Bruce & Bongo

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[1][2][3]
Geil
  DE 1 17.03.1986 (15 Wo.)
  AT 1 15.04.1986 (14 Wo.)
  CH 7 27.04.1986 (7 Wo.)
Heigh Ho - Whistle While You Work
  DE 29 23.06.1986 (8 Wo.)

Bruce & Bongo war ein britisches Popduo, das mit der Single Geil im April 1986 Platz 1 der deutschen und der österreichischen Singlecharts erreichte.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinter Bruce und Bongo stecken Bruce Hammond Earlam (* 13. Januar 1955) und Douglas Wilgrove (* 19. März 1955). Beide waren als Soldaten der British Army in Deutschland stationiert und wurden beim Erlernen der deutschen Sprache mit den vielfältigen Verwendungen des Wortes „geil“ konfrontiert. Dadurch kamen sie auf die Idee, ein Dance-Lied mit der inflationären Verwendung des Wortes aufzunehmen.[4] Als geil werden unter anderem Disc-Jockeys, Affen und Boris Becker besungen, der zu dieser Zeit seinen ersten Erfolg in Wimbledon feierte. Am Ende bezeichnen sich die Interpreten selbst als geil.

Das Lied galt bei seiner Veröffentlichung bei einem größeren Bevölkerungsteil als anstößig. So spielten der Bayerische Rundfunk und einige Fernsehstationen die Single nicht, weil der Text zu obszön klang. Auch Thomas Gottschalk, damals beim Radio tätig, lud die Künstler aus diesem Grund wieder von einem Termin aus. Die Platte befand sich kurzzeitig auf der Liste der jugendgefährdenden Medien.[4]

Bruce & Bongo bedienen sich bei dem Lied früher Sampletechniken. Die Melodie des Refrains (vgl. auch den Refrain des im Vorjahr erschienenen Falco-Hits Rock Me Amadeus) basiert auf einem Trompetenruf der Britischen Armee, ein Keyboard-Riff ähnelt einer Volkslied-Melodie. Der Titel war enthalten auf ihrem Album The Geil Album, das sich über 500.000 mal verkaufte. Willem brachte kurzfristig eine deutsche Coverversion des Lieds auf den Markt. Das Label ZYX Records veröffentlichte gleich zwei Coverversionen: eine 1:1 nachgespielte Fassung von Paul Mc Douglas (produziert von Tess) sowie eine Parodie mit dem Titel Doof des Interpreten Moos aufs Konto (einer Künstlerinitiative aus Mönchengladbach, bestehend aus Günther Seidel und Thomas Mentsches), wobei Seidel das Wort „geil“ in seinem Text einfach gegen ein anderes Four-Letter-Word, nämlich „doof“, austauschte. Sinn und Zweck war, darzustellen, wie einfach es zu dieser Zeit war, durch den bloßen Gebrauch eines Reizwortes einen Hit zu produzieren. Dementsprechend hieß die B-Seite der Coverversion Der Weg zum Millionenhit – eine Gebrauchsanweisung.

Auch auf ihrer Nachfolgesingle verfolgten Bruce & Bongo das Konzept einfach gestrickter Spaßnummern. Heigh-Ho (Whistle While You Work) war eine Coverversion von Frank Churchills Zwergenlied aus dem Walt-Disney-Film Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937). Die Single erreichte knapp die Top 30 der deutschen Singlecharts. 1987 nahmen sie zusammen mit Klaus und Klaus den Titel Holidays Are Here Again auf.

1998[5] veröffentlichten Bruce & Bongo zusammen mit dem britischen Rapper Tony T. noch einmal einen Remix ihrer Hitsingle, jedoch ohne nennenswerten Erfolg.

Die Melodie der Single Geil wurde im Jahr 2003 für einen Werbespot der „Geiz-ist-geil-Aktion“ der Elektronikhandelskette Saturn verwendet. 2006 produzierte Earlam mit dem Berliner Duo Soul Control zur WM 2006 eine Fußball Version, welche sich auf Platz 93 der Charts platzieren konnte.

Weil das Duo heute nur noch mit dem Titel Geil verbunden wird, gelten sie als One-Hit-Wonder.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986: The Geil Album (Geil Records, TELDEC)
  • 1993: The Geil Album (Castle Communications; Neuauflage)
  • 2016: Geil: 1986–2016 – 30 Jahre! (Originalversion und 11 Remixe von Geil)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986: Geil
  • 1986: Hi Ho (Heigh Ho – Whistle While You Work)
  • 1986: French Foreign Legion
  • 1987: The Best Disco (In the World) / The Best DJ (In the World)
  • 1987: Holidays Are Here Again (Klaus & Klaus und Bruce & Bongo)
  • 1992: We Ain’t Back
  • 1998: Geil (Bruce & Bongo vs. Tony T)
  • 2016: Geil – The 30 Years Jubilee Version

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Ehnert (Hrsg.): Hitbilanz Deutsche Chart Singles 1981–1990. Taurus Press, 1991, ISBN 3-922542-44-1
  2. AT-Charts
  3. CH-Charts
  4. a b Niels Kruse: 1985: Deutschland ist geil. In: Stern online, 13. Dezember 2005
  5. Bruce & Bongo vs. Tony T – Geil (VÖ)