Brandungsrückstrom

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Mechanismus: Wellen erreichen den Strand auf ganzer Breite. Der Großteil des Wassers wird aufgrund von vorgelagerten Untiefen (Sandbänke) nur an einer Stelle zurückgesogen. An dieser Stelle kommt es zum Brandungsrückstrom.

Brandungsrückströme (auch Rippstrom/-strömung oder Trecker; englisch: riptides oder genauer rip currents) sind lokal begrenzte Meeresströmungen, die an Küsten vorkommen. Mit rund 80 % sind sie die häufigste Ursache für Badeunfälle an Meeresküsten.[1]

Ursache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlich sind die Wellen der Brandung nicht mit einer gerichteten Strömung verbunden. Da sich vor Sandstränden häufig Sandbänke bilden oder weil andere Hindernisse wie Felsen dem Strand vorgelagert sind, kann das Wasser der Brandungswellen nicht ungehindert zur See zurückströmen. An Lücken zwischen den Barrieren kommt es deshalb zu einer gebündelten Rückströmung des Wassers, durch die Badende auf das Meer hinausgesogen werden können. Ähnliche Phänomene treten auf, wenn parallel zum Strand verlaufende Strömungen an Buhnen oder Landzungen ins offene Meer abgelenkt werden.

Gefahr für Schwimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Schild in San Diego (USA) erklärt, dass Schwimmer sich zunächst hinaustreiben lassen sollen, um dann seitlich versetzt zurückzuschwimmen

Da die Strömung den Schwimmer aufs offene Meer hinauszieht, neigen unerfahrene Schwimmer dazu, panisch gegen die Strömung anzuschwimmen. Es besteht die Gefahr, dass sie dann aus Erschöpfung ertrinken. Die Strömungsgeschwindigkeit kann bis zu 9 km/h (etwa 5 Knoten) betragen – zum Vergleich: Der Schwimm-Weltrekord über 400 m betrug im Jahr 2009 6,55 km/h. Darum ist es sinnvoll, quer zur Strömung in ruhigeres Wasser hinauszuschwimmen, oder sich zunächst auf das Meer treiben zu lassen, um dann seitlich versetzt zurückzuschwimmen.

Sporttaucher, Schnorchler, Bootsfahrer, Surfer und Kajak-Fahrer benutzen hingegen solche Brandungsrückströme gerne, um ohne viel Kraftaufwand aufs Meer hinaus zu gelangen.

Anzeichen von Rippströmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinweise auf Rippströme:[1]

Beispiel für einen Brandungsrückstrom: Aufgeschäumtes Wasser wird ins Meer hinausgetrieben
  • Das Wasser erscheint ruhiger, da der Rückstrom die Brandung dämpft.
  • Färbungsänderungen des Wassers relativ zur Umgebung, zum Beispiel erscheint das Wasser wegen fehlender Schaumkronen dunkler oder wegen ins Meer hinaustreibender Gischt heller.
  • zügig nach draußen driftender Seetang
  • Oft bilden sich Rippströme bei einer Bucht oder einer Buhne.
  • Der Rippstrom verändert den Meeresgrund, eine Rinne in Richtung Meer ist sichtbar.

Europäische Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gefährdung an Stränden der Nord- und Ostsee ist im Allgemeinen geringer, da die Wasserwellen in diesen Nebenmeeren weniger kinetische Energie besitzen und die Rückströme dadurch kleiner ausfallen als an Stränden, die direkt an den Ozeanen liegen. Dennoch gibt es jährlich an den beliebten Badestränden der Ostsee mehrere Todesfälle bei denen die Strömung unvorsichtige Badegäste trotz eines Badeverbots hinaus in die See zog.[2][3][4][5][6][7]

Auch an der dänischen Küste ist es schon zu Todesfällen gekommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b "How to survive beach rip currents" - Video der University of South Wales, Australien
  2. 11. Juli 2013: Junge tot am Strand gefunden – Wasserwacht warnt. In: welt.de. Abgerufen am 26. Juni 2017.
  3. "Küstenwache ruft Badeverbot an Ostsee aus" - RP Online
  4. "Badeunfälle in der Ostsee: Drei Tote in zwei Tagen" - Spiegel online
  5. 21. Juni 2017: Tödlicher Badeunfall in Warnemünde: Die Retter trauern mit. In: svz.de.de. Abgerufen am 26. Juni 2017.
  6. 21. Juni 2017: Badeunfall: 13-Jährige gestorben. In: ostsee-zeitung.de. Abgerufen am 26. Juni 2017.
  7. 23. Juli 2014: Warum sind die Ostsee-Strände so gefährlich? In: Bild.de. Abgerufen am 27. Juni 2017.