Biagio Marini

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Biagio Marini (* 3. Februar 1594 in Brescia, getauft 5. Februar 1594 in Brescia; † 17. November 1663 in Venedig) war ein italienischer Violinist und Komponist des Barock.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marini gilt als einer der frühen Violinvirtuosen und -komponisten. Unterrichtet wurde er vermutlich durch seinen Onkel Giacinto Bondioli. Ab 1615 wirkte er als Violinist unter Claudio Monteverdi am Markusdom in Venedig, 1620 in Brescia. 1621 finden sich Spuren am Hof der Farnese in Parma. Fast 30 Jahre lang war in den Diensten des Herzogs und Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm in Neuburg an der Donau und an dessen Hof in Düsseldorf tätig. Ebenfalls sind Aufenthalte in Brüssel (1624). In Italien wirkte er danach in Mailand, wo er ab 1649 und nochmals ab 1654 Kapellmeister an der Kirche Santa Maria della Scala war, sowie in Venedig, wo er 1652 kurz als Bass und Instrumentalist am Markusdom angestellt war. Diese Stellung wurde ihm 1653 wegen unerlaubter Abwesenheit gekündigt, während der er zum Kapellmeister der Academia delle Morte in Ferrara ernannt worden war. 1654 kam er wieder nach Mailand, 1655/1656 nach Vicenza und 1661 als Maestro di camera an die Privatkapelle des Bischofs von Padua. Aus drei Ehen Marinis entstammen fünf Kinder.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marini nahm eine wichtige Stellung in der Entwicklung der frühen Violin- und Triosonate ein. Erstmals findet man in seinen Werken spieltechnische Neuerungen, so schrieb er erstmals Doppel- oder Tripelgriffe und das Bogenvibrato vor. Auch führt er als erster die Skordatur in zwei Sonaten des Op. 8 ein.

Er gilt als früher Virtuose seines Instruments und als einer der ersten bedeutenden Komponisten von Instrumentalmusik. Die Wirkung Marinis auf die italienische Musik im 17. Jahrhundert kann durchaus verglichen werden mit jener von Heinrich Schütz auf die deutsche Musik seiner Zeit.

Gedruckte Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Op. 1 Affetti musicali (1617 Venedig)
  • Op. 2 Madrigali e symfonie
  • Op. 3 Arie, madrigali et corenti (1620 Venedig)
  • Op. 5 Scherzi e canzonette (1622 Parma)
  • Op. 6 Le lagrime d’Erminia in stile recitativo
  • Op. 7 Per le musiche di camera concerti
  • Op. 8 Sonate, symphonie…e retornelli (1629 Venedig)
  • Op. 9 Madrigaletti
  • Op. 13 Compositioni varie per musica di camera
  • Op. 15 Corona melodica
  • Op. 16 Concerto terzo delle musiche da camera (1649 Mailand)
  • Op. 18 Salmi per tutte le solennità dell’anno concertati nel moderno stile
  • Op. 20 Vesperi per tutte le festività dell’anno
  • Op. 21 Lagrime di Davide sparse nel miserere
  • Op. 22 Per ogni sorte di strumento musicale diversi generi di sonate, da chiesa, e da camera (1655 Venedig)
  • 2 Motetten

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Brunner Biagio Marini: Die Revolution in der Instrumentalmusik. (Edition Descartes 10) Verlag Bickel, Schrobenhausen 1997, ISBN 3-922803-92-X
  • Dora J. Iselin Biagio Marini. Sein Leben und seine Instrumentalwerke (Phil. Diss.). Hildburghausen/Basel 1930.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]