Belchentunnel

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Belchentunnel
Belchentunnel
Nordportal des Belchentunnels
Nutzung Strassentunnel
Verkehrsverbindung Autobahn A2
Länge 3180 m
Anzahl der Röhren 2 (eine weitere geplant)
Betrieb
Freigabe Dezember 1970 (nicht 1966)
Lage
Belchentunnel (Schweiz)
Red pog.svg
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Koordinaten
Nordportal 628537 / 247608
Südportal 629965 / 244734

Der Belchentunnel ist ein 3180 Meter langer, zweiröhriger Strassentunnel der Autobahn A2 in der Schweiz. Er verbindet Eptingen im Kanton Basel-Landschaft mit Hägendorf im Kanton Solothurn und gehört zur wichtigen Nord-Süd-Verbindung von Deutschland über Basel in das schweizerische Mittelland und von dort über Luzern nach Italien beziehungsweise über Bern in den Genferseeraum.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis vor dem Bau der Nationalstrasse A2 und des Tunnels führte der Verkehr von der Nordwestschweiz und Deutschland über Landstrassen und den Oberen- und den Unteren Hauenstein-Pass ins Mittelland. Als der Strassenverkehr immer mehr zunahm und sich an Spitzentagen bis zu 3500 Autos durch das Stadttor von Liestal zwängten, begannen Planungen und sorgfältige geologische Untersuchungen für eine Nationalstrasse durch das Arisdorfer- und das Diegtertal und einen Tunnel unter dem Belchen zum Jurasüdfuss. Im Februar 1960 begannen die Bauarbeiten für die Autobahn und den Tunnel.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1963 und 1966 brachen die Bohrmaschinen zwei Röhren mit 40 Meter Abstand durch den Kalk des Jurafelsens. Sieben Querstollen verbinden die beiden Fahrbahnen, von welchen drei Lüftungskamine an die Erdoberfläche führen. Das nördliche Portal liegt auf 605 m ü. M., das südliche auf 610 m ü. M. und der Kulminationspunkt auf 618 m ü. M. Der erste Durchschlag erfolgte am 16. Oktober 1964, und im Dezember 1970 konnte der Tunnel dem Verkehr übergeben werden.

Erneuerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infolge des enormen Bergdruckes durch die wasserführenden Anhydrit (Calciumsulfat), Gips und Tonmineralienschichten wurden schon nach kurzer Zeit Abplatzungen und Verformungen an Tunnelwänden und an der Tunnelsohle sichtbar. Daher wurde der Tunnel während neun Monaten zweimal zur Baustelle. In den Jahren 2001 bis 2003 wurden für die Sanierungsarbeiten je eine Tunnelröhre gesperrt. Neben den Ausbesserungen wurde der Tunnel auch an die neuesten Sicherheitsanforderungen angepasst. Durch den Betrieb von nur einer Röhre mit Gegenverkehr kam es zeitweise zu starken Verkehrsbehinderungen und zu kilometerlangen Staus auf beiden Seiten des Tunnels.

Dritte Röhre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Staus bei Sanierungs- und Unterhaltsarbeiten vorzubeugen und um immer zwei Röhren mit je zwei Fahrspuren in Betrieb zu haben, wird eine dritte Röhre neben den zwei bestehenden in den Berg gegraben. Am 26. März 2003 genehmigte der Bundesrat und danach das Stimmvolk der beiden Kantone Basel-Landschaft und Solothurn das Projekt des Sanierungstunnels Belchen.

So sollen zukünftig im Normalbetrieb die beiden äusseren Röhren befahren werden und die mittlere Röhre als Flucht- und Rettungsstollen bzw. als Fahrtunnel bei den jährlichen Unterhalts- und Wartungsarbeiten dienen. Die Baustelle wurde im Dezember 2015 feierlich eingeweiht. Der neue Tunnel soll 2022 in Betrieb genommen werden. Danach werden die beiden bestehenden Röhren nacheinander saniert.[1] Der Neubau des Sanierungstunnels wird nicht zu einer Kapazitätserweiterung führen. Auch nach den Instandsetzungsarbeiten werden den Automobilisten nur zwei Tunnelröhren mit vier Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Die mittlere Röhre wird dann, ausser bei Unterhaltsarbeiten in einer der beiden anderen Röhren, als Fluchtstollen dienen.

Am 9. Februar 2016 wurde beim Südportal des Belchentunnels mit dem Bau der 500 Millionen Franken teuren Sanierungsröhre gestartet. Diese soll 2022 in Betrieb genommen werden.[2]

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Länge: 3180 m
Bauzeit: 1. August 1963 bis 8. Juni 1966
Sohlstollenvortrieb
Vortrieb: ca. 60 Meter pro Monat

Die urbane Legende von der „Weissen Frau“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980–83 kursierte in der Region die moderne Sage von der „Weissen Frau vom Bölchentunnel“ (auch Die weisse Frau vom Belchentunnel)[3][4] – einer Geistererscheinung, die zu Autofahrern sprach.[5] Über dieses Phänomen wurde 2012 auch ein Kurzfilm mit dem Titel di wyssi Frou… gedreht.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die grösste Tunnelbohrmaschine der Schweiz in Der Bund vom 15. Dezember 2015
  2. Sanierungstunnel: Der Belchen-Tunnel bekommt eine dritte Röhre in Neue Zürcher Zeitung vom 9. Februar 2016
  3. Die Weisse Frau vom Belchentunnel: Traditionen und ihre Innovationen in Walter Leimgruber; Säen, dröhnen, feiern; 2013, ISBN 978-3-03919-298-4
  4. Die Belchenfrau - eine Begegnung der dritten Art bazonline.ch
  5. Experiment mit der Weissen Frau - Artikel von Dina Sambar in der Online-Ausgabe der Basler Zeitung vom 7. Juli 2010, abgerufen am 7. Januar 2011
  6. Di wyssi Frou… swissfilms.ch