Bahnstrecke Polch–Münstermaifeld

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Polch–Münstermaifeld
Streckennummer (DB):3016
Kursbuchstrecke (DB):248n (1961, 1944)
Streckenlänge:10,13 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
   
Strecke von Koblenz
   
0,00 Polch
   
Strecke nach Mayen Ost
   
4,48 Mertloch
   
7,63 Naunheim
   
10,13 Münstermaifeld

Die Bahnstrecke Polch–Münstermaifeld[1][2] war eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in Rheinland-Pfalz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im März 1890 versuchte eine Koblenzer Firma erfolglos eine Konzession für eine Eisenbahnstrecke von Kobern-Gondorf über Münstermaifeld und Polch nach Mayen zu beantragen. Nach dem Scheitern dieses Vorhabens erhielt Münstermaifeld 26 Jahre später einen Bahnanschluss: Die Stichbahn zweigte im Bahnhof Polch von der 1904 eröffneten Strecke Koblenz-Lützel–Mayen Ost ab und endete in Münstermaifeld. Dafür begannen 1912 die Bauarbeiten. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges verzögerten sie sich, so dass die 10,13 km lange Strecke erst am 16. März 1916 eröffnet wurde.[3] Zum Winterfahrplan 1922/23 fiel die (alte) 2. Klasse bei allen Zügen weg. Sie führten nur noch die 3. und 4. Wagenklasse.[4]

Der Reiseverkehr blieb stets bescheiden[5] und so wurde bereits am 30. September 1961 der Personenverkehr eingestellt. Der lange Zeit recht starke, wenn auch saisonal geprägte Güterverkehr[5] diente vor allem dem Transport landwirtschaftlicher Produkte (hauptsächlich Zuckerrüben). In Münstermaifeld gab es hierfür eine aufwändige Verladerampe sowie, gegenüber dem Empfangsgebäude, straßenseitig zwei Fahrzeugwaagen. Der Versand erfolgte durch die Lokführer, welche sich auf kleinen Beobachtungstürmen aufhielten und die Rangierlokomotive von dort fernsteuerten[5]. Auf der Nordseite des Bahnhofs lag der Lokschuppen sowie ein Gleisanschluss zu einem landwirtschaftlichen Lagerhaus.

Am 15. März 1983 endete auch der Güterverkehr, am 9. Dezember 1983 wurde die Strecke stillgelegt und 1985 abgebaut. In den 1990er Jahren wurde ein Bahntrassenradweg eingerichtet, der Teil des Maifeld-Radwegs ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein kleiner Endbahnhof in der Eifel – Bahnhof Münstermaifeld. In: Eisenbahn-Magazin, Ausgabe 8/1984, S. 74ff. (mit Gleisplan)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Streckenkarte (Memento vom 11. September 2012 im Webarchiv archive.is)
  2. Die Geschichte des Naunheimer Bahnhofs (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  3. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 11. November 1916, Nr. 58. Bekanntmachung Nr. 731, S. 341.
  4. Reichsbahndirektion in Mainz (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion in Mainz vom 2. Dezember 1922, Nr. 72. Bekanntmachung Nr. 1380, S. 825.
  5. a b c Ein kleiner Endbahnhof in der Eifel - Bahnhof Münstermaifeld. In: Eisenbahn-Magazin, Ausgabe 8/1984, S. 74.