Polch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Polch
Polch
Deutschlandkarte, Position der Stadt Polch hervorgehoben
Koordinaten: 50° 18′ N, 7° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Maifeld
Höhe: 219 m ü. NHN
Fläche: 28,7 km²
Einwohner: 6699 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 233 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56751
Vorwahl: 02654
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 089
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 4
56751 Polch
Webpräsenz: www.polch.de
Stadtbürgermeister: Gerd Klasen (CDU)
Lage der Stadt Polch im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Polch ist eine Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Maifeld an und ist deren Verwaltungssitz. Polch ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Polch, Luftaufnahme (2015)

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Polch liegt im Nordwesten der Verbandsgemeinde Maifeld, südlich der Bundesautobahn 48, die das Maifeld im oberen Drittel durchquert. Sie liegt ca. 5 Kilometer südöstlich von Mayen und ca. 15 Kilometer südwestlich von Koblenz.

Zu Polch gehören die Stadtteile Kaan, Ruitsch und Nettesürsch sowie die Wohnplätze Antoniushof, Döllermühle, Geisheckerhof, Hof Grube Margareta, Hof Einiger Tal, Hof Rotental, Kreutzberghof, Kurbenhof, Lindenhof, Nettemühle, Ruitschermühle und Sonnenhof.[3]

Kurbenhof (Polch), Luftaufnahme (2015)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polch wurde erstmals 1052 in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Eberhard erwähnt. Archäologische Funde belegen, dass die fruchtbare Gegend um und in Polch bereits in frühester Zeit besiedelt war (Bandkeramische Kultur – Siedlungsfund um 1913). Während der Merowingerzeit (um 500 n.Chr.) war "In den Gaichen" ein kleines Gräberfeld in Benutzung, das im Jahr 1973 beim Hausbau entdeckt wurde. Es beinhaltet 10 Gräber aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts und dem beginnenden 6. Jahrhundert.[4] Ursprünglich war Polch ein Reichsgut mit eigener Gerichtsbarkeit und wurde von den „Erben von Polch“ verwaltet. 1354 erwarb Erzbischof Balduin von Trier die Gerichtsbarkeit und die Verwaltung übernahm ein Vogt. Reste der Vogtburg sind nicht mehr vorhanden. Im Mittelalter wurde Polch durch Wehrmauer und Wallgraben geschützt, die Straße „Am Wallgraben“ zeugt noch heute davon.

Polch war von 1798 bis 1814 Hauptort (chef-lieu) eines Kantons im französischen Arrondissement Koblenz, der zum Rhein-Mosel-Departement gehörte. Seit 1968 ist Polch Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Maifeld. Am 19. Dezember 1987 wurden Polch die Stadtrechte verliehen.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Polch, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.341
1835 2.062
1871 2.558
1905 2.972
1939 3.020
1950 3.601
Jahr Einwohner
1961 3.502
1970 3.745
1987 3.891
1997 5.925
2005 6.616
2014 6.699

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat in Polch besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU LINKE FWG Gesamt
2014 7 11 1 3 22 Sitze
2009 9 10 3 22 Sitze
2004 6 14 2 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Polch e.V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt auf geteiltem Barockschild oben, in Weiß, ein durchgehendes Kreuz, unten, in Rot, eine goldene Krone. Das rote Kreuz erinnert an die frühere Zugehörigkeit zu Kurtrier, die goldene Krone ist das Wappen der „Erben von Polch“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche
Kapelle St. Georg auf dem Friedhof

Pfarrkirche St. Stefan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Stephan wurde zwischen 1849 und 1852 im neoromanischen Stil erbaut. Die Doppeltürme sind über 50 Meter hoch.

Georgskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Georgskapelle auf dem Friedhof am südlichen Stadtrand ist eine der ältesten Kirchen der Eifel. Sie liegt abseits der historischen Bebauung auf dem ummauerten Friedhof von Polch mit uralter Kastanienallee. Die erste nachweisliche Dokumentation einer Kirche in Polch entstammt einer Urkunde aus dem Jahre 1052.

Als Vorgängerbau der Georgskapelle wird ein römischer Tempel vermutet. Ein Hinweis darauf könnte der als Sturz über der Tür des südwestlichen Seitenschiffs vermauerte römische Grabstein sein. Die gut lesbar erhaltene Inschrift lautet: „C. (= Gaio) Attio Caro / et Iul(iae) Suausiae / uxori, At(t)io Paterno / At(t)iae Avianae fili(i)s“ (Übersetzung: [Grabstein] für Gaius Attius Carus und seine Ehefrau Iulia Suausia, [auch] für deren Kinder Attius Paternus und Attia Aviana.) Ein Teil der Buchstaben ist in Ligatur geschrieben, was gelegentlich zu Fehldeutungen des lateinischen Wortlauts führt.

An der Spitze des nordwestlichen Giebels befindet sich eine weitere, möglicherweise ebenfalls römische Spolie: eine weibliche Büste, bei der es sich um eine Darstellung der Göttin Ceres handeln könnte.

Synagoge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Polcher Synagoge wurde 1867 bis 1877 nach den Plänen des Koblenzer Architekten Hermann Nebel erbaut. In der Reichspogromnacht wurde auch diese Synagoge verwüstet. Da das Feuer schnell gelöscht wurde, brannte sie jedoch nicht aus. Die Synagoge wurde von der Gemeinde instand gesetzt und dient heute als Raum für kulturelle Veranstaltungen.

Hospitalkapelle und „Viedeler Kapellche“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Hospitalkapelle im alten Krankenhaus zu Viedel hat sich eine schlichte neugotische Kapelle behauptet, das sogenannte „Viedeler Kapellche“, welches 1881 von Peter Geisen am damaligen Ortsrand errichtet wurde. Ein schlichter neugotischer Bruchsteinbau, zweijochig mit dreiseitigem Schluss, wird durch zweifach abgetreppte Strebpfeiler, spitzbogigen Fenster und drei Tuffsteinvierpaßfenster in der Apsis gegliedert.

Viedeler Bur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „Viedeler Bur“ = (Born=Wasserquell) ist ein Brunnen, der aus einer Quelle gespeist wurde. Er stammt aus dem Jahre 1854 und stand als Leihgabe im Polcher Stadtpark. Im Jahr 2007 wurde der Brunnen restauriert und gegenüber dem alten Standort, Ecke Kehrstraße/Bachstraße aufgestellt. Der Bur wird durch ein Umlaufsystem mit Wasser versorgt. Das Umfeld des „Viedeler Bur“ und der städtischen Grünanlage wurde dabei neu gestaltet.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Sehenswürdigkeiten sind ein barocker Hof der Abtei St. Matthias (1748) und das Heimatmuseum „Christinas Stuben“ im Bienengarten.

Viele bekannte Burgen befinden sich auf dem Maifeld, Burg Eltz, Burg Pyrmont, Burg Bischofstein, Burg Wernerseck.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den vielen Neubaugebieten und zahlreichen Arbeitsplätzen hat Polch eine in den letzten Jahren stark gewachsene Einwohnerzahl zu verdanken.

Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr. Die ehemalige Strecke von Koblenz über Ochtendung und Polch nach Münstermaifeld und Mayen (KBS 603) ist heute als Radweg ausgebaut.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekanntesten in Polch ansässige Unternehmen sind Griesson – de Beukelaer, Niesmann+Bischoff, die Frank Gerardy GmbH und die Großbäckerei Lohner.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein umfangreiches Programm zur Freizeitgestaltung und Erholung bietet der „Kaaner-Hof“, im Stadtteil Kaan, 2 Kilometer von Polch gelegen. Der Hof hält eine Vielzahl von seltenen Haustieren.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Polch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, S. 26 (PDF; 2,3 MB)
  4. Frank Siegmund: Alemannen und Franken. (= Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Ergänzungsbände 23). 2. Auflage. Walter de Gruyter Verlag, Berlin u. a. 2000, ISBN 3-11-016788-3, S. 383. (Zugleich: Göttingen, Univ., Habil.-Schr., 1996)
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 204 (PDF; 2,6 MB)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen