Baum Hambrook

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Baum Hambrook (* 8. November 1818 in London; † 5. Dezember 1897) war ein deutscher Reichsgerichtsrat und Richter am Reichsoberhandelsgericht.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als sein Vater, der englische Kaufmann John Hambrook, verstarb, zog seine Mutter Johanne mit ihm und seinen älteren Bruder John nach Danzig. Dort besuchte er das Gymnasium. Ab Ostern 1837 studierte Hambrook Rechtswissenschaften in Berlin, Bonn und Halle. In Bonn wurde er 1838 Mitglied des Corps Borussia Bonn.[1] Im Oktober 1840 promovierte „Baum Hambrook aus England“ an der juristischen Fakultät der Universität Greifswald.[2] Seine Vereidigung als Auscultator auf den preußischen Landesherrn geschah 1842 in Königsberg. 1844 wurde er Referendar und 1848 Oberlandesgerichtsassessor. Im August 1848 wurde der Obergerichtsassessor Hambrook vom Appellationsgericht in Köslin an das Appellationsgericht in Berlin versetzt.[3] 1850 war er Stadt- und Kreisrichter in Danzig. 1856 trat er aus dem Staatsdienst aus und wurde Rechtsanwalt und Notar am Appellationsgericht in Marienwerder.[4] 1858 wurde er Mitarbeiter bei der von Levin Goldschmidt neugegründeten „Zeitschrift für das gesamte Handelsrecht und Wirtschaftsrecht“.[5] 1869 erfolgte die Ernennung zum Justizrat. 1876 wurde er Staatsanwalt beim Reichsoberhandelsgericht und ein Jahr später wechselte er auf die Richterbank. 1879 wurde er in den I. Zivilsenat des Reichsgerichts übernommen. Ein großer Teil der ausländischen Literatur in der Reichsgerichtsbibliothek wurde auf seinen Vorschlägen hin angeschafft.[6] 1890 trat er in den Ruhestand. Im Ruhestand in Berlin besuchte er Vorlesungen in der Universität insbesondere Goldschmidts Vorlesungen.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach englischer Sitte bekam er den Familiennamen der Mutter als Vornamen. Die Baums waren eine in den beiden letzten Jahrhunderten in Elbing und Danzig begüterte Familie. Ein Onkel war der Chirurg Wilhelm Baum. Verheiratet war er mit Bertha Schlubach, Tochter eines Rittergutsbesitzers aus Rossitten. Eine seiner vier Töchter, Charlotte (1863–1916) heiratete 1893 Heinrich Georg August von Hennig (1859–1936), ein Sohn Heinrich von Hennigs.[7]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abhandlung über das philosophische System des Hobbes von Malmsbury ins Besondere über seine Philosophie des Rechtes, Danzig 1842; vollständiges Digitalisat bei Google books.
  • Begründung des Einkammersystems, Berlin 1848.
  • Beleuchtung der Gesetzesentwürfe über den Concurs für diejenigen Preussischen Landestheile, in denen das Allgemeine Landrecht und die Allgemeine Gerichtsordnung Gesetzeskraft haben, Breslau 1854 (Digitalisat).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Korpslisten 1910, 19, 150.
  2. E.G. Gersdorf (Hrsg.): „Repertorium der gesammten deutschen Literatur“, 31. Band, Leipzig 1842, S. 23.
  3. Amtsblatt der königlichen Regierung in Potsdam und der Stadt Berlin, Potsdam 1849, S. 315.
  4. So auch Oscar Teichert: "Geschichte der Ziergärten und der Ziergärtnerei in Deutschland während der Herrschaft des regelmäßige Gartenstyls", Berlin 1865.
  5. Levin Goldschmidt (Hrsg.) : „Zeitschrift für das gesamte Handelsrecht und Wirtschaftsrecht“ Band 1, Erlangen 1858, S. XI.
  6. Karl Schulz (1844–1929), Reichsgerichtsbibliothekar: Zur Geschichte der Bibliothek des Reichsgerichts, in: Die ersten 25 Jahre des Reichsgerichts, Sonderheft des Sächsischen Archivs für Deutsches Bürgerliches Recht zum 25-jährigen Bestehen des höchsten Deutschen Gerichtshofs, S. 207.
  7. Genealogisches Handbuch des Adels, Limburg 1977, Band 64, S. 156.