Belchenflue

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Belchenflue
Belchenflue

Belchenflue

Höhe 1099 m ü. M.
Lage 7 km westlich von Olten
Gebirge Schweizer Jura
Gestein Oolithischer Kalkstein
Besonderheiten Fortifikation im Ersten Weltkrieg

Die Belchenflue, bei den Einheimischen Bölchen genannt und zur Unterscheidung von gleichnamigen Bergen in Deutschland und Frankreich auch als Schweizer Belchen bezeichnet, ist ein markanter Berggipfel im Schweizer Jura. Sie ist 1099 m hoch und liegt etwa 7 km westlich von Olten. Über den Felsgipfel verläuft die Grenze zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn.

Die Belchenflue befindet sich in einem geologisch kompliziert aufgebauten Abschnitt des östlichen Juras. Die zur Jurazeit in einem tropischen Flachmeer abgelagerten Kalk- und Mergelschichten wurden während der Jurafaltung im späten Miozän und Pliozän stark zusammengepresst, teilweise in Schuppen zerlegt, übereinander geschoben und steil gestellt. Der Felsgipfel besteht aus dem harten oolithischen Kalkstein des Hauptrogensteins, der in der mittleren Jurazeit (Dogger) abgelagert wurde. Durch stärkere Erosion der umliegenden weicheren Gesteine wurde diese kompetente Gesteinsschicht herauspräpariert.

Begrenzt wird die Belchenflue im Norden durch den Talkessel von Eptingen. Im Süden verlaufen mehrere Kämme mit dazwischen geschalteten Talmulden und Ausräumungskesseln parallel, bevor das Gelände steil zum Schweizer Mittelland hin abfällt. Die Belchenflue ist charakterisiert durch eine gegen Norden einfallende, bis 80 m hohe Felswand; auch gegen Süden fällt der Berg steil ab, zeigt aber nur im Gipfelbereich Felsen. Nur wenige hundert Meter westlich der Belchenflue befindet sich der bewaldete Ruchen, der mit 1123 m ü. M. zwar noch ein bisschen höher, aber weit weniger markant ist als die Fluh.

Die Belchenflue ist Teil der Jurahauptkette zwischen der Nordwestschweiz und dem Mittelland. Sie bildet die Wasserscheide zwischen der Aare im Süden und der Ergolz im Norden, beides linke Nebenflüsse des Rheins. Nach Osten setzt sich die Kette über die Challhöchi und den Ifleterberg zum Passübergang des Unteren Hauensteins fort. Gegen Westen senkt sich der Dürstelberg zum Oberen Hauenstein bei Langenbruck.

Vom Chilchzimmersattel ist die Belchenflue leicht zu erreichen. Der letzte Wegabschnitt auf den Felsgipfel ist steil, aber mit Geländern gesichert. Der Berg ist ein beliebter Aussichtsberg mit freiem Blick in alle Richtungen ausser nach Westen. An klaren Tagen bietet sich ein schönes Panorama auf die Alpen, den Schwarzwald und die Vogesen.

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges war die Belchenflue ein wichtiger Stützpunkt der Fortifikation Hauenstein, eines Festungssystems im Jura, dessen Ziel darin bestand, den Knotenpunkt Olten zu schützen. Östlich der Belchenflue unterquert die Autobahn A2 die Jurakette im 3.18 km langen Belchentunnel.

Der Bergname stammt ursprünglich aus der keltischen Sprache und geht auf den Sonnengott Belenus zurück. Die Belchenflue ist einer der drei Markierungspunkte der wichtigen jahreszeitlichen Sonnenvisuren im Belchendreieck (siehe Weblink). Ausgangspunkt ist der gleichnamige Elsässer Belchen (Ballon d'Alsace) in den Vogesen. Zur Zeit der Wintersonnenwende geht die Sonne vom Elsässer Belchen aus gesehen genau hinter der Belchenflue auf. Umgekehrt sinkt die Sonne von der Belchenflue gesehen am Tag der Sommersonnenwende exakt hinter dem Elsässer Belchen nieder.

Galerie

Weblinks