Belchentunnel

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Belchentunnel
Belchentunnel
Nordportal des Belchentunnels
Nutzung Strassentunnel
Verkehrsverbindung Autobahn A2
Länge 3180 mdep1
Anzahl der Röhren 2 (eine weitere geplant)
Lage
Belchentunnel (Basel-Landschaft)
Red pog.svg
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Koordinaten
Nordportal 628537 / 24760847.3786877.816495
Südportal 629965 / 24473447.3527747.835212
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM oder Bing

Der Belchentunnel ist ein 3180 Meter langer, zweiröhriger Strassentunnel der Autobahn A2 in der Schweiz. Er verbindet Eptingen im Kanton Basel-Landschaft mit Hägendorf im Kanton Solothurn und gehört zur wichtigen Nord-Süd-Verbindung von Deutschland-Basel nach Luzern-Italien bzw. Bern.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bis vor dem Bau der Nationalstrasse A2 und des Tunnels führte der Verkehr von der Nordwestschweiz und Deutschland über Landstrassen und den Oberen- oder Unteren Hauenstein-Pass ins Mittelland (Schweiz). Als der Strassenverkehr immer mehr zunahm und sich an Spitzentagen bis zu 3500 Autos durch das Stadttor von Liestal zwängten, begann jahrelanges Planen und sorgfältige Untersuchungen der Geologen für eine Nationalstrasse durchs Arisdorfer- und Diegtertal und einen Tunnel unter dem Belchen hindurch. Im Februar 1960 wurde den Bauten schliesslich grünes Licht erteilt.

Bau[Bearbeiten]

Zwischen 1963 und 1966 bearbeiteten die Bohrmaschinen den Jurafels. Sie gruben zwei Röhren mit 40 Meter Abstand durch das Gebirge. Sieben Querstollen verbinden die beiden Fahrbahnen, von welchen drei Lüftungskamine an die Erdoberfläche führen. Das nördliche Portal ist auf 605 m ü. M., das südliche auf 610 m ü. M. und der Kulminationspunkt auf 618 m ü. M. Der erste Durchschlag erfolgte am 16. Oktober 1964, und am 8. Juni 1966 konnte der Tunnel dem Verkehr übergeben werden.

Erneuerung[Bearbeiten]

Infolge des enormen Bergdruckes durch die wasserführenden Anhydrit (Calciumsulfat), Gips und Tonmineralienschichten wurden schon nach kurzer Zeit Abplatzungen und Verformungen an Tunnelwänden und an der Tunnelsohle sichtbar. Daher wurde der Tunnel während neun Monaten zweimal zur Baustelle. In den Jahren 2001 bis 2003 wurden für die Sanierungsarbeiten je eine Tunnelröhre gesperrt. Neben den Ausbesserungen wurde der Tunnel auch an die neuesten Sicherheitsanforderungen angepasst. Durch den Betrieb von nur einer Röhre mit Gegenverkehr kam es zeitweise zu starken Verkehrsbehinderungen und zu kilometerlangen Staus auf beiden Seiten des Tunnels.

Zukunft[Bearbeiten]

Um Staus bei Sanierungs- und Unterhaltsarbeiten vorzubeugen und immer zwei Röhren mit je zwei Fahrspuren in Betrieb zu haben, wird eine dritte Röhre neben den zwei bestehenden in den Berg gegraben. Am 26. März 2003 genehmigte der Bundesrat und danach das Stimmvolk der beiden Kantone Basel-Landschaft und Solothurn das Projekt des Sanierungstunnels Belchen. So sollen zukünftig im Normalbetrieb die beiden äusseren Röhren befahren werden und die mittlere Röhre als Flucht- und Rettungsstollen bzw. als Fahrtunnel bei den jährlichen Unterhalts- und Wartungsarbeiten dienen.

Näheres zu den aktuellen Projekten am und im Tunnel Belchen kann man über die Tunnel- und Projekthomepage erfahren.

Daten[Bearbeiten]

Länge: 3180 m
Bauzeit: 1. August 1963 bis 8. Juni 1966
Sohlstollenvortrieb
Vortrieb: ca. 60 Meter pro Monat

Die urbane Legende von der „Weissen Frau“[Bearbeiten]

1980-83 kursierte in der Region die moderne Sage von der „Weissen Frau vom Bölchentunnel“ (auch Die weisse Frau vom Belchentunnel)[1][2] - einer Geistererscheinung, die zu Autofahrern sprach.[3] Über dieses Phänomen wurde 2012 auch ein Kurzfilm mit dem Titel di wyssi Frou… gedreht.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Weisse Frau vom Belchentunnel: Traditionen und ihre Innovationen in Walter Leimgruber; Säen, dröhnen, feiern; 2013, ISBN 978-3-03919-298-4
  2. Die Belchenfrau - eine Begegnung der dritten Art bazonline.ch
  3. Experiment mit der Weissen Frau - Artikel von Dina Sambar in der Online-Ausgabe der Basler Zeitung vom 7. Juli 2010, abgerufen am 7. Januar 2011
  4. Di wyssi Frou… swissfilms.ch