Berchtesgadener Anzeiger

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Berchtesgadener Anzeiger
Berchtesgadener Anzeiger.gif
Beschreibung deutsche regionale Tageszeitung
Verlag A. Miller Zeitungsverlag
Erstausgabe 1882
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage 4557 Exemplare
(IVW 1/2019, Mo–Sa)
Chefredakteur Ulrich Kastner
Weblink www.berchtesgadener-anzeiger.de

Der Berchtesgadener Anzeiger ist eine Tageszeitung, die sechsmal pro Woche in Berchtesgaden erscheint. Das Verbreitungsgebiet umfasst die Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau bei Berchtesgaden. Die verkaufte Auflage beträgt 4557 Exemplare, ein Minus von 26 Prozent seit 1998.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berchtesgadener Anzeiger wurde 1882 von Ludwig Vonderthann gegründet.[2] Die erste Ausgabe der Tageszeitung im Südosten Bayerns erschien am 6. Dezember 1882 und enthielt auch Unterhaltendes wie „pikante, belehrende und erheiternde“ Erzählungen.[2] In der Hauptsache aber sollten darin die wichtigsten Lokalnachrichten veröffentlicht und politische Ereignisse beleuchtet werden.[3] Sein Erscheinungsbild wurde seither mehrfach geändert, nicht jedoch der Zeitungskopf, dessen Wappen und Titel gleich blieben.[4] Am 20. April 1912 wurde der Berchtesgadener Anzeiger erstmals auch mit Bildern und Grafiken ausgestattet und veranschaulichte damit den Untergang der Titanic.[2]

In der Zeit des Nationalsozialismus war mit L.P. Miller ein Enkel von Ludwig Vonderthann Verleger des Blattes, der wie sein Hauptschriftleiter der NSDAP beigetreten ist.[2] „Im Krieg schließlich erfreute sich die Zeitung des als Flieger hochdekorierten Verlegers der aktiven Unterstützung der lokalen Parteiführer und konnte unter der Ägide seiner Frau Charlotte Miller bis Kriegsende erscheinen.“[2] Der Zeitung wurde in jener Zeit jedoch auch eine Rüge wegen unzureichender Berichterstattung über eine NSDAP-Gautagung erteilt.[5][6] Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten die Millers zunächst keine Lizenz von der amerikanischen Militärregierung, sondern mussten mit der neuerlichen Herausgabe des Berchtesgadener Anzeigers bis zur Generallizenz 1949 warten.[2][6] Im Jahr 1949 geriet die Zeitung in Verruf, weil sie eine Schuld deutscher Generäle während des Zweiten Weltkrieges bestritten hatte.[7]

Erich Melcher, ab 1946 für den Berchtesgadener Anzeiger tätig, übernahm 1972 die Leitung von Druckerei und Verlag und führte nach dem Tod von Verleger L.P. Miller das Unternehmen weiter.[2] Seine Nachfolger waren wiederum seine Tochter Iris Melcher und ihr Schwager Wolfgang Krawehl.[2] „Im Jahr 2007 schloss sich der Kreis der Verlagsgeschichte“ und seither ist mit Thomas Miller wieder ein Mitglied der Gründerfamilie Verleger des Berchtesgadener Anzeigers.[2] Dessen Familie ist auch Eigentümer des Traunsteiner Tagblatts, das wiederum seit Anfang der 1970er Jahre u. a. auch für den Berchtesgadener Anzeiger den Mantel produziert. Chefredakteur des Berchtesgadener Anzeigers ist derzeit Ulrich Kastner.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berchtesgadener Anzeiger hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 26 Prozent gesunken.[8] Sie beträgt gegenwärtig 4557 Exemplare.[9] Das entspricht einem Rückgang von 1601 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 86,3 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW (Details auf ivw.eu)
  2. a b c d e f g h i Zur Geschichte des Berchtesgadener Anzeigers - Gekürzte und aktualisierte Version aus Hans Wagner, Ursula E. Koch, Patricia Schmidt-Fischbach: Enzyklopädie der Bayerischen Tagespresse, München, 1990, nachzulesen im Berchtesgadener Anzeiger online
  3. Hans Wagner, Ursula E. Koch, Patricia Schmidt-Fischbach: Enzyklopädie der Bayerischen Tagespresse, Verlag Jehle-Rehm, München, 1990, ISBN 3807308334, Herausgeber: Hans Wagner
  4. Stamm Leitfaden durch Presse und Werbung, Band 1, Stamm Verlag GMBH, 2007, S. 7, ISSN 0341-7093; OCLC 4338718
  5. Norbert Frei: Nationalsozialistische Eroberung der Provinzpresse, Deutsche Verlags-Anstalt, 1980, S. 222
  6. a b Zur Haltung des Berchtesgadener Anzeigers während der NS-Zeit und zur Berichterstattung über den Reichstagsbrand in Stefan Plenk: Der Reichstagsbrand und die deutsche Presse, Grin Verlag, 2007, ISBN 3638775666, S. 13–15
  7. Norbert Frei (Institut für Zeitgeschichte, München): Amerikanische Lizenzpolitik und deutsche Pressetradition: Die Geschichte der Nachkriegszeitung Südost-Kurier, Ausgaben 52-53, Oldenbourg, 1986. S. 146–147
  8. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  9. laut IVW, erstes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  10. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)