Behaarter Ginster

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Behaarter Ginster
Behaarter Ginster (Genista pilosa)

Behaarter Ginster (Genista pilosa)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Ginster (Genista)
Art: Behaarter Ginster
Wissenschaftlicher Name
Genista pilosa
L.

Behaarter Ginster (Genista pilosa), auch Heide-Ginster oder Sand-Ginster genannt, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 7
Zweig mit Laubblättern und Blüten

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sommergrüne, dichtbuschige Zwergstrauch - an Felsen angelehnt auch Spaliersträuchlein - hat niederliegende bis aufsteigende Äste und erreicht Wuchshöhen bis 30 Zentimeter. Die jüngeren Zweige sind rundlich und anliegend behaart, ältere sind längsstreifig und knotig sowie dornenlos.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter stehen einzeln an den Langtrieben, sonst in Büscheln. Die bis zu 1 Zentimeter langen und 4 Millimeter breiten Blattspreiten sind lanzettlich oval und entlang der Mittelrippe gefaltet. Die dunkelgrünen Blattspreiten sind unterseits dicht seidig behaart.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die Blüten stehen einzeln oder bis zu dritt in den Blattachseln der Vorjahrstriebe. Die zwittrigen Blüten sind bei einer Länge von bis zu 1 Zentimeter zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kronblätter sind goldgelb.

Die etwa 2,5 Zentimeter langen Hülsenfrüchte besitzen feine, dünne Härchen an den Nähten. Die Fruchtreife erfolgt ab Juli.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genista pilosa hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in West-, Mittel- und Südosteuropa.[2] In Deutschland kommt sie vor allem im Norden und Westen vor und fehlt südlich der Donau.

Als Standort werden sonnige, trockenwarme, kalkarme Säume von Gebüschen und Wäldern sowie Heiden und Magerwiesen bevorzugt. Der Behaarte Ginster gilt als Zeigerpflanze für versauerte Böden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Genisto pilosae-Callunetum, kommt seltener auch im Vaccinio-Callunetum vor und ist eine Charakterart des Genistion pilosae-Verbandes.[1]

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Behaarten Ginster bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Hasenbarm (Göttingen), Lütte Heidkraut (Mecklenburg), Maipfriemen, Ringheide (Württemberg in der Baar) und Thierheide.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 584.
  2. Verbreitungsangabe in der Euro+Med PlantBase, abgerufen am 5. Februar 2016
  3. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 126.(online).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno P. Kremer: Strauchgehölze. Erkennen und Bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11478-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Behaarter Ginster (Genista pilosa) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien