Brandungsrückstrom

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Mechanismus: Wellen erreichen den Strand auf ganzer Breite. Das nahezu gesamte Wasser wird aber aufgrund von zum Beispiel Sandbänken nur an einer Stelle zurückgespült. An dieser Stelle kommt es zur Brandungsströmung.

Brandungsrückströme (auch Rippströmung oder Trecker; englisch: riptides oder genauer rip currents) sind an den Meeresküsten die häufigste Ursache für Badeunfälle.

Grundsätzlich sind die Wellen der Brandung nicht mit einer gerichteten Strömung verbunden. Da sich vor Sandstränden aber in der Regel Sandbänke bilden, bzw. wenn sonstige Hindernisse wie Buhnen oder Felsen dem Strand vorgelagert sind, kann das Wasser der Brandungswellen nicht ungehindert zur See zurückströmen. An Lücken zwischen den Sandbänken kommt es deshalb zu einer gebündelten Rückströmung des Wassers, durch die Badende auf das Meer getrieben werden können. Ähnliche Phänomene treten auf, wenn parallel zum Strand verlaufende Strömungen an Buhnen oder Landzungen ins offene Meer abgelenkt werden. In diesen Fällen neigen unerfahrene Schwimmer oft dazu, panisch gegen die Strömung anzuschwimmen und können dann entkräftet ertrinken. Die Strömungsgeschwindigkeit kann bis zu 9 km/h (etwa 5 Knoten) betragen – ein Wert, der auch jeden professionellen Schwimmer überfordert. Sinnvoller ist es deshalb, seitwärts aus dem oft eng begrenzten und nur einige hundert Meter langen ablandigen Strömungsbereich herauszuschwimmen oder sich zunächst auf das Meer treiben zu lassen, um dann etwas seitlich versetzt zurückzuschwimmen.

Die Gefährdung an Stränden der Nord- und Ostsee ist geringer, da die Wasserwellen in diesen Nebenmeeren weniger kinetische Energie besitzen und die Rückströme dadurch kleiner ausfallen, als an Stränden, die direkt an den Ozeanen liegen. Trotzdem ist es auch an der Dänischen Küste schon zu Todesfällen gekommen.

Mögliche Hinweise auf Rippströme:

  • aufgewühltes Wasser
  • Färbungsänderungen des Wassers relativ zur Umgebung
  • chronische Lücken in der Brandung
  • zügig nach draußen driftender Seetang

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