Blattzeit

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Rehblatter mit Stellschraube zur Änderung des Fieptones

Als Blattzeit, einem Begriff aus der Jägersprache, wird der Zeitabschnitt in der Paarungszeit des Rehwildes bezeichnet, bei dem die Lockjagd auf den Rehbock, das so genannte Blatten, erfolgreich ausgeübt werden kann.[1]

Die Paarungszeit, d. h. die Brunft des Rehwilds, beginnt Mitte Juli und dauert bis Mitte August. Häufig wird der gesamte Zeitraum als Blattzeit bezeichnet. Die eigentliche Blattzeit beginnt jedoch erst Ende Juli. Dann ist der überwiegende Teil der Ricken und Schmalrehe „beschlagen“, von einem Rehbock begattet worden. Die Rehböcke finden dann kaum noch brunftige, weibliche Rehe und lassen sich deshalb auf ihrer Suche häufiger vom Jäger anlocken.

Beim „Blatten“ werden die Fieplaute des weiblichen Rehs oder des Kitzes durch Anblasen eines zwischen den Daumen zu den Lippen geführten frischen Laubblattes, Grashalms, oder einer Lamelle der Birkenrinde nachgeahmt. Heute werden meist sogenannte Blatter verwendet, bei denen durch Anblasen einer Metallzunge, ähnlich der in einer Mundharmonika, die Fieplaute erzeugt werden. Das Blatten ist schwieriges Handwerk, und wer dieses nicht beherrscht, kann den Bock leicht "verblatten".

Auf kopulierende Böcke zu schießen, ist mit jagdlicher Ethik unvereinbar: Schieß den Bock nicht von der Ricke.

In den skandinavischen Ländern wird teilweise die Jagd auf Rehböcke während der Brunft bzw. Blattzeit als unwaidmännisch, d. h. jagdethisch unvertretbar, angesehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Blattjagd Deutsche Jagdzeitung, Ausgabe Juli 1999 (djz.de eingesehen am 28. November 2009)