Sächsische Zeitung

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Sächsische Zeitung
Logo der Sächsischen Zeitung
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Dresdner Druck- & Verlagshaus GmbH & Co. KG
Erstausgabe 13. April 1946
Erscheinungsweise Montag bis Sonnabend
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2014, Mo–Sa)
240.650 Exemplare
Chefredakteur Uwe Vetterick
Weblink www.sz-online.de
ZDB 2448502-0

Die Sächsische Zeitung ist eine seit 1946 im Osten Sachsens erscheinende Tageszeitung. Die „SZ“ ist mit einer verkauften Auflage von 240.650 Exemplaren[1] die auflagenstärkste Zeitung in ihrem Verbreitungsgebiet, dem ehemaligen Direktionsbezirk Dresden. Sie hat 731.000 Leser, 95 Prozent der gesamten Auflage gehen an Abonnenten.[2]

Sie ist die meistgelesene Zeitung in Dresden mit 185.000 Lesern. Der die Sächsische Zeitung publizierende Verlag gehört zu 60 Prozent Gruner + Jahr, zu 40 Prozent einem Medienbeteiligungsunternehmen der SPD, der ddvg.

Chefredakteur ist seit 2007 Uwe Vetterick; sein Vorgänger war von 2002 bis 2007 Hans Eggert.

Geschichte[Bearbeiten]

Maschinensaal der Sächsischen Zeitung (um 1960)

Am 13. April 1946 entstand die Sächsische Zeitung aus der Zusammenführung der Sächsischen Volkszeitung der KPD und der Volksstimme der SPD. Bereits 1890 erschien erstmals die Sächsische Arbeiterzeitung (SAZ), später umbenannt in Dresdner Volkszeitung.

Zu DDR-Zeiten erschienen täglich 513.800 Exemplare der Sächsischen Zeitung mit ca. einer Million Lesern. Sie fungierte damals als Organ der SED-Bezirksleitung Dresden. Jährlich wurde in Dresden ein Pressefest veranstaltet. 1966 zog die Redaktion in das neugebaute Haus der Presse, das noch heute Stammsitz ist.

Die Sächsische Zeitung erschien ununterbrochen mit demselben Namen. Geändert hat sich allerdings die Unterzeile:

  • Bis Dezember 1989 stand dort: Organ der Bezirksleitung Dresden der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands.
  • Anfang 1990 hieß es dann: Sozialistische Tageszeitung.
  • Der letzte Begriff wurde im Zuge weiterer Design-Veränderungen weggelassen. Heute wird nur noch die lokale Ausgabe genannt (zum Beispiel „Sächsische Zeitung – Meistgelesene Tageszeitung in Dresden. Seit 1946“).

1991 wurde die Sächsische Zeitung privatisiert. In den Jahren 2004 und 2005 erschien die Sächsische Zeitung auch als Sonntagsausgabe. Teile des Programms wurden in die Samstagsausgabe integriert.

Zeitungsaufbau[Bearbeiten]

Die Sächsische Zeitung erscheint im Rheinischen Format (350 × 510 mm). Sie besteht aus vier so genannten Büchern, sonnabends zusätzlich aus dem „Magazin“. Der Mantel umfasst Nachrichten, Politik, Reportagen, Berichte aus Sachsen und Kommentare. Hinzu kommen die Lokalseiten, Wirtschaft, Kultur, Sport und Spezialseiten, z. B. die Hochschulseite oder die Jugendseite GenerationSZ. In einem Teil der Ausgabe erschien zwischen 1996 und Anfang 2012 donnerstags das kostenlose Veranstaltungsblatt „PluSZ“-Magazin. Anfang 2012 wurde dies durch die Beilage „Augusto“ ersetzt. Den Zeitungen wird die wöchentliche Fernsehzeitschrift rtv beigelegt.

Seit 2005 erscheint in Dresden freitags das kostenlose, werbefinanzierte Blatt „freitagSZ“, das neben einem Immobilienteil redaktionelle Artikel der Sächsischen Zeitung der vorangegangenen Woche republiziert. Es steht in Konkurrenz mit den ebenfalls werbefinanzierten Wochenblättern Wochenkurier und Sächsischer Bote.

Druck[Bearbeiten]

Die Sächsische Zeitung wird in der 1998 eröffneten Zeitungsdruckerei in Dresden-Hellerberge im Offsetdruck als Vierfarbdruck gedruckt. Das Papier ist zu 100 Prozent Altpapier und wird von den Papierfabriken Eilenburg und Schwedt geliefert. Der Andruck erfolgt 21.50 Uhr, der Ausdruck, die letzten Exemplare, um 3.30 Uhr. Von Zustellpunkten stellen 3000 Zusteller die Zeitung den Abonnenten zu.[3]

Verlag[Bearbeiten]

Verlagshaus „Haus der Presse“ in Dresden
Schriftzug vor dem Gebäude

Das Dresdner Druck- & Verlagshaus GmbH & Co KG (DD+V-Mediengruppe), in dem die Sächsische Zeitung erscheint, ist zu 60 Prozent im Besitz der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr, 40 Prozent der Anteile gehören der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft, einem Medienbeteiligungsunternehmen der SPD. Insgesamt arbeiten in allen Bereichen des Dresdner Druck- und Verlagshauses ca. 500 Mitarbeiter, davon ca. 140 Redakteure. Zur DD+V-Mediengruppe gehört auch die Morgenpost Sachsen Verlagsgesellschaft mbH, welche die Morgenpost Sachsen mit Ausgaben in Dresden (Dresdner Morgenpost) und Chemnitz (Chemnitzer Morgenpost) verlegt.

In der Tochterunternehmung Dresdner Magazin Verlag gibt das seit 2007 DD+V Mediengruppe genannte Unternehmen zudem mehrere teilweise kostenlose Magazine heraus. Beispiele dafür sind der jährliche Restaurantführer Augusto, das Wellnessmagazin sowie das Immobilienmagazin für Dresden und Umgebung. Jährlich erscheint im Dresdner Magazin Verlag auch ein Branchenbuch für Dresden und Umgebung. Mit PostModern findet sich seit einigen Jahren zudem ein privater Briefdienst im Portfolio des Dresdner Druck- & Verlagshauses. Die editionSZ publiziert Bücher, die teilweise von SZ-Redakteuren geschrieben werden.

Lokalausgaben[Bearbeiten]

Die Sächsische Zeitung erscheint in 20 Lokalausgaben, deren Verbreitungsgebiete sich – bis auf wenige kleinere Ausnahmen wie dem Rödertal um Radeberg – an der Struktur der Landkreise orientiert, wie sie vor der Kreisgebietsreform in Sachsen Mitte der 1990er Jahre bestanden. Seit dem Erwerb des Döbelner Anzeigers erscheint dieser unter dem alten Titel als Ausgabe der Sächsischen Zeitung für die Region um Döbeln. Die Lokalausgaben sind: Bautzen, Bischofswerda, Dippoldiswalde, Döbeln, Dresden, Radebeul, Freital, Görlitz, Großenhain, Hoyerswerda, Kamenz, Löbau, Meißen, Niesky, Pirna, Riesa, Rödertal, Sebnitz, Weißwasser und Zittau. Für die Herausgabe der Lokalausgaben der Sächsischen Zeitung existieren eigene regionale Gesellschaften, die zumeist mehrere Lokalausgaben umfassen.

sz-online[Bearbeiten]

sz-online.de ist das Internetportal der Sächsischen Zeitung. Gestartet am 11. November 1996, ist es mittlerweile mit monatlich etwa 9,5 Millionen IVW-ausgewiesenen Page Impressions (2014)[4][5] eines der reichweitenstärksten Portale einer sächsischen Tageszeitung.

Die redaktionellen Inhalte speisen sich aus Agenturtexten von dpa und AP, Artikeln der Sächsischen Zeitung, die weitgehend automatisiert und damit unverändert übernommen werden, sowie aus Artikeln, die eine eigenständige Online-Redaktion beisteuert.

Diverses[Bearbeiten]

Die Sächsische Zeitung hilft seit 1996 mit dem Verein „Lichtblick“ Menschen in Not. Zum Jahresende wird eine Spendenaktion gestartet.

Das Projekt „Schüler & Zeitung“ soll Jugendliche an das Zeitunglesen und Zeitungmachen heranführen. Ebenso ist die Sächsische Zeitung Partner des Projekts „Umwelt baut Brücken – Jugendliche im europäischen Dialog“.

Die Sächsische Zeitung veranstaltet jährlich ein Fahrradfest und eine Karikaturenausstellung.

Die in der Sächsischen Zeitung vierzehntäglich erscheinende Schachecke mit ihren Urdrucken hat durch Nachdrucke der Kompositionen in Büchern und anderen Zeitschriften den Namen der Zeitung in der Welt bekannt gemacht.[6]

Die Sächsische Zeitung beschloss, vor der Kommunalwahl in Sachsen 2008 nicht über die NPD zu berichten. Dem vorausgegangen war eine Klage der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag gegen die SZ, da diese über die Standpunkte aller Fraktionen im Sächsischen Landtag, außer der NPD, zur geplanten Diätenerhöhung berichtete.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2009 erhielt die Sächsische Zeitung auf dem Europäischen Zeitungskongress in Wien den European Newspaper Award für das Erscheinungsbild, 2011 für die Seiten zum Dresdner Opernball 2011 und ebenfalls 2011 für die Titelseite zum Protest gegen Nazis am 19. Februar 2011.[7]

2012 erhielt die Zeitung den European Newspaper Award in der Kategorie Local Pages für die Seite „Wunderwelt Elbe“ vom 18./19. August 2012.[8]

Presseratsrüge[Bearbeiten]

Der Deutsche Presserat sprach 2009 eine nicht-öffentliche Rüge gegen die Zeitung wegen Verstoßes gegen den Pressekodex aus. Die Zeitung habe gegen die Persönlichkeitsrechte eines Mannes verstoßen, der verdächtigt wurde, ein Mädchen getötet zu haben. Die Zeitung hatte seinen Namen genannt und ein Foto von ihm veröffentlicht.[9][10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, erstes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Die Sächsische Zeitung in der Media-Analyse 2011, sz-online.de, abgerufen am 7. April 2014.
  3. Zeitung zur SZ-Entdeckertour am 15. Juli 2012
  4. 9.881.824 Page Impressions (Stand: Januar 2014); Mediadaten. In: sz-online.de. Abgerufen am 7. April 2014.
  5. IVW-Ausweisung: 9.143.761 Page Impressions (Februar 2014); 17.139.958 Page Impressions (Januar 2010)
  6. Schachkompositionen aus der Sächsischen Zeitung auf dem PDB-Server
  7. Sächsische Zeitung vom 7. Mai 2011 und 13. April 2011.
  8. Sächsische Zeitung vom 1./2. Dezember 2012.
  9. Mitteilung des Deutschen Presserats vom 25. Mai 2009
  10. Presserat: nicht-öffentliche Rüge gegen “Sächsische Zeitung”. Presseclub Dresden, 21. Mai 2009, abgerufen am 7. April 2014.

51.05711944444413.728711111111Koordinaten: 51° 3′ 26″ N, 13° 43′ 43″ O