaubahn zwischen Offenbach und Ober-Roden in das Netz der S-Bahn Rhein-Main einbezogen, allerdings ohne den Abschnitt zwischen Ober-Roden und Dieburg. Die Züge der Dreieichbahn, die in Ober-Roden in die Strecke mündet, werden deshalb betrieblich bis Dieburg weiter geführt.

In den Jahren 2000 und 2005 wurde der Bahnhof modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Von 2009 bis 2011 wurde der höhengleiche Bahnübergang im Zuge der Landesstraße 3094 beseitigt und durch eine Unterführung ersetzt.

Gleisinfrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Dieburg weist 5 Bahnsteiggleise auf. Vom Empfangsgebäude her gesehen sind Gleis 1 und 2 die durchgehenden Gleise der Rhein-Main-Bahn. Gleis 3 kann für Überholungen genutzt werden. Gleis 4 und 5 sind für die Rodgaubahn vorgesehen und schwenken schon im Bahnsteigbereich nach Norden ab.

Zwischen den beiden Strecken am östlichen Bahnhofskopf führt ein Anschlussgleis ins Industriegebiet von Dieburg. Die Ladegleise östlich des Empfangsgebäudes wurden im Rahmen der Bauarbeiten für die neue Unterführung abgebaut, hier befindet sich heute ein Parkplatz. Von der ehemaligen Strecke nach Reinheim, die am westlichen Bahnhofskopf nach Süden abzweigte, ist heute nicht mehr viel zu erkennen. Auf der Trasse wurde abschnittsweise ein Radweg angelegt.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof wird heute ausschließlich von Regionalbahnen bedient. Es verkehren 80 Regionalzüge (zwei RB-Linien) und 40 Busse (vier Linien) pro Werktag:

Bahn
Linie Strecke Taktfrequenz
RB 61 Dreieichbahn
DieburgRödermark-Ober RodenDreieich-Buchschlag (– Frankfurt (Main) Hbf)
Stundentakt
(+ einzelne Verstärker zur HVZ)
RB 75 Rhein-Main-Bahn
Wiesbaden HbfMainz HbfDarmstadt HbfDieburgBabenhausen (Hess)Aschaffenburg Hbf
Mo–Fr: Halbstundentakt, Sa–So: Stundentakt

Die zahlreichen Güterzüge fahren ohne Halt durch.

Bus
  • 671 (Darmstadt Hbf –) Dieburg Bahnhof – Groß-Umstadt Pfälzer Schloß (– Kleestadt)
  • 672 Dieburg Bahnhof – Roßdorf – Darmstadt Hbf
  • 677 Darmstadt Hbf – Dieburg Bahnhof – Babenhausen Bahnhof – Aschaffenburg Hbf
  • 679 Reinheim Bahnhof – Dieburg Bahnhof – Rödermark Ober-Roden Bahnhof

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinz Schomann: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Eisenbahn in Hessen. Band 2: Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. Hg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Theiss Verlag, Stuttgart 2005. ISBN 3-8062-1917-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schomann, S. 230.
  2. Schomann, S. 247f.