Berg-Baldrian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Berg-Baldrian
Berg-Baldrian (Valeriana montana)

Berg-Baldrian (Valeriana montana)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Baldriangewächse (Valerianoideae)
Gattung: Baldriane (Valeriana)
Art: Berg-Baldrian
Wissenschaftlicher Name
Valeriana montana
L.

Der Berg-Baldrian (Valeriana montana) ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae), die in den Kalkgebirgen Europas vorkommt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um eine mehrjährige krautige Pflanze (Hemikryptophyt). Von einer schwach verholzenden, bis 15 cm langen Grundachse, steigen neben sterilen Blattrosetten meist deutlich vielkantige Stängel mit Wuchshöhen zwischen 30 cm und 60 cm auf.

Die gegenständigen Laubblätter sind ungeteilt und eiförmig bis lanzettlich, seltener sind die oberen Blätter auch dreilappig. Zumindest die unteren Blätter sind ganzrandig. Zwischen den Grundblättern und dem Blütenstand sitzen noch drei bis acht Paare Stängelblätter. Dagegen hat der ähnliche Felsen-Baldrian (Valeriana saxatilis), der meist auch deutlich kleiner ist, noch höchstens ein oder zwei Paare.

An den Stängelenden sitzen reichblütige trugdoldige Blütenstände. Die Blüten sind meist deutlich rosa bis rötlich und nur selten weiß.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 32.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man findet die Art in den Hochgebirgen des südlichen und mittleren Europas. Die Nordgrenze ihres Verbreitungsgebietes wird am Nordrand der Alpen erreicht. Sie kommt vor in Portugal, Spanien, Andorra, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Italien, Sardinien, Korsika, Österreich, Liechtenstein, Tschechien, Polen, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Albanien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien und in der Türkei vor.[2]

Diese Art wächst in subalpinen bis alpinen Kalkschuttfluren. Sie kommt ausschließlich auf kalkhaltigen Böden vor. Sie ist eine Verbandscharakterart des Petasition paradoxi und kommt vor allem im Petasitetum paradoxi vor. Seltener findet sie sich auch in Gesellschaften der Verbände Epilobion fleischeri oder Seslerion albicantis.[1]

In den Allgäuer Alpen steigt sie am Südwestabfall des Linkerskopfs in Bayern bis zu 2200 m Meereshöhe auf.[3]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Valeriana montana L. hat auch das Synonym: Valeriana montana subsp. hirsuticaulis E. Walth.[2]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz Deutschland. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 882. ISBN 3-8001-3131-5
  2. a b E. von Raab-Straube & T. Henning (2017+): Valerianaceae. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Valerianaceae
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 535. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Valeriana montana – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien