Bob, der Streuner

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Filmdaten
Deutscher Titel Bob, der Streuner
Originaltitel A Street Cat Named Bob
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2016
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Roger Spottiswoode
Drehbuch Tim John,
Maria Nation
Produktion Adam Rolston
Musik David Hirschfelder
Kamera Peter Wunstorf
Schnitt Paul Tothill
Besetzung

Bob, der Streuner (Originaltitel: A Street Cat Named Bob) ist ein britischer Film des Regisseurs Roger Spottiswoode, der auf einer wahren Geschichte beruht. Er basiert auf dem Buch Bob, der Streuner: Die Katze, die mein Leben veränderte von James Bowen aus dem Jahr 2013. Der Film hatte am 3. November 2016 in London Premiere. In Deutschland kam er am 12. Januar 2017 in die Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Straßenmusiker James lebt in London auf der Straße. Er ist drogenabhängig und nimmt an einem Methadon-Substitutionsprogramm teil. Mit dem Junkie Baz, den er gelegentlich trifft, möchte er eigentlich nichts mehr zu tun haben, lässt sich von diesem aber trotzdem zu einem Schuss verführen, woraufhin er im Krankenhaus landet. Seiner Betreuerin Val gelingt es, für James eine Wohnung zu besorgen. Dort wird er von einer rot getigerten Katze überrascht, die über das geöffnete Fenster eingestiegen ist. Er gibt ihr zu essen und versucht ihren Besitzer ausfindig zu machen. Da ihm dies nicht gelingt, setzt er sie im Park wieder aus, doch kommt sie mit einer Verletzung wieder zu James zurück. Die in der Nähe wohnende Tierfreundin Betty vermittelt ihm eine kostenlose Tierarztbehandlung, doch muss er für die teuren Medikamente sein letztes Geld opfern. Betty gibt dem Kater auch den Namen Bob und sorgt dafür, dass er kastriert wird. James gewinnt Bob sehr lieb und spricht viel mit ihm. Das Tier folgt ihm zum Musizieren in der Stadt und James stellt fest, dass die Passanten ihm viel mehr Geld zukommen lassen, seit es dabei ist. Er tritt nun immer mit Bob auf, der meistens auf seiner Schulter sitzt.

Zu Betty entwickelt James eine freundschaftliche Beziehung, allerdings erzählt er ihr nichts von seinem Drogenkonsum. Bettys Bruder, in dessen Wohnung sie lebt, starb an einer Überdosis, wodurch sie eine Abneigung gegen Drogensüchtige hat. James erzählt ihr, dass seine Eltern sich in seiner Kindheit trennten, und seine Mutter nun in Australien lebt, während sein Vater ihn ablehnt. Eines Tages trifft er seinen Vater zufällig mit dessen neuer Lebensgefährtin, und teilt ihm seinen Wunsch mit, an Weihnachten zum Essen zu kommen. Um ihn abzuwimmeln, schlägt der Vater einen eventuellen Besuch an Neujahr vor. James besucht ihn tatsächlich unangemeldet an diesem Tag, was in einem Desaster endet, da Bob eine Vase und den Weihnachtsbaum umwirft.

Eines Tages gibt es bei einem Straßenaufritt von James eine Schlägerei. Obwohl James nichts dafür konnte, erhält er ein Verbot, in der Stadt aufzutreten. Stattdessen bekommt er einen Job als Verkäufer der Obdachlosenzeitung The Big Issue. Auch hier bewirkt Bob, dass er sehr erfolgreich ist. Als er im „Revier“ eines Kollegen eine Zeitung verkauft, schwärzt dieser ihn an und James bekommt ein einmonatiges Verkaufsverbot, das ihn finanziell und mental wieder in Not bringt. Betty bekommt zufällig mit, wie James in der Apotheke sein Methadon zu sich nimmt, und wendet sich von ihm ab. Als er wieder verkaufen darf, schreibt ein Lokalreporter einen Bericht über James und seine Katze.

Eines Tages findet James Baz leblos mit einer Überdosis. Obwohl James sich sofort um ihn kümmert und der Notarzt schnell gerufen wird, überlebt er nicht. James geht es inzwischen so gut, dass er die Methadon-Entwöhnung vornehmen kann. Betty bietet ihre Hilfe an, aber vor allem die Anwesenheit von Bob lässt ihn diese schwierige Woche überstehen. Die Literaturagentin Mary, die James und Bob bei ihren Auftritten immer wieder beschenkt hat, stößt auf den Zeitungsbericht und kommt auf die Idee, ein Buch über James’ Geschichte herauszubringen. Obwohl es ihm nicht leichtfällt, schreibt er tatsächlich dieses Buch, welches er bei einer Lesung vorstellt, wo er sich bei allen bedankt, die ihm geholfen haben. Vor allem Bob habe ihm gezeigt, dass er ein anderes Leben führen kann. James besucht erneut seinen Vater, und beide entschuldigen sich beim anderen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katze Bob wird im Film vom tatsächlichen Kater Bowens’ dargestellt. James Bowen selbst ist in der Szene in der Buchhandlung am Schluss des Filmes zu sehen.

Von Roger Spottiswoode stammen auch die Filme Scott & Huutsch (1989) und Midnight Sun (2014), in denen ebenfalls Mensch-Tier-Beziehungen thematisiert werden.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antje Wessels von Filmstarts.de findet den Film „ungeschönt und traurig, aber doch wunderschön“. Weiter schreibt sie, Regisseur Roger Spottiswoode spiele „in dieser unwahrscheinlichen Mischung aus Once und Trainspotting gekonnt auf der Klaviatur des Gefühlskinos“.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Bob, der Streuner. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Bob, der Streuner. Jugendmedien­kommission.
  3. Kritik auf Filmstarts.