Beiershausen

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Beiershausen
Koordinaten: 50° 49′ 32″ N, 9° 38′ 58″ O
Höhe: 212 (209–265) m
Fläche: 2,95 km²
Einwohner: 274 (1. Jul. 2002)
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36251
Vorwahl: 06625
Beiershausen (im Hintergrund Asbach und rechts Kohlhausen)
Beiershausen (im Hintergrund Asbach und rechts Kohlhausen)

Beiershausen ist ein Dorf mit etwa 300 Einwohnern in Osthessen etwa 6 km südwestlich von Bad Hersfeld an der Bundesstraße 62 gelegen.

Die Häuser folgen dem Falkenbach und schmiegen sich an die nordwestlich gelegenen Berghänge des Aulaberges (342,4 m ü. NN), des Mittelberges (358,5 m ü. NN) und des Langenberges. Südöstlich, jenseits der Bundesstraße und der Bahnstrecke Bad Hersfeld–Treysa, auch „Knüllwaldbahn“ genannt, fließt die Fulda am Ort vorbei. Das bebaute Gebiet liegt auf 209 m ü. NN an der Bundesstraße und steigt bis 265 m ü. NN an den Hängen des Mittelberges an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beiershausen, ein historisches hessisches Bauerndorf, wurde im Jahre 1332 erstmals urkundlich erwähnt. 1393 verkauften die Adligen von Milnrode, die zur Zeit des Abtes Berthold (1366–1388) hersfeldischen Lehnsbesitz in Beigershusin hatten, das Dorf Beigershusin an Hersfeld „wiederkäuflich“. Im Dreißigjährigen Krieg war Beiershausen „ganz wüst geworden“.

Am 31. Dezember 1971 wurde Beiershausen in die Kreisstadt Bad Hersfeld eingegliedert.[1]

Der Ort lässt auch heute noch erkennen, wie die ersten Siedler die Besonderheiten der Landschaft genutzt haben. Im Ortskern drängen sich die Höfe eng aneinander und sind doch in ihrer Vielfalt Ausdruck einer bäuerlichen Eigenständigkeit. Das Dorf ist auch heute noch weitgehend in seinem ursprünglichen Erscheinungsbild erhalten. Die zahlreichen, klar gegliederten Bauernhöfe mit ihren Wirtschaftsgebäuden, Nutz- und Obstgärten, die charakteristischen Straßenräume mit ihren Gängeln und alten Winkeln sind noch heute zu sehen.

Das Feuerwehrhaus in Beiershausen
Bahnübergang und ehemaliger Haltepunkt Beiershausen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Beiershausen. Die Daten von 1930 bis 1970 kommen aus Volkszählungsergebnissen. Für 1997 stammen die Daten vom Einwohnermeldeamt.

Jahr 1840 1867 1895 1930 1939 1950 1961 1970 1994 1997 2002 2004
Einwohner 155 137 119 138 171 268 218 278 303 314 274 307

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfaffenwaldfriedhof

1938 wurde das Lager Pfaffenwald als „Reichsautobahnlager“ für die Unterbringung von beim Bau der Asbachtalbrücke beschäftigten Zwangsarbeitern im Pfaffenwald westlich von Beiershausen eingerichtet. Von 1942 bis zum Frühjahr 1945 wurde es dann als Durchgangs-, Sterbe-, Geburten- und Abtreibungslager für ausländische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen genutzt. Die im Lager Verstorbenen wurden von den Lagerinsassen selbst auf einem provisorischen Friedhof im Interessentenwald in den Rothäckern[2] bestattet.[3] 1958/59 legten dann Soldaten der Bundeswehr einen Waldfriedhof () an,[4] der 1960/61 von der Hessischen Landesregierung und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge vollendet und am 14. Mai 1961 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.[5][6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Hohlmann: Pfaffenwald: Sterbe- und Geburtenlager 1942–1945. Nationalsozialismus in Nordhessen – Schriften zur regionalen Zeitgeschichte, Heft 2, Hrsg.: Gesamthochschule Kassel, Kassel, 1984, ISBN 3-88122-171-9 (Digitalisat)
  • Das Holzkreuz im Walde. In: Die Zeit Nr. 51/1958, 18. Dezember 1958, abgerufen am 8. Januar 2017

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 397.
  2. Zwischen dem Forsthaus Falkenbach im Süden und der Quelle des Wolfsgrabens im Norden (Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 65. Niederaula. Historische Kartenwerke. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).).
  3. Hohlmann, S. 80
  4. „Das Holzkreuz im Walde“, Zeit, 18. Dezember 1958
  5. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Beiershausen "Pfaffenwald", Waldfriedhof
  6. „Würdiges Erinnern“, in: Hersfelder Zeitung, 9. Dezember 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]