Bosentan

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Strukturformel
Struktur von Bosentan
Allgemeines
Freiname Bosentan
Andere Namen

4-tert-Butyl-N-[6-(2-hydroxyethoxy)-5-(2-methoxyphenoxy)-2-(pyrimidin-2-yl)pyrimidin-4-yl]benzolsulfonamid

Summenformel
  • C27H29N5O6S (Bosentan)
  • C27H28N5NaO6S (Bosentan·Natriumsalz)
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 147536-97-8 (Bosentan)
  • 150726-52-6 (Bosentan·Natriumsalz)
EG-Nummer 643-099-1
ECHA-InfoCard 100.171.206
PubChem 104865
DrugBank DB00559
Wikidata Q419769
Arzneistoffangaben
ATC-Code

C02KX01

Wirkstoffklasse

Endothelin-Rezeptorantagonist

Wirkmechanismus

Endothelin wird von seinen ETA- und ETB-Rezeptoren verdrängt, daraus folgt eine Gefäßdilatation und eine (pulmonale) Blutdrucksenkung

Eigenschaften
Molare Masse 551,62 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

195–198 °C[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
Piktogramm unbekannt
H- und P-Sätze H: ?
EUH: ?
P: ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Bosentan ist ein Endothelin-Rezeptorantagonist und ist als sogenanntes Orphan Drug zur Behandlung der seltenen pulmonal arteriellen Hypertonie (Lungenbluthochdruck) der funktionellen WHO-Klasse III zugelassen.[2]

Pharmakologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirkmechanismus und weitere Anwendungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosentan verdrängt als Antagonist das Endothelin-1, das stärkste bekannte körpereigene Blutgefäßkonstringenz, von seinen Rezeptoren (ET1A- und ET1B-Rezeptoren) und hebt damit die Endothelin-1-Wirkung auf, so dass die Gefäße dilatieren, so dem durch das Endothelin verursachten Anstieg des (pulmonalen) Blutdrucks entgegengewirkt wird und es zu einer (pulmonalen) Blutdrucksenkung kommt. Außerdem wird so die durch das Endothelin verursachte Veränderung der Blutgefäße, die Remodellierung, vermindert.[3]

Die Substanz wird neuerdings auch bei Sklerodermie eingesetzt,[2] da umfassende Studien positive Ergebnisse zur Verhinderung von offenen Stellen, z. B. an den Fingerkuppen, erbracht haben.

Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flush-Symptomatiken, Ödeme und Hypotonie sind bisher als Folge des Eingriffs in die Blutdruckregulation als Nebenwirkungen dokumentiert. Unspezifische Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Juckreiz können ebenso wie Störungen im Magen-Darm-Trakt (Dyspepsie und Refluxkrankheit) auftreten. Häufiger kann es zu Leber-Transaminasen-Erhöhungen kommen, so dass regelmäßige Blutkontrollen notwendig sind.

Wechselwirkungen und Kontraindikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kontraindikationen gelten:[2]

  • Schwangerschaft – aufgrund einer Reproduktionstoxizität
  • Leberzirrhosen mit einem Child-Pugh-Score der Klassen B und C
  • Andere Leberfunktionsstörungen mit erhöhten Leber-Transaminase-Werten[4]

Aufgrund der Wechselwirkung mit Ciclosporin A über einen CYP3A4-Mechanismus gilt die gleichzeitige Verabreichung von Bosentan und Ciclosporin A ebenfalls als Kontraindikation, denn dabei kann es zu drei- bis vierfachen Plasmakonzentrationen an Bosentan und zu einer Halbierung der Plasmakonzentration von Ciclosporin A kommen.

Wirkstärken und Dosierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Präparat ist in den Wirkstärken 32 mg, 62,5 mg und 125 mg verfügbar.[2]

Bei einem Erwachsenen wird die Therapie sowohl bei der pulmonalen Hypertonie als auch bei der Sklerodermie mit zweimal täglich 62,5 mg über einen Zeitraum von vier Wochen begonnen und dann auf die standardmäßige Erhaltungsdosis von zweimal 125 mg täglich gesteigert.

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland und Österreich wird das von der Firma Actelion hergestellte Bosentanpräparat unter dem Handelsnamen Tracleer vermarktet.[2][5] Seit 2017 ist der Wirkstoff in Deutschland auch generisch von verschiedenen Firmen verfügbar, allerdings sind die Generika aktuell nicht über den Apothekengroßhandel, sondern nur über den Direktvertrieb erhältlich.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage, 2006, S. 221, ISBN 978-0-911910-00-1.
  2. a b c d e ABDA-Datenbank (Stand 17. Juli 2008) der DIMDI.
  3. Pharmazeutische Zeitung Nr. 27 vom 3. Juli 2008, S. 24 ff.
  4. Europäische Arzneimittelagentur: Tracleer.
  5. Austria-Codex (Stand 17. Juli 2008).
  6. Apotheke Adhoc: Tracleer-Generika: Nicht über den Großhandel. In: APOTHEKE ADHOC. (apotheke-adhoc.de [abgerufen am 27. September 2017]).
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