Bamenda

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Dieser Artikel beschreibt den Ort Bamenda; für den gleichnamigen ehemaligen Bezirk, siehe Bamenda (Bezirk).
Bamenda
Bamenda (Kamerun)
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Koordinaten 5° 58′ N, 10° 9′ O5.958610.1475Koordinaten: 5° 58′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Staat Kamerun

Provinz

Nord-Ouest
Höhe 1235 m
Einwohner 450.000
Bamenda

Bamenda ist mit etwa 450.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Kameruns. Es ist die Hauptstadt der Nordwest-Provinz und zugleich die bedeutendste wirtschaftliche und kulturelle Metropole im gleichnamigen Bamenda-Hochland. Sie liegt 366 km nordwestlich der Hauptstadt Yaoundé, am Fusse der bis zu 2.621 Meter hohen Bamenda-Berge.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die früher als „Tikar“ klassifizierte einheimische Bevölkerung spricht als Muttersprache Mendankwe-Nkwen. Als wirtschaftliches Oberzentrum zieht Bamenda aber auch zahlreiche Menschen aus anderen Teilen Kameruns an. Verkehrssprache ist Englisch. Damit ist Bamenda die größte Stadt der anglophonen Minderheit im Land. Zugleich ist dies der Grund dafür, dass sich hier ein wichtiges Zentrum der oppositionellen Social Democratic Front entwickelt hat und die Stadt aus Sicht der Regierung Paul Biyas als politischer Unruheherd gilt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt ist ein bedeutender Handelsplatz und Verkehrsknotenpunkt mit einem sich seit geraumer Zeit allerdings außer Betrieb befindenden Flughafen und Straßenverbindungen zu Kameruns bedeutendsten Städten, Yaoundé und Douala. Betriebe zur Kaffeeverarbeitung, Seifenherstellung, diverse metallverarbeitende Betriebe und auch Elektrohandwerk haben sich hier angesiedelt, ebenso mehrere Behörden. Bamenda verfügt über Banken, Postamt, Tankstellen, Kinos und Nachtclubs. Darüber hinaus bestehen hier diverse Möglichkeiten der schulischen Aus- und Fortbildung bis hin zu Universität.

Religion[Bearbeiten]

Bamenda ist Sitz eines katholischen Erzbistums, gegenwärtiger Erzbischof ist Cornelius Fontem Esua. Ferner sind hier eine wichtige Baptisten-Mission und ein Presbyterian Church Center ansässig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Indigenes Kunsthandwerk, Masken und Figuren der Graslandethnien sind in einem kleinen städtischen Museum bzw Geschäft am Markt zu sehen.

Aus der deutschen Kolonialzeit sind noch zahlreiche Gebäude vorhanden, darunter das Fort Bamenda, eine über der Stadt thronende Festungsanlage, und der deutsche Friedhof.

Relativ nah gelegen ist der Nyos-See im vulkanischen Gebirge Oku, bekannt durch den tödlichen CO2-Austritt 1986. Auch die Ortschaften Bali und Bafut sind nur unweit von Bamenda. Bafut liegt ca. 15 km nördlich von Bamenda in Verlängerung zum Flugplatz, Bali liegt westlich von Bamenda.

Zudem ist Bamenda der Ausgangspunkt für die kleine und große „Ring-Road“, eine Straße, die durch die bedeutendsten Ort- und Landschaften des „Graslandes“ führt. Abschnittweise ist die Ringroad asphaltiert, andere Abschnitte können hingegen in einem sehr schlechten Zustand sein.

Der Flugplatz von Bamenda wird auch militärisch genutzt; sein Lettercode ist FKKV.

Persönlichkeiten (alphabetisch)[Bearbeiten]