Bolimów

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Bolimów
Wappen von Bolimów
Bolimów (Polen)
Bolimów
Bolimów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Łódź
Powiat: Skierniewice
Geographische Lage: 52° 4′ N, 20° 10′ OKoordinaten: 52° 4′ 0″ N, 20° 10′ 0″ O
Einwohner: 930 (2006)
Postleitzahl: 99-417
Telefonvorwahl: (+48) 46
Kfz-Kennzeichen: ESK
Wirtschaft und Verkehr
Straße: SkierniewiceSochaczew
Schienenweg: Warschau–Łowicz
Haltepunkte Kęszyce und Jasionna Łowicka
Nächster int. Flughafen: Łódź
Warschau
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 21 Schulzenämter
Fläche: 112,21 km²
Einwohner: 4049
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1015012
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Stanisław Linart
Adresse: ul. Łowicka 9
99-417 Bolimów
Webpräsenz: www.bolimow.pl



Bolimów ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Zentralen Polens, im Powiat Skierniewicki, Woiwodschaft Łódź. Bolimów liegt am Fluss Rawka.

Kirche der Heiligen Anna

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolimów bestand bereits im 10. Jahrhundert. Vom 1435 bis 1870 hatte das Dorf den Status einer Stadt. 1657 wurde es im Zuge der Schwedischen Flut niedergebrannt. Ab 1792 gehörte das Dorf zuerst zu Preußen, dann zum Herzogtum Warschau und schließlich zu Kongresspolen.

Während des Ersten Weltkriegs fanden um Bolimów erbitterte Kämpfe zwischen russischen und deutschen Truppen statt, in deren Zuge es zum Einsatz von Giftgas in großem Umfang kam. So setzte die deutsche 9. Armee bei einer Offensive Ende Januar 1915 erstmals mit Xylylbromid gefüllte Geschosse gegen russische Truppen ein. 18.000 Gasgranaten waren bereitgestellt worden, deren Wirkung aber durch Kälte und Schnee nahezu aufgehoben wurden.[2] Ende Mai 1915 wendeten deutsche Gastruppen hier erstmals Chlorgas mit einem etwa fünfprozentigen Zusatz von Phosgen gegen russische Soldaten an.[3][4]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Dorf im September 1939 von Deutschland besetzt, im Januar 1945 von der Roten Armee befreit. [5]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde Bolimów gehören 21 Ortsteile mit einem Schulzenamt:

Bolimów
Bolimowska Wieś
Humin
Humin-Dobra Ziemskie (Humin-Dobra Ziemskie I und Humin-Dobra Ziemskie II)
Jasionna
Joachimów-Mogiły
Józefów
Kęszyce-Wieś
Kolonia Bolimowska-Wieś
Kolonia Wola Szydłowiecka
Kurabka
Łasieczniki
Nowe Kęszyce
Podsokołów
Sierzchów
Sokołów
Wola Szydłowiecka
Wólka Łasiecka
Ziąbki
Ziemiary

Kriegsfriedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bolimów – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Der Weltkrieg von 1914 bis 1918. Band 7: Die Operationen des Jahres 1915. Die Ereignisse im Winter und Frühjahr. Berlin 1931, S. 166.
  3. Hans Günter Brauch: Der chemische Alptraum, oder, gibt es einen C-Waffen-Krieg in Europa? Dietz Verlag, 1982.
  4. Carl Duisberg, Kordula Kühlem (Hrsg.): Carl Duisberg (1861–1935): Briefe eines Industriellen. Oldenbourg Verlag, 2012, ISBN 978-3-486-71283-4.
  5. Virtuelles Schtetl, Geschichte und jüdische Gemeinschaft Bolimów.