Universität Osnabrück

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Universität Osnabrück
Gründung 1629 bzw. 1632 / 1974
Trägerschaft staatlich
Ort Osnabrück
Bundesland Niedersachsen
Land Deutschland
Präsident Wolfgang Lücke[1]
Studenten 13.444(WS 2015/16)[2]
Mitarbeiter 2.195 (2016)[3]
davon Professoren 217(2016)[3]
Jahresetat EUR 124,5 Mio. (2014) (Globale Landeszuweisung, Drittmittel- und Sondermittel und Studienbeiträge)[3]
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten
Website www.uni-osnabrueck.de

Die Universität Osnabrück ist eine öffentliche Universität in Osnabrück, Niedersachsen.

Sie besteht seit 1974 und ist in der heutigen Form aus einer Pädagogischen Hochschule, der Adolf-Reichwein-Hochschule, hervorgegangen, die seit 1953 ihren Sitz im Osnabrücker Schloss hatte.

Im Mittelpunkt der Forschung steht eine Vielzahl von interdisziplinären Studiengängen, die nur an wenigen deutschen Universitäten angeboten werden oder die es in dieser Form nur in Osnabrück gibt. Dazu gehören beispielsweise Steuerwissenschaften (LL.M. Taxation), Angewandte Systemwissenschaft und Cognitive Science. Zentrale interdisziplinäre Einrichtungen sind das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), das Interdisziplinäre Institut für die Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit sowie das Institut für Finanz- und Steuerrecht.

Seit 1999 finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einen biowissenschaftlichen Sonderforschungsbereich Membranproteine, mit dem die Universität in der biologischen Spitzenforschung vertreten ist. Mit dem Studienprogramm Cognitive Science hat sich die Universität Osnabrück ein international beachtetes Forschungsgebiet erschlossen. Auch das European Legal Studies Institute gehört in der Rechtsvergleichung und Rechtsvereinheitlichung zu den wichtigsten Forschungseinrichtungen Europas. Mehrere Graduiertenkollegs sowie ein internationales Promotionsprogramm in der Physik fördern die jungen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Der botanische Garten bietet sowohl Wissenschaftlern als auch Studierenden ausgezeichnete Arbeitsbedingungen.

Fachbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem im Jahr 2015 die ehemals eigenständigen Fachbereiche 1 (Sozialwissenschaften) und 2 (Kultur- und Geowissenschaften) zu einem neuen Fachbereich zusammengeführt wurden, sind nun folgende neun Fachbereiche an der Universität Osnabrück ansässig:[4]

Geschichte der Universität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kardinal Franz Wilhelm von Wartenberg – Gründer der Osnabrücker Universität 1629 bzw. 1632

Die 1974 errichtete Universität Osnabrück berief sich bei ihrer Gründung auf die 1629 bzw. 1632 vom Wittelsbacher Franz Wilhelm von Wartenberg in Osnabrück gründete Jesuitenuniversität, auch „Academia Carolina Osnabrugensis“ genannt. Diese war aus dem Gymnasium Carolinum entstanden. Von der Jesuitenuniversität übernahm die Osnabrücker Neugründung zunächst das Universitätswappen, das dahingehend geändert wurde, dass bei den abgebildeten christlichen Figuren der Heiligenschein entfernt wurde.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AVZ-Gebäude am Westerberg

Die Universität Osnabrück verfügt nicht über einen zentralen Campus. Stattdessen sind sämtliche Gebäude vorrangig auf zwei Regionen in der Stadt (Stadtteile Innenstadt und Westerberg) verteilt. Das zentrale Gebäude und Verwaltungssitz ist das von dem protestantischen Fürstbischof Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg 1667 erbaute barocke Schloss Osnabrück am Rande der Altstadt. Geistes- und Wirtschaftswissenschaftliche Fachbereiche sowie das Juridicum befinden sich in unmittelbarer Nähe über den westlichen Teil der Innenstadt verteilt. Naturwissenschaftliche, mathematische und humanwissenschaftliche Fachbereiche sind etwa 20 Gehminuten entfernt auf dem „Campus Westerberg“ untergebracht. Dort befindet sich auch der botanische Garten sowie die Fachhochschule Osnabrück.[5] Bis 1995 gehörte die jetzt selbstständige Universität Vechta der Universität Osnabrück an. Der damalige Name des Standorts Vechta lautete „Universität Osnabrück – Abteilung Vechta“.

Universitätsbibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alt- (r.) und Neubau (l.) der Bereichsbibliothek B

Die Universitätsbibliothek (UB) Osnabrück besitzt rund 1,475 Millionen Bände (Monographien, Zeitschriften und andere Medien), dazu kommen noch über 12.000 E-Journals und über 100 Online-Datenbanken. Mit einem Erwerbungsetat von knapp einer Million EUR (plus Sondermittel) pro Jahr werden jährlich rund 30.000 neue Bände angeschafft. Von den Benutzern der UB werden jedes Jahr rund 350.000 Bücher ausgeliehen und 30.000 Fernleihbestellungen aufgegeben. Die Bibliothek unterteilt sich in vier Bereichsbibliotheken an vier Standorten: Die Bereichsbibliothek B für die Philologien und Kulturwissenschaften, die Bereichsbibliothek G für die Sozialwissenschaften, die Bereichsbibliothek J/W für die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und die Bereichsbibliothek N für die Naturwissenschaften. Die Bibliotheken B, G und J/W liegen zentral in der Innenstadt, die Bereichsbibliothek N befindet sich hingegen am Standort auf dem Westerberg. Studierende der Universität und der Fachhochschule Osnabrück sowie Lehrende, Schüler und Bewohner der Stadt und Region Osnabrück können die Angebote der UB in Anspruch nehmen. Hierfür benötigen sie einen Benutzerausweis, der für eine einmalige Gebühr von 5 EUR (Stand: 2012) zu erwerben ist. Neben den genannten Medien stehen den Nutzern darüber hinaus noch rund 700 Arbeitsplätze, Einzel- und Gruppenräume, PC-Arbeitsplätze für Recherchen und Zeitungsleseräume zur Verfügung.[6]

Partneruniversitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Osnabrück pflegt, wie viele Universitäten Deutschlands, Kontakte zu anderen Hochschulen weltweit. Insgesamt hat die Universität und die verschiedenen Fachbereiche mehr als 90 Partneruniversitäten in Europa, Asien, Amerika, Ozeanien und Afrika. Neben gemeinsamen Forschungsprojekten steht vor allem der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern im Vordergrund.[7]

Verfasste Studierendenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Teilkörperschaft des öffentlichen Rechts ist die Verfasste Studierendenschaft im Rahmen der studentischen Selbstverwaltung die Vertretung aller eingeschriebenen Studierenden gegenüber der Hochschule, der Hochschulleitung und der Öffentlichkeit.

Die Studierendenschaft wählt einmal im Jahr den Studierendenrat, der den Allgemeinen Studierendenausschuss wählt.

Studierendenrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

StuRa-Wahl Dezember 2015[8][9]
Wahlbeteiligung: 11 %
 %
40
30
20
10
0
10,79 %
15,07 %
1,83 %
8,89 %
10,79 %
30,07 %
12,49 %
10,04 %
htw + friends
IRFANd
SpuGg
Kleine Strolcheh
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu Januar 2015
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,37 %p
-4,68 %p
+1,83 %p
-1,17 %p
-3,77 %p
+2,42 %p
+0,97 %p
+2,00 %p
htw + friends
IRFANd
SpuGg
Kleine Strolcheh
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Junge Union Hochschulgruppe
c Liberale Hochschulgruppe
d Islamischer Studierenden- und Akademikerbund
e Juso & Unabhängige Hochschulgruppe
f Grüne Hochschulgruppe
g Spaß und Geselligkeit
h Kleine Strolche – Linke Hochschulgruppe
4
5
13
7
4
6
1
5
4
13 
Von 49 Sitzen entfallen auf:

An der Wahl zum Studierendenrat am 16. und 17. Dezember 2015 nahmen 3.001 von 13.890 wahlberechtigten Studierenden teil, 1.528 Stimmzettel wurden abgegeben, wovon 1.473 gültig waren. Die Wahlbeteiligung lag mit 11 % 1,57 % unterhalb der Wahlbeteiligung bei der vorherigen Wahl im Januar 2015. Um die 45 Sitze im Studierendenrat bewarben sich acht Listen, dabei kandidierten mit der Junge Union Hochschulgruppe, der htw + friends, dem Islamischen Studierenden- und Akademikerbund, der Juso & Unabhängigen Hochschulgruppe, der Spaß und Geselligkeit und den Kleinen Strolchen – Linke Hochschulgruppe alle Listen erneut, die Liberale Hochschulgruppe kandidiert neu und hatte an der Wahl im Januar 2015 nicht teilgenommen.

Neben den 45 direkt gewählten Abgeordneten besteht der Studierendenrat aus vier Delegierten der Fachschafts-Koordinations-Konferenz.

Allgemeiner Studierendenausschuss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Studierendenrat hat folgende Referenten gewählt[10]:

Referat Name Liste
Referat für Finanzen Kevin Dierks Juso HSG
Referat für Soziales Rabea Carola Mette Grüne HSG
Referat für Öffentlichkeit Marie Sindermann Grüne HSG
Referat für Kultur Felix Siebert SpuG
Referat für Studierende am Westerberg Eric Lanfer
Referat für Medien und Technik Leo von Heinz Grüne HSG
Referat für Politische Bildung Nils Bauer
Benjamin Jürgen Johann Theen
 
SpuG
Referat für Allgemeine Angelegenheiten Laura Boese
Lukas Diekmann
Özlem Etdöger
Philipp Gerd Alfred Neubarth
 
 
 
Juso HSG
Referat für Verkehr und Ökologie
Referat für Fachschaften Christian Freericks[11]

Autonome Referate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Universität Osnabrück gibt es drei autonome Referate, deren Referenten jeweils von den von ihnen vertretenen Studierenden direkt gewählt werden.

  • Autonomes Schwulen*referat
  • Autonomes Referat für Lesben* und andere Frauen*
  • Autonomes Referat für ausländische Studierende

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familiengerechte Hochschule 2008.jpg

Grundzertifikat 2008 „audit familiengerechte hochschule“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Osnabrück wurde am 28. April 2008 von der berufundfamilien gemeinnützigen GmbH mit dem „Grundzertifikat 2008 audit familiengerechte hochschule“ ausgezeichnet. Ziel der Auditierung und Zertifizierung ist durch eine familiebewusste Universität die besten Köpfe des Landes zu gewinnen. Bisher wurden unter anderen der Arbeitskreis „Studieren mit Kind“, der Initiativkreis Kinderbetreuung, zwei Kindertagesstätten und viele weitere wichtige Institutionen gegründet und Maßnahmen geschaffen.[12]

Bilder der Universitätsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Professoren und Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier ist eine Liste von bekannten derzeitigen und ehemaligen Professoren sowie Absolventen.

Professoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Absolventen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • André Berghegger (* 1972), deutscher Politiker (CDU) (Student der Rechtswissenschaften)
  • Engin Fırat (* 1970), türkischer Fußballtrainer (Student der Sportwissenschaften)
  • Olaf Fritsche (* 1967), deutscher Schriftsteller (Student der Biophysik)
  • Helmut Gels (* 1952), Bürgermeister von Vechta (Student der Rechtswissenschaften)
  • Thomas Gerdiken (* 1960), deutscher Pianist und Sänger/Ehrenbürger der Stadt New Orleans (Student der Musik und Geographie)
  • Natalie Hof (* 1986), deutsche Pokerspielerin und Moderatorin (Studentin der Pädagogik und Theologie)
  • Heinz Rudolf Kunze (* 1956), deutscher Schriftsteller und Rocksänger (Student der Germanistik und Philosophie)
  • Oliver Lowin (* 1974), deutscher Politiker (SPD) (Student der Rechtswissenschaften)
  • Hubert Müller (1936–1995), deutscher katholischer Theologe (Student der Philosophie und der Katholischen Theologie)
  • Bernd Schlömer (* 1971), deutscher Politiker (FDP, ehemals Vorsitzender Piratenpartei) (Student der Sozialwissenschaften)
  • Martin Schwanholz (* 1960), deutscher Politiker (SPD) (Student der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
  • Wolfgang Spickermann (* 1959), deutscher Althistoriker (Student der Philosophie und katholischen Theologie)
  • Michael Timme (* 1971), Professor (Student der Rechtswissenschaften)
  • Rainer Werning (* 1949), Publizist (Student der Sozialwissenschaften)
  • Christian Wulff (* 1959), deutscher Politiker (CDU) und 10. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (Student der Rechtswissenschaften)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universität Osnabrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Präsidentenwechsel an der Universität Osnabrück. Universität Osnabrück, 1. Oktober 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  2. Zahlen/Daten/Fakten zur Universität Osnabrück, abgerufen am 23. Januar 2016
  3. a b c Zahlen/Daten/Fakten zur Universität Osnabrück, abgerufen am 23. Januar 2016
  4. Weitere Informationen findet man unter: Fachbereiche. Letzte Aktualisierung: 8. Mai 2015.
  5. Weitere Informationen findet man unter: Lageplan der Universitätsgebäude. Stand: 8. Mai 2015.
  6. Kurzeinführung der UB (PDF; 882 kB), abgerufen am 10. Januar 2009.
  7. Vergleiche ebenfalls: Partneruniversitäten. Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2008.
  8. Wahlergebnis StuRa-Wahl Dezember 2015
  9. Wahlergebnis StuRa-Wahl Januar 2015
  10. AStA Mai 2016
  11. Referat für Fachschaften auf der Seite des AStA
  12. www.beruf-und-familie.de (PDF; 104 kB), vom 28. April 2008.

Koordinaten: 52° 16′ 23″ N, 8° 2′ 30″ O