Borntosten

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Borntosten
Stadt Marsberg
Wappen von Borntosten
Koordinaten: 51° 23′ 28″ N, 8° 50′ 50″ O
Höhe: 401 (370–430) m
Fläche: 3,59 km²
Einwohner: 97 (2017)
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 34431
Vorwahl: 02993

Borntosten ist mit 97[1] Einwohnern der kleinste Ortsteil der Stadt Marsberg, Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Bis zur kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen 1975 war das Dorf eine selbstständige Gemeinde im Amt Niedermarsberg.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borntosten liegt etwa 7,5 km südlich der Kernstadt von Marsberg im westlichen Randbereich des Waldecker Tafellandes. Mit einer Höhenlage zwischen etwa 370 m ü. NN und 430 m ü. NN weist Borntosten mit einem mäßig-stark hügeligen Relief einen ausgeprägten Hochflächencharakter auf. Größere Gewässer sind im Bereich der Gemarkung nicht zu finden.[3]

Benachbarte Ortschaften sind im Nordwesten Giershagen und im Nordosten Leitmar, beides Ortsteile von Marsberg. Im Süden grenzt Borntosten an die nordhessische Gemeinde Diemelsee, deren Ortsteil Adorf liegt etwa 4,5 km im Südwesten.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Elisabeth Kapelle

In älteren Urkunden wurde der Ort als Ostheim bezeichnet. In einer Urkunde aus dem 15. Jahrhundert wurde er als Cansteiner Besitz erwähnt. Ostheim fiel um 1490 wüst. In welchem Zeitraum es neu besiedelt wurde, ist nicht belegt.[4]

Ab Anfang 1945 überflogen jeden Tag Bombergeschwader und Tiefflieger das Dorf.[5] Die tief fliegenden Jagdbomber und Jagdflugzeuge behinderten den Verkehr und die Feldbearbeitung, da sie alle Fahrzeuge und auch einzelne Personen sofort angriffen. Am 29. März erschienen die ersten US-Soldaten aus Richtung Adorf überraschend im Dorf. Am folgenden Tag fuhren große Truppenverbände an Borntosten vorbei. Ein Verband mit etwa 1000 Soldaten schlug für einige Wochen ein Lager um das Dorf auf. Zwei einheimische Soldaten der Wehrmacht, die sich im Dorf versteckt hatten, wurden von Fremdarbeitern verraten und in ein Lager abtransportiert. Die Amerikaner ließen den Bürgermeister im Amt. Dieser war seit 1929 Bürgermeister und hatte nie einer Partei angehört.

Im Zweiten Weltkrieg fielen neun Borntostener als Soldaten, davon die meisten an der Ostfront.[6] Maria Silberg kam in einem KZ um.

Am 1. Januar 1975 wurde Borntosten in die neue Stadt Marsberg eingegliedert.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der ehemaligen Gemeinde Borntosten

Blasonierung:

In Schwarz ein von der Mitte des unteren Schildrandes aufsteigender, in der Schildmitte nach beiden Seiten abfallender blauer Springbrunnen unter drei silbernen (weißen) Reihen das Schildhaupt ausfüllender Steine, deren unterste leicht gewölbt ist.

Beschreibung:

Dem Brunnen verdankt der Ort seinen Namen. Schwarz und Silber sind Hinweis auf die früheren Landesherren, die Kurfürsten von Köln. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 8. August 1966.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945 – Erlebnisberichte vieler Mitarbeiter aus dem ganzen Kreisgebiet. Josefs-Druckerei, Bigge 1955.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Marsberg: Demographische Entwicklungstabelle 1997-2017. In: Stadt Marsberg IKEK. Abgerufen am 12. September 2018.
  2. marsberg.de über Borntosten
  3. a b Topografische Karte 1:25.000
  4. Heimatgeschichte des Landkreises Brilon von Josef Rüther, 1957, Verlag Regensberg, Münster, Seite 367
  5. Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945. 1955, Abschnitt Medebach, S. 76–77.
  6. Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945. 1955, Ehrentafel Abschnitt Borntosten, S. 219.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 332.
  8. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 137 ISBN 3-87793-017-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]