Bodenseesender

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Bodenseesender
Die beiden Mittelwellensendemasten (links: 244 Meter, rechts: 137 Meter)
Die beiden Mittelwellensendemasten (links: 244 Meter, rechts: 137 Meter)
Basisdaten
Ort: Rohrdorf
Land: Baden-Württemberg
Staat: Deutschland
Höhenlage: 650 m ü. NHN
Verwendung: Rundfunksender
Besitzer: Radio Nasionaly Malagasy (Kurzwellensender),
Südwestrundfunk (Mittelwellensender)
Abriss: 10. Oktober 2013
Daten der Sendeanlage
Anzahl der Türme/Masten: 2 (ein abgespannter Stahlfachwerkmast für Mittelwelle und eine Reusenantenne für Kurzwelle)
Höhe der Türme/Masten:  ? m, 244 m
Bauzeiten der Türme/Masten: (1.) 1964
(2.) 1982
Betriebszeiten der Türme/Masten: (1.) seit 1964
(2.) 1983–2012
Wellenbereiche: MW-Sender, KW-Sender
Positionskarte
Bodenseesender (Baden-Württemberg)
Bodenseesender
Bodenseesender
48.02269.1194Koordinaten: 48° 1′ 21,4″ N, 9° 7′ 9,8″ O

Der Bodenseesender war eine Sendeanlage des Südwestrundfunks (früher des Südwestfunk) für Mittelwelle (bis 2004 auch für Kurzwelle) beim Meßkircher Stadtteil Rohrdorf.

Der Sender wurde am 8. Januar 2012 vom SWR abgeschaltet und stillgelegt. Die Sprengung erfolgte am 10. Oktober 2013.[1] Von diesem Senderstandort wurde zuletzt SWR cont.ra, das Informationsprogramm des SWR, in der Zeit von 5 bis 23 Uhr ausgestrahlt. Gesendet wurde auf der Frequenz 666 kHz mit einer Sendeleistung von 100 kW (bis 2007: 150 kW).

Der 244 Meter hohe abgespannte Hauptsendemast des Bodenseesenders war das höchste Bauwerk im Landkreis Sigmaringen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bodenseesender wurde 1964 als Nachfolger für die bis dato vom damaligen Südwestfunk in Bad Dürrheim, Reutlingen, Sigmaringen und Ravensburg betriebenen Mittelwellensender errichtet, deren Frequenzen (und zum Teil auch deren Anlagen) für die Nutzung durch den Deutschlandfunk beansprucht wurden. Der Kurzwellensender vom Standort Bad Dürrheim wurde zum Bodenseesender verlagert. Am 24. Oktober 1964 nahm der Bodenseesender seinen Betrieb auf.[2]

Mittelwelle[Bearbeiten]

Von 1964 bis zum 31. Dezember 1992 strahlte der Bodenseesender das Programm SWF1 auf Mittelwelle aus, dann wurde das neue S4 Bodensee-Radio aufgeschaltet, da für dieses nicht ausreichend UKW-Frequenzen zur Verfügung standen. Gleichzeitig wurde die Sendeleistung von 300 kW auf 150 kW reduziert. Seit dem 1. Juli 2002 wird SWR cont.ra über den Sender ausgestrahlt. Aus Kostengründen wird er seit Juli 2005 nur noch von 5 bis 23 Uhr bzw. samstags und sonntags von 7 bis 23 Uhr betrieben.

Der Mittelwellensender verwendete bis 1978 eine Richtantenne, welche aus vier je 137 Meter hohen, gegen Erde isolierten selbststrahlenden Sendemasten bestand, die in einem Parallelogramm angeordnet waren. Im Zuge der Einführung des Genfer Wellenplans wurde Mitte der 1970er Jahre einer dieser Masten abgebaut, durch einen 244 Meter hohen, gegen Erde isolierten, selbststrahlenden Gittermast ersetzt und im rheinhessischen Nierstein wiederaufgebaut. Ein anderer Mast dieses Quartetts wurde im Jahr 1982 zum Aufbau einer neuen Richtantenne um einige hundert Meter versetzt, die zwei übrigen 137-Meter-Sendemasten dienten als Reserve und wurden erst 2005 demontiert.

Bei dem 244 Meter hohen Sendemast, der als Rundstrahlantenne während der Tagsstunden dient und der wie alle Sendemasten des Bodenseesenders gegen Erde isoliert ist, sind die Pardunen so bemessen, dass sie für die Betriebsfrequenz 666 kHz ohne parasitäre Abstrahlungen zu verursachen, an den Ankerblöcken geerdet werden konnten und – mit Ausnahme der untersten Pardune – keine Trennisolatoren besitzen.

Geografische Koordinaten des 244 Meter hohen Sendemastes:

Geografische Koordinaten der drei 137 Meter hohen Sendemasten:

Kurzwelle[Bearbeiten]

Bis zum 19. Oktober 2004 wurde auf dem Areal des Bodenseesenders auch ein Kurzwellensender betrieben, über den auf der Frequenz 7265 kHz zuletzt das Programm von SWR3 verbreitet wurde. Als Sendeantennen dienten eine Winkel-Dipolantenne (48° 1′ 29″ N, 9° 7′ 6″ O48.0248333333339.1183333333333) und eine Reusenantenne (48° 1′ 24″ N, 9° 7′ 12″ O48.0234166666679.1198888888889).

Ab dem 20. Oktober 2004 nutzte die Deutsche Welle diese Frequenz für ihr Programm im DRM-Modus.

Anfang 2005 wurde der Kurzwellensender und die Dipolantenne abgebaut, nur die Reusenantenne blieb erhalten. Die Anlage wurde nach Madagaskar verkauft und ist dort für das staatliche Radio Nasionaly Malagasy im Einsatz.

Abschaltung und Stilllegung des Senders[Bearbeiten]

Der Bodenseesender wurde am 8. Januar 2012 um 23:00 Uhr endgültig abgeschaltet. Der SWR folgte damit einer Vorgabe der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, die dies zur Vorbedingung der Finanzierung des Aufbaus einer flächendeckenden Versorgung der Programme der ARD-Anstalten über DAB+ machte.[3][4][5]

Am 7. Februar 2012 um 13:41 Uhr wurde der 137 Meter hohe Reservesendemast demontiert (Fällung durch Kappen des Ankerseils). Der 244 Meter hohe Hauptsendemast wurde am 10. Oktober 2013 demontiert (Fällung durch Kappen der Ankerseile per Sprengladung), nachdem die auf ihm montierten Messeinheiten für die zukünftige Windkraftnutzung im Raum Meßkirch ihre Aufgaben erfüllt hatten.[2]

Am 10. Oktober 2013 wurde der Sendemast gesprengt und danach abgetragen.[1]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bodenseesender – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gregor Moser: Sprengung: Rohrdorfer SWR-Sendemast fällt. In: Südkurier. 10. Oktober 2013. Abgerufen am 25. Oktober 2013.
  2. a b Hermann-Peter Steinmüller: Ein stählerner Gigant knickt ein Onlineversion. In: Südkurier vom 8. Februar 2012
  3. Pressemitteilung der KEF zu Programmverbreitungskosten (PDF; 347 kB)
  4. DXaktuell: Nachricht über die Abschaltung
  5. senderfotos-bw.de: SWR gibt Mittelwelle auf