Sächsische Zeitung

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Sächsische Zeitung
Logo der Sächsischen Zeitung
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag DDV Mediengruppe
Erstausgabe 13. April 1946
Erscheinungsweise Montag bis Sonnabend
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2016, Mo–Sa)
226.446 Exemplare
Chefredakteur Uwe Vetterick
Weblink www.sz-online.de
ZDB 2448502-0

Die Sächsische Zeitung ist eine seit 1946 im Osten Sachsens erscheinende Tageszeitung. Die „SZ“ ist die auflagenstärkste Zeitung in ihrem Verbreitungsgebiet, dem ehemaligen Direktionsbezirk Dresden. Die verkaufte Auflage beträgt 226.446 Exemplare, ein Minus von 39,6 Prozent seit 1998.[1] Die Zeitung hat eine Reichweite von 630.000 Lesern (Stand 2014),[2] 92,6 Prozent der gesamten Auflage gehen an Abonnenten. 4.770 sind E-Paper-Abonnenten.

Der die Sächsische Zeitung publizierende Verlag gehört zu 60 Prozent Gruner + Jahr, zu 40 Prozent einem Medienbeteiligungsunternehmen der SPD, der ddvg.

Chefredakteur ist seit 2007 Uwe Vetterick; sein Vorgänger war von 2002 bis 2007 Hans Eggert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maschinensaal der Sächsischen Zeitung (um 1960)

Am 13. April 1946 entstand die Sächsische Zeitung aus der Zusammenführung der Sächsischen Volkszeitung der KPD und der Volksstimme der SPD in einer Auflage von 225.000 Exemplaren. Bereits 1890 erschien erstmals die Sächsische Arbeiterzeitung (SAZ), später umbenannt in Dresdner Volkszeitung.

Zu DDR-Zeiten erschienen täglich 513.800 Exemplare der Sächsischen Zeitung mit ca. einer Million Lesern. Sie fungierte damals als Organ der SED-Bezirksleitung Dresden und hatte daher im Gegensatz zu den SED-fremden Tageszeitungen der DDR keine Benachteiligungen in den Papierkontingenten.

Von 1954 bis 1989 wurde jährlich in Dresden ein Pressefest veranstaltet.

1966 zog die Redaktion in das neugebaute Haus der Presse, das noch heute Stammsitz ist.

Die Sächsische Zeitung erschien ununterbrochen mit demselben Namen. Geändert hat sich allerdings die Unterzeile:

  • Bis Dezember 1989 stand dort: Organ der Bezirksleitung Dresden der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands.
  • Anfang 1990 hieß es dann: Sozialistische Tageszeitung.
  • Der letzte Begriff wurde im Zuge weiterer Design-Veränderungen weggelassen. Heute wird nur noch die lokale Ausgabe genannt (zum Beispiel „Sächsische Zeitung – Meistgelesene Tageszeitung in Dresden. Seit 1946“).

1991 wurde die Sächsische Zeitung privatisiert. Dabei meldete die SPD Restitutionsansprüche für verschiedene von den Nationalsozialisten enteigneten Verlage an und erhielt dafür einen Anteil von 40 Prozent an der Sächsischen Zeitung.[3]

In den Jahren 2004 und 2005 erschien die Sächsische Zeitung auch als Sonntagsausgabe. Teile des Programms wurden in die Samstagsausgabe integriert.

Zum 1. Januar 2016 baute die Sächsische Zeitung ihre Mantelstruktur komplett um. Seitdem arbeitet die Redaktion mit einem Editor-/Reporter-Modell. Es gibt in jedem Ressort Reporter, die Geschichten recherchieren und schreiben, und Editoren, die diese Geschichten für die verschiedenen Kanäle in Print und Web aufbereiten. Im Zuge dieser Umstrukturierung wurde auch die Chefredaktion umgebaut: Olaf Kittel, bisher stellvertretender Chefredakteur, ist nunmehr Autor. Gleichzeitig rückten Politik- und Wirtschaftschefin Annette Binninger, Ines-Karen Wetzel und der bisherige Kultur-Chef Heinrich Löbbers in die neue vierköpfige Chefredaktion auf. Binninger führt seither als Chefin Recherche die Reporter, Wetzel leitet als Chef-Editorin die Editoren. Löbbers agiert als Chef-Kurator und entscheidet, zu welcher Zeit die Geschichten auf welchem Kanal ausgespielt werden. Er hat die Leitung des Kultur-Ressorts abgegeben, es wurde umgebaut und in Feuilleton umbenannt. Geführt wird es nun von Löbbers bisherigem Stellvertreter Marcus Krämer.[4] Im Rahmen der größten Umstrukturierung seit der Wende hat die Sächsische Zeitung ihre Produktpalette erweitert und ein E-Paper am Abend aufgesetzt, was bereits ab 20 Uhr online abrufbar ist.

Leiterin der Dresdner Lokalredaktion ist Claudia Schade.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sächsische Zeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 39,6 Prozent gesunken.[5] Sie beträgt gegenwärtig 226.446 Exemplare.[6] Das entspricht einem Rückgang von 148.670 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 92,6 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[7]


Zeitungsaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sächsische Zeitung erscheint im Rheinischen Format (350 × 510 mm). Sie besteht aus vier sogenannten Büchern, sonnabends zusätzlich aus dem „Magazin“. Der Mantel umfasst Nachrichten, Politik, Reportagen, Berichte aus Sachsen und Kommentare. Hinzu kommen die Lokalseiten, Wirtschaft, Feuilleton, Sport und Spezialseiten, z. B. die Hochschulseite oder die Jugendseite GenerationSZ. In einem Teil der Ausgabe erschien zwischen 1996 und Anfang 2012 donnerstags das kostenlose Veranstaltungsblatt „PluSZ“-Magazin. Anfang 2012 wurde dies durch die Beilage „Augusto“ ersetzt, die auch donnerstags erscheint. Den Zeitungen wird die wöchentliche Fernsehzeitschrift rtv beigelegt.

Seit 2005 erscheint in Dresden freitags das kostenlose, werbefinanzierte Blatt „freitagSZ“, das neben einem Immobilienteil redaktionelle Artikel der Sächsischen Zeitung der vorangegangenen Woche republiziert. Es steht in Konkurrenz mit den ebenfalls werbefinanzierten Wochenblättern Wochenkurier und Sächsischer Bote.

Druck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sächsische Zeitung wird in der 1998 eröffneten Zeitungsdruckerei in Dresden-Hellerberge im Offsetdruck als Vierfarbdruck gedruckt. Die Druckauflage beträgt 270.000 Exemplare.[8] Das Papier ist zu 100 Prozent Altpapier und wird von den Papierfabriken Eilenburg und Schwedt geliefert. Der Andruck erfolgt 21.50 Uhr, der Ausdruck, die letzten Exemplare, um 3.30 Uhr. Von Zustellpunkten stellen 3000 Zusteller, davon 400 in Dresden, die Zeitung den Abonnenten zu.[9]

Verlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlagshaus „Haus der Presse“ in Dresden
Schriftzug vor dem Gebäude

Die DDV Mediengruppe, welche die Sächsische Zeitung aufsetzt, ist zu 60 Prozent im Besitz der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr, 40 Prozent der Anteile gehören der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft, einem Medienbeteiligungsunternehmen der SPD. Insgesamt arbeiten in allen Bereichen der DDV Mediengruppe ca. 500 Mitarbeiter, davon ca. 140 Redakteure. Zur DDV Mediengruppe gehört auch die Morgenpost Sachsen Verlagsgesellschaft mbH, welche die Morgenpost Sachsen mit Ausgaben in Dresden (Dresdner Morgenpost) und Chemnitz (Chemnitzer Morgenpost) verlegt. Zudem steht das frühere Dresdner Druck- und Verlagshaus seit seiner Umbenennung in DDV Mediengruppe für fünf Geschäftszweige, die durch einen fünfarmigen Stern verdeutlicht werden: Medien, Logistik, Kommunikation und Vermarktung, Freizeit und Tourismus, Verlagsdienstleistungen.[10]

In der Tochterunternehmung Dresdner Magazin Verlag gibt die DDV Mediengruppe zudem mehrere teilweise kostenlose Magazine heraus. Beispiele dafür sind der jährliche Restaurantführer Augusto, das Wellnessmagazin sowie das Immobilienmagazin für Dresden und Umgebung. Jährlich erscheint im Dresdner Magazin Verlag auch ein Branchenbuch für Dresden und Umgebung. Mit PostModern findet sich seit einigen Jahren zudem ein privater Briefdienst im Portfolio der DDV Mediengruppe. Die editionSZ publiziert Bücher, die teilweise von SZ-Redakteuren geschrieben werden.

Lokalausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sächsische Zeitung erscheint in 20 Lokalausgaben, deren Verbreitungsgebiete sich – bis auf wenige kleinere Ausnahmen wie dem Rödertal um Radeberg – an der Struktur der Landkreise orientiert, wie sie vor der Kreisgebietsreform in Sachsen Mitte der 1990er Jahre bestanden. Seit dem Erwerb des Döbelner Anzeigers erscheint dieser unter dem alten Titel als Ausgabe der Sächsischen Zeitung für die Region um Döbeln. Die Lokalausgaben sind: Bautzen, Bischofswerda, Dippoldiswalde, Döbeln, Dresden, Radebeul, Freital, Görlitz, Großenhain, Hoyerswerda, Kamenz, Löbau, Meißen, Niesky, Pirna, Riesa, Rödertal, Sebnitz, Weißwasser und Zittau. Für die Herausgabe der Lokalausgaben der Sächsischen Zeitung existieren eigene regionale Gesellschaften, die zumeist mehrere Lokalausgaben umfassen.

SZ-Online[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

sz-online.de ist das Internetportal der Sächsischen Zeitung. Gestartet am 11. November 1996, ist es mittlerweile mit monatlich etwa 16 Millionen Page Impression (Februar 2016) eines der reichweitenstärksten Portale einer sächsischen Tageszeitung.

Die redaktionellen Inhalte speisen sich aus Agenturtexten von dpa und AP, Artikeln der Sächsischen Zeitung, die weitgehend automatisiert und damit unverändert übernommen werden, sowie aus Artikeln, die eine eigenständige Online-Redaktion beisteuert.

Diverses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2014 bis 2015 gab es das Wochenmagazin AuSZeit mit einer App.

Die Sächsische Zeitung hilft seit 1996 mit dem Verein „Lichtblick“ Menschen in Not. Zum Jahresende wird eine Spendenaktion gestartet.

Das Projekt „Schüler & Zeitung“ soll Jugendliche an das Zeitunglesen und Zeitungmachen heranführen. Ebenso ist die Sächsische Zeitung Partner des Projekts „Umwelt baut Brücken – Jugendliche im europäischen Dialog“.

Die Sächsische Zeitung veranstaltet jährlich ein Fahrradfest, eine Karikaturenausstellung zum Deutschen Karikaturenpreis und vergibt einen Unternehmerpreis.

Die in der Sächsischen Zeitung vierzehntäglich erscheinende Schachecke mit ihren Urdrucken hat durch Nachdrucke der Kompositionen in Büchern und anderen Zeitschriften den Namen der Zeitung in der Welt bekannter gemacht.[11]

Die Sächsische Zeitung beschloss, vor der Kommunalwahl in Sachsen 2008 nicht über die NPD zu berichten. Dem vorausgegangen war eine Klage der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag gegen die SZ, da diese über die Standpunkte aller Fraktionen im Sächsischen Landtag, außer der NPD, zur geplanten Diätenerhöhung berichtete.

Ab 2014 werden Ratgeberseiten von der Agentur Nutzwert produziert.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 erhielt die Sächsische Zeitung auf dem Europäischen Zeitungskongress in Wien den European Newspaper Award für das Erscheinungsbild, 2011 für die Seiten zum Dresdner Opernball 2011 und ebenfalls 2011 für die Titelseite zum Protest gegen Nazis am 19. Februar 2011.[12]

2012 erhielt die Zeitung den European Newspaper Award in der Kategorie Local Pages für die Seite „Wunderwelt Elbe“ vom 18./19. August 2012.[13] Im nachfolgenden Jahr gab es vier Awards für die SZ.[14]

2013 gewann die Sächsische Zeitung für ihren Familienkompass den Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.[15] Im darauffolgenden Jahr war die Zeitung erneut erfolgreich, die Lokalausgabe Riesa gewann für ihre Serie zu den Machenschaften der Stasi einen Deutschen Lokaljournalistenpreis in der Kategorie DDR-Geschichte.[16]

2015 gewann die Sächsische Zeitung insgesamt sieben European Newspaper Awards für optisch hervorragende Seiten, fünf dieser Awards gingen auf das Konto der Lokalausgabe Riesa.[17]

2016 erhielt die Autoren Alexander Schneider, Tobias Wolf und Ulrich Wolf den mit 6000 Euro dotierten zweiten Preis des Wächterpreises der deutschen Tagespresse für drei Artikel über Pegida in der Sächsische Zeitung.[18]

Presseratsrüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Presserat sprach 2009 eine nicht-öffentliche Rüge gegen die Zeitung wegen Verstoßes gegen den Pressekodex aus. Die Zeitung habe gegen die Persönlichkeitsrechte eines Mannes verstoßen, der verdächtigt wurde, ein Mädchen getötet zu haben. Die Zeitung hatte seinen Namen genannt und ein Foto von ihm veröffentlicht.[19][20]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Kluge, Steffen Birkefeld, Silvia Müller, Johannes Weberling: Willfährige Propagandisten. MfS und Bezirksparteizeitungen. "Berliner Zeitung", "Sächsische Zeitung", "Neuer Tag" (= Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Bd. 69). Steiner, Stuttgart 1997, ISBN 3-515-07197-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  2. MEEDIA: Zeitungs-MA: Süddeutsche verliert 10% Leser, F.A.Z. und Welt noch mehr, vom 23. Juli 2014, abgerufen am 22. Oktober 2015
  3. Olaf Kittel: Schreiben wir, was die SPD verlangt? In: Sächsische Zeitung. 12. März 2016 (online [abgerufen am 12. März 2016]).
  4. owy: „Sächsische Zeitung“ baut Redaktion um, Olaf Kittel wird Autor. www.flurfunk-dresden.de, 8. Dezember 2015, abgerufen am 12. März 2016.
  5. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  6. laut IVW, erstes Quartal 2016, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  7. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  8. Sächsische Zeitung vom 3. September 2014
  9. Zeitung zur SZ-Entdeckertour am 15. Juli 2012
  10. http://www.flurfunk-dresden.de/2015/08/31/mediengruppe-statt-druck-und-verlagshaus-ddv-richtet-sich-neu-aus/
  11. Schachkompositionen aus der Sächsischen Zeitung auf dem PDB-Server
  12. Sächsische Zeitung vom 7. Mai 2011 und 13. April 2011.
  13. Sächsische Zeitung vom 1./2. Dezember 2012.
  14. http://www.sz-online.de/nachrichten/kultur/sz-seiten-beim-european-newspaper-award-preisgekroent-2720228.html
  15. http://www.kas.de/wf/de/33.38025/
  16. http://www.kas.de/wf/de/71.14871/
  17. http://www.sz-online.de/nachrichten/kultur/internationale-preise-fuer-sz-seiten-3252652.html
  18. Wächterpreis für Artikel zur Gesundheitspolitik. www.badische-zeitung.de, 7. April 2016, abgerufen am 7. April 2016.
  19. 20.05.09 - Rüge für heroische Pose eines Amoktäters – Mitteilung des Deutschen Presserats vom 25. Mai 2009 (Memento vom 27. Mai 2009 im Internet Archive)
  20. Presserat: nicht-öffentliche Rüge gegen “Sächsische Zeitung”. Presseclub Dresden, 21. Mai 2009, abgerufen am 7. April 2014.

Koordinaten: 51° 3′ 26″ N, 13° 43′ 43″ O