Bockwindmühle Kottmarsdorf

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Bockwindmühle Kottmarsdorf
Die Mühle im Jahr 2006

Die Mühle im Jahr 2006

Lage und Geschichte
Bockwindmühle Kottmarsdorf (Sachsen)
Bockwindmühle Kottmarsdorf
Koordinaten 51° 1′ 43,1″ N, 14° 37′ 42,5″ OKoordinaten: 51° 1′ 43,1″ N, 14° 37′ 42,5″ O
Standort Kottmar-Kottmarsdorf, Sachsen
Erbaut 1843
Stillgelegt 1943
Zustand Bauwerk und Mühlentechnik gut erhalten
Technik
Nutzung Getreidemühle
Mahlwerk 2 Mahlgänge, 2 Sichter
Antrieb Windmühle
Windmühlentyp Bockwindmühle
Flügelart Jalousieflügel
Anzahl Flügel 4
Nachführung Sterz

Die Bockwindmühle Kottmarsdorf, in historischen Aufzeichnungen auch nach ihren ehemaligen Besitzern zum Beispiel als „Burkmühle“ oder „Zimmermannmühle“ bezeichnet, ist eine Windmühle im Ortsteil Kottmarsdorf in der sächsischen Gemeinde Kottmar. Die 1843 erbaute Mühle ist die einzige erhaltene von ursprünglich drei Bockwindmühlen im Ort und ist als Technisches Denkmal geschützt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zustand 1964

Die Mühle wurde 1843 auf dem 435 Meter hohen Pfarrberg im Südosten von Kottmarsdorf errichtet und mit zwei Mahlgängen und zwei Sichtern ausgestattet. Genau 100 Jahre wurde sie als Getreidemühle bis 1943 genutzt. In den folgenden Jahren war das Bauwerk dem Verfall preisgegeben, bis 1961 der Verein Natur- und Heimatfreunde Kottmarsdorf gemeinsam mit der Gemeinde die Windmühle umfassend sanierte und als Schauanlage für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Nach der Wende wurde die Mühle 1990 erneut restauriert und technisch instand gesetzt, so wurden beispielsweise die 17 Meter langen Flügel und der Drehbalken erneuert.[1] Eine erneute technische Überholung der Flügel und des Drehmechanismus erfolgte 2014.[2]

Zum jährlichen Deutschen Mühlentag werden in und um die Bockwindmühle Kottmarsdorf verschiedene Veranstaltungen und Vorführungen durchgeführt. Außerdem wird alle fünf Jahre das Kottmarsdorfer Mühlenfest abgehalten.

Müllerhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Müllerhaus neben der Windmühle diente ursprünglich als Wohngebäude für den Müllermeister und seine Familie. Seit 1996 befindet sich darin eine Schaubackstube sowie ein traditioneller Backofen. Mehrmals im Jahr wird im Müllerhaus ein Schaubacken durchgeführt.

Kammrad der Hempelmühle Schönbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammrad der Schönbacher Hempelmühle

Im Jahr 1979 wurde auf Initiative des Kottmarsdorfer Heimatvereins das Kammrad der Hempelmühle in Schönbach bei deren Abriss geborgen und nach Kottmarsdorf transportiert, wo es heute neben der Bockwindmühle ausgestellt wird. Das Kammrad wurde 1752 von Christian Fröden vermutlich in Großhennersdorf erbaut und gilt als ältestes erhaltenes Mühlenantriebsrad in Sachsen. Das Rad sitzt auf einer 6 Meter langen Welle, misst 2,90 Meter im Durchmesser und wiegt etwa 2 Tonnen.[3]

Mühlenrundweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Juli 2001 eröffnete Kottmarsdorfer Mühlenrundweg ist ein etwa 1,5 Kilometer langer Wanderweg, der die erhaltene Windmühle mit den Standorten der ehemaligen Mühlen, der sogenannten Samel- und der Döringmühle, verbindet. Zwischen den Mühlenstandorten sind verschiedene Wegestationen eingerichtet, unter anderem ein maßstabsgetreues Modell von Bockwindmühle und Müllerhaus, ein Umgebindehaus, der Ehrenfriedhof für gefallene russische Soldaten und die evangelische Kirche.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 2010 stand die Bockwindmühle Kottmarsdorf im Mittelpunkt eines Aprilscherzes: Auf verschiedenen sächsischen Nachrichtenportalen kursierte ein angebliches Amateurvideo, das die komplette Zerstörung der Mühle durch einen Tornado zeigte.[5] Der Aprilscherz wurde am darauffolgenden Tag aufgelöst.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bockwindmühle Kottmarsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsens Museen: Bockwindmühle Kottmarsdorf. Sächsische Landesstelle für Museumswesen, abgerufen am 22. Dezember 2015.
  2. Die Mühle dreht sich jetzt wieder. Alles-Lausitz.de, 7. Juni 2014, abgerufen am 22. Dezember 2015.
  3. Geschichtsverein Großhennersdorf e. V.: Großhennersdorfer Geschichten: Die Geschichte der Großhennersdorfer Windmühlen. Großhennersdorf 2005.
  4. Tagesgespräch: Einst gab es noch zwei Mühlen mehr im Ort. In: Sächsische Zeitung, Ausg. vom 30. Mai 2009.
  5. Ostsachsen.TV: Kottmarsdorf – Wirbelsturm zerstört Mühle. LausitzNews.de, 1. April 2010, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  6. Christian Essler: Kottmarsdorf – Windmühle steht: Aprilscherz. LausitzNews.de, 2. April 2010, abgerufen am 21. Dezember 2015.