Bertrand Herz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Präsident Barack Obama am 5. Juni 2009 im KZ Buchenwald mit Angela Merkel, Elie Wiesel und Bertrand Herz.

Bertrand Herz (* 24. April 1930 in Paris) ist ein französischer Ingenieur und Hochschullehrer jüdischer Abkunft, der als Jugendlicher im KZ Buchenwald Zwangsarbeit leisten musste. Seit 2001 ist er Generalsekretär der Association Française Buchenwald Dora et Kommandos und Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die Familie bereits 1942 in den nichtbesetzten Teil Frankreichs geflohen war, wurde Bertrand Herz mit mehreren Angehörigen im Juli 1944 von der Gestapo verhaftet, zwischenzeitlich in Toulouse interniert und anschließend mit dem Vater ins KZ Buchenwald deportiert, während Mutter und Schwester ins KZ Ravensbrück überstellt wurden. Er bekam die Häftlingsnummer 69592 und war im Block 61 des Kleinen Lagers untergebracht. Zusammen mit seinem Vater musste er im KZ-Außenlager Niederorschel Zwangsarbeit im Flugzeugwerk Junkers verrichten, woran sein Vater noch im Januar verstorben ist. Nach seiner Rückführung nach Buchenwald erlebte Herz dort am 11. April die Befreiung des KZ Buchenwald durch die 3. US-Armee.

Wenige Wochen nach der Befreiung kehrte er nach Frankreich zurück, wohin auch seine Schwester inzwischen zurückgekehrt war, während die Mutter im Dezember 1944 im KZ Ravensbrück ums Leben gekommen war.

Bertrand Herz absolvierte ein Studium an der École polytechnique, wo er 1953 sein Patent als Diplomingenieur erwarb.

Anschließend trat er in die Französische Marine ein, in der er für mehrere Jahre als Kommandant der Reserve geführt wurde. In dieser Zeit, 1958, erweiterte er sein Wissen von der Informatik und spezialisierte sich auf organisationstechnische, beratende und leitende Tätigkeiten auf dem Feld der Informatik. Außerdem arbeitete er für eine Versicherungsfirma und war Mitarbeiter eines großen Konzerns.

Aufgrund seiner Befähigungen wurde er 1985 zum Professor am Technologischen Institut der Universität Paris V berufen, wo er bis 1994 lehrend tätig war. In der Folgezeit sah er seine Aufgabe noch mehr in der Vertretung der französischen ehemaligen Buchenwaldhäftlinge und übernahm dafür hohe Leitungsfunktionen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ronald Hirte, Hannah Röttele, Fritz von Klinggräff: Von Buchenwald(,) nach Europa. Weimarer Verlagsgesellschaft Ltd., Weimar 2011, ISBN 978-3-941830-14-1.
  • Bertrand Herz, Le pull-over de Buchenwald, Tallandier, Paris, 2015, ISBN 979-1-021007-05-5
  • Bertrand Herz, Der Tod war überall, Eckhaus Verlag, Weimar, 2016, ISBN 978-3-945294-12-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IKBD-Präsident Bertrand Herz wird Ehrenbürger Weimars
  2. Weimar - Rathauskurier
  3. Osmose Nr.27 - OSE France