Bahnstrecke Podgorica–Shkodra

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Podgorica–Shkodra
Bahnhof Bajza
Bahnhof Bajza
Streckenlänge: 63,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
Bahnstrecke Nikšić–Podgorica von Nikšić
   
Bahnstrecke Belgrad–Bar von Belgrad
Bahnhof, Station
00,00 Podgorica
   
Bahnstrecke Belgrad–Bar nach Bar
Brücke (mittel)
Straße Podgorica–Han i Hotit (M18)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Cijevna
Bahnhof ohne Personenverkehr
13,70 Tuzi
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel
Grenze
24,70 Grenze zwischen Albanien und Montenegro (Han i Hotit)
Brücke (klein)
Straße Han i Hotit–Vermosh (SH20)
Straßenbrücke
Straße Han i Hotit–Shkodra (SH1)
Bahnhof ohne Personenverkehr
35,90 Bajza
Brücke über Wasserlauf (groß)
Përroi i Thatë
   
43,40 Koplik
Brücke über Wasserlauf (groß)
Rjoll
   
53,60 Grila
Straßenbrücke
Straße Han i Hotit–Shkodra (SH1)
Straßenbrücke
Straße Shkodra–Mes
Bahnhof, Station
63,50 Shkodra
Strecke – geradeaus
nach Vora (siehe auch unter Streckennetz der HSH)

Die Bahnstrecke Podgorica–Shkodra ist eine 63,5 Kilometer lange Eisenbahnstrecke, die Shkodra in Nordalbanien und die montenegrinische Hauptstadt Podgorica miteinander verbindet. Die Strecke ist eingleisig und nicht elektrifiziert. Sie ist die einzige internationale Eisenbahnverbindung Albaniens. Seit Eröffnung wird die Strecke lediglich für den Gütertransport verwendet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1979 haben Albanien und Jugoslawien einen Vertrag über den Bau der Eisenbahnstrecke abgeschlossen. Die Jugoslawen hielten den vertraglich vereinbarten Zeitrahmen aber nicht ein.[1] Am 1. Juni 1985 hatten Albanien und Jugoslawien ein Abkommen über die Abwicklung des Eisenbahngütergrenzverkehrs unterzeichnet.[2] Die Eröffnung des albanischen Teilstücks hatte bereits am 11. Januar 1985 stattgefunden; diejenige des jugoslawischen Teilstücks wurde erst am 26. November 1985 gefeiert. Der regelmäßige Verkehr wurde aber erst nach einer Zeremonie am 6. August 1986 in Jugoslawien aufgenommen. Der Betrieb wurde 1991 wegen des UNO-Embargos gegen Jugoslawien eingestellt. 1997 war die Strecke kurzzeitig wieder in Betrieb, die Schienen wurden aber bald in Folge der Unruhen in Albanien geraubt. Erst 2003 wurde die ganze Strecke wieder eingeweiht, nachdem schon ein Jahr zuvor der grenzüberschreitende Verkehr bis Bajza wiederaufgenommen worden war.[3][4][5][6][7] Die Einrichtung eines Personenverkehrs auf dieser Strecke ist in Planung.

Von Januar bis November 1987 wurden über die Eisenbahnstrecke Güter im Umfang von 60.000 Tonnen nach Albanien importiert, hingegen lediglich 6000 Tonnen exportiert.[8] Für das Jahr 2002, als nur das Teilstück Podgorica–Bajza in Betrieb war, wurden 4800 Tonnen gemeldet.[7] Für das Jahr 2011 wurde ein Volumen von 249.000 Tonnen im internationalen Bahnverkehr gemeldet.[9]

Chemikalien im Bahnhof Bajza[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bajza waren von 1991 bis 2009 viele hundert Tonnen Chemikalien und Pestizide deponiert, die dort gestrandet sind und die Umgebung kontaminiert hatten. Die Pestizide stammten zum Teil aus Deutschland und waren in Westeuropa schon lange verboten.[10][11]

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbahnstrecke zwischen Koplik und Shkodra

Die Strecke verlässt den Bahnhof von Podgorica in südwestlicher Richtung. Erst nach rund vier Kilometern, außerhalb von Podgorica, zweigt sie von der Bahnstrecke nach Bar ab, macht erst einen Bogen nach Osten und quert die Ebene um Podgorica. Nachdem sie die Straße von Podgorica nach Albanien (M18) und den Fluss Cijevna überquert hat, verläuft sie parallel zur Straße in Richtung Süden, umfährt den Ort Tuzi aber östlich, wo der montenegrinische Grenzbahnhof liegt. In der Folge verläuft sie am Fuße der Ausläufer des Prokletijes. Kurz vor dem Skutarisee unterquert sie diese in einem nicht ganz 500 Meter langen Tunnel. Am steilen Ufer des Sees folgen zwei weitere Tunnel, von denen der erste mit rund zwei Kilometer länge eine deutliche Verkürzung der Strecke im Vergleich zur Straße darstellt, während der zweite nur rund 150 Meter kurz ist und die ansteigende Straße quert.

Im folgenden Abschnitt verlaufen Straße und Bahntrassee parallel entlang des Seeufers, während am Grenzübergang Božaj/Han i Hotit kein Platz für Stationsanlagen bleibt. Am Ende des Sees von Hoti, der weit nach Nordosten ragenden Bucht, überquert die Strecke auf einem hohen Bahndamm die Ebene und macht einen Bogen nach Süden. Bald verschwindet die Straße nach Shkodra (SH1) östlich, während die Strecke den großen Grenzbahnhof westlich von Bajza erreicht.

Die große Ebene rund um Koplik durchquert die Eisenbahnlinie einige Kilometer westlich der Straße, die die größeren Siedlungen miteinander verbindet. Erst südlich von Koplik, etwas nördlich der langen Brücke über das Bett des Rjoll-Bachs (Ura e Rjollit), finden die beiden Verkehrswege wieder zueinander. Nach rund fünf Kilometern überquert die Straße die Eisenbahnlinie, die weiter nach Osten ausholt, um Shkodra am Stadtrand und dann entlang des Ufers des Flusses Kir zu umgehen. Sie erreicht den südöstlich des Zentrums von Shkodra gelegenen Bahnhof von Norden.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzbahnhöfe sind Tuzi (Montenegro) und Bajza (Albanien). Am Grenzübergang Han i Hotit befindet sich keine Haltemöglichkeit.

Die Strecke wird in Montenegro von der ŽICG und in Albanien von der HSH unterhalten.

Im Februar 2017 ist ein nach Durrës fahrender Güterzug zwischen Koplik und Shkodra entgleist.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Podgorica–Shkodra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Turnock: The Economy of East Central Europe, 1815-1989: Stages of Transformation in a Peripheral Region. Routledge, London, New York 2006, ISBN 978-0-415-18053-5, S. 453 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Albanien-Rundschau – Chronik. In: Deutsch-Albanische Freundschaftsgesellschaft (Hrsg.): Albanische Hefte. Nr. 3, 1985, S. 14.
  3. Frank Valoczy, Geoff Sarbutt: HSH Albanian Railways. Abgerufen am 23. Juni 2016 (englisch).
  4. Frank Valoczy, Geoff Sarbutt: Opening Dates of HSH Standard Gauge Lines. In: HSH Albanian Railways. Abgerufen am 23. Juni 2016 (englisch).
  5. Gerhard Gürsch: Mit Bus und Bahn durchs Land der Skipetaren. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1986, ISBN 3-922138-28-4, S. 78.
  6. Albanien-Rundschau – Chronik. In: Deutsch-Albanische Freundschaftsgesellschaft (Hrsg.): Albanische Hefte. Nr. 3, 1986, S. 5.
  7. a b ATA (13. Februar 2003): Shkoder-Bajze railway ready to operate for transportation of commodities (Memento vom 4. September 2014 im Internet Archive)
  8. Raymond Hutchings: International Trade, Transportation, Supply and Communications. In: Klaus-Detlev Grothusen (Hrsg.): Albanien (= Südosteuropa-Handbuch. Band VII). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-36207-2, S. 409.
  9. Treguës të transportit hekurudhor, detar, rrugor. Instituti i Statistikës, abgerufen am 23. Juni 2016 (XLS, englisch).
  10. Panorama (4. September 2009): Stacioni i Bajzës pastrohet nga kimikatet e rrezikshme (Memento vom 3. März 2016 im Internet Archive)
  11. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Susanne Kastner, Michael Müller (Düsseldorf), Peter W. Reuschenbach, Dr. Peter Struck, Anke Fuchs (Köln), Hans-Ulrich Klose und der Fraktion der SPD — Drucksache 12/8338. Giftmüll in Albanien. In: Bundestag. 25. August 1994, abgerufen am 23. Juni 2016.
  12. Malësi e Madhe, treni del nga shinat nga amortizimi i shinave. In: Top Channel. 9. Februar 2017, abgerufen am 10. Februar 2017 (albanisch).