Brendlorenzen

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Brendlorenzen
Wappen von Brendlorenzen
Koordinaten: 50° 19′ 56″ N, 10° 11′ 39″ O
Einwohner: 4497
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 97616
Brendlorenzen (Bayern)
Brendlorenzen

Lage von Brendlorenzen in Bayern

Brendlorenzen ist ein Ortsteil der Stadt Bad Neustadt in Unterfranken. Das über zwei Kilometer lange Straßendorf entstand aus dem Zusammenwachsen der Orte Brend und Lorenzen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortsteils Lorenzen leitet sich ab von der dortigen Kapelle zum Heiligen Laurentius. Brend ist benannt nach dem gleichnamigen Fluss Brend, in dessen Tal der Ortsteil liegt.[1]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[1]

  • 786 Brenti
  • 822 Branda
  • 845 Brande
  • 889 Brante
  • 974 Brenden
  • 1143 Brenten
  • 1161 Brent
  • 1234 Brende
  • 1350 Sante Lawrentzen
  • 1593 Brend S. Laurentzen
  • 1723 Brendlorenzen

Auch nach 1800 war der Name Brend noch gebräuchlich.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Brend wurde 742 erstmals urkundlich erwähnt, als das Gotteshaus St. Martin dem neu gegründeten Bistum Würzburg zugeordnet wurde. In den überlieferten Schriften werden die Pfarrkirche in Brendlorenzen und die Rundkirche auf der Festung Marienberg als die ältesten Kirchen des Bistums Würzburg bezeichnet. Die Pfarrkirche wurde vermutlich 706 durch den Heiligen Willibrord geweiht.

Der Bau der Kirche St. Johannes der Täufer steht sicherlich in engem Zusammenhang mit der Errichtung des Königshofes Karls des Großen in Salz. Die Nutzung als Taufkirche war vermutlich auch der Grund für die Ablösung des Heiligen Martin als Kirchpatron durch den Heiligen Johannes der Täufer.

Brendlorenzen war lange vor seiner ersten Erwähnung schon Siedlungsgebiet. Bei Ausgrabungen im Jahr 2001 wurden im Neubaugebiet von Brendlorenzen Spuren einer Siedlung aus der jüngeren La-Tène-Zeit gefunden (kellerartige Grubenhäuser, Abfallgruben, Überreste von sechs Töpfer-Brennöfen).

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lebenhan eingemeindet.[3] Am 1. Mai 1978 wurde Brendlorenzen zusammen mit Lebenhan in die Stadt Bad Neustadt an der Saale eingegliedert.[4]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Vorschulbildung der Brendlorenzener Kinder steht ein katholischer Kindergarten, sowie zwei städtische Kindergärten zur Verfügung. Brendlorenzen besitzt eine eigene Grundschule, die auch die Kinder aus dem benachbarten Lebenhan besuchen.

Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSV Brendlorenzen ist der größte Sportverein im Landkreis Rhön-Grabfeld (zeitweise bis zu 1400 Mitglieder). Er besteht heute aus acht Abteilungen: Fußball, Leichtathletik, Tischtennis, Radtouristik, Volleyball, Triathlon, Basketball und Badminton.

Überregional bekannt ist vor allem die Radsportabteilung, die den Rhöner Kuppenritt veranstaltet. Diese Veranstaltung bietet zahlreiche unterschiedliche Radstrecken (ca. 30 bis 220 km) sowohl für den Breitensport als auch für trainierte Radfahrer aller Leistungsklassen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 41 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Biografie von Johann Klör aus dem Jahr 1818
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 428
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 741.