Bruckmann Verlag

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Bruckmann Verlag GmbH
Logo des Bruckmann Verlag
Rechtsform GmbH
Gründung 1858
Sitz München, Deutschland
Branche Verlagswesen
Website www.bruckmann.de

Die Bruckmann-Verlag-GmbH ist ein deutscher Verlag mit Sitz in München.

Der Bruckmann Verlag ist auf den Gebieten Tourismus, Outdoor und Sport tätig ist und gibt die Zeitschrift BERGSTEIGER heraus. Der Verlag gehört zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann. Geschäftsführer sind Clemens Schüssler und Carsten Leininger.

Geschichte[Bearbeiten]

1858 gründete Friedrich Bruckmann in Frankfurt am Main den Verlag für Kunst und Wissenschaft. Seit 1861 trägt der Verlag mit Unterbrechungen den Namen Bruckmann im Unternehmensnamen (Firma). 1863 zog das Unternehmen nach München. Ab 1885 erschien die Zeitschrift Die Kunst für Alle. Ab 1900 lautete die Firma F. Bruckmann Verlag AG. Mit Werken zur Kunst und Kulturgeschichte erlangte er Bekanntheit. Die in der eigenen Druckerei hergestellten Bücher zeichneten sich durch eine hohe Druckqualität aus. So erschienen bis zum Jahr 2000 hochwertige Kunstbände.

Nach dem Tod von Friedrich Bruckmann erschien unter seinen ab 1889 im Verlag tätigen Söhnen Hugo Bruckmann und Alphons Bruckmann 1899 das rassistische und antisemitische Werk Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts von Houston Stewart Chamberlain.[1] Danach kamen noch 33 weitere rassistische Werke Chamberlains in hohen Auflagen heraus. Damit vollzog der Verlag unter dem Antrieb Hugo Bruckmanns eine Wendung zum völkischen Gedankengut, das nach dem Ersten Weltkrieg Grundlage der nationalsozialistischen Vorstellungen wurde. Folgerichtig gehörte das Ehepaar Hugo und Elsa Bruckmann zu den Freunden und frühen Förderern von Adolf Hitler. Durch die hohe Anerkennung, die das Verlegerehepaar in München genoss, konnte es dem unbekannten Hitler Anfang der 1920er Jahre wichtige Kontakte in der Gesellschaft vermitteln. Während des Dritten Reiches setzte eine Blütezeit des Verlages ein, der durch seine politischen Kontakte viele Buchaufträge erhielt. Hugo und Elsa Bruckmann traten allerdings erst 1932 in die NSDAP ein, da sie Ihre gesellschaftliche Stellung nicht hatten durch Unterstützung einer radikalen Splitterpartei riskieren wollen. Das war mit der Zustimmung Hitlers geschehen, der Ihnen zum Dank im Jahre 1932 ehrenhalber die Mitgliedsnummern 91 und 92 als Alte Kämpfer der NSDAP verlieh.

Schon früh erweiterte der Verlag sein Angebot um Reise- und Alpin-Literatur. In den 1920er Jahren gründete Alfred Bruckmann eine alpinistische Abteilung. Seit 1930 erscheint die Zeitschrift BERGSTEIGER im Bruckmann-Verlag. Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte der Verlag mit Büchern des Bergsteigers Luis Trenker an die alpine Tradition an und baute den Programmbereich in den 1980er Jahren aus. Nach der Übernahme des J. Berg Verlags im Jahr 1995 wurde er führend in den Segmenten Alpin- und Outdoor-Literatur. Radführer ergänzen das Angebot seit den 1980er Jahren; in den 1990er Jahren wurde das Programm um Motorradführer erweitert. Parallel dazu wurde das Reisebildband-Segment ausgebaut. Seit Frühjahr 2010 erscheint die Reiseführer-Reihe Zeit für das Beste.

Im Januar 2006 erschien die erste Ausgabe von „Climb!“, der ersten deutschsprachigen Zeitschrift für Hallenkletterer, die 2011 wieder eingestellt wurde. Das Magazin „Procycling“ für Radsportler erschien seit April 2007 und wurde 2010 an das Degen-Mediahouse abgegeben.

Seit 1. Juni 2008 ist das zum Verlag gehörende Tourenportal Planet Outdoor online, das Touren aus den Büchern des Bruckmann Verlages in regionalen Online-Karten vorgestellt. Dabei werden viele wichtige Tour-Informationen vermittelt. Diese können mitsamt einer Karte ausgedruckt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Wulf: Literatur und Dichtung im Dritten Reich. Eine Dokumentation. Ullstein TB, Frankfurt 1983, S. 434ff.