Bucoli

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Bucoli
Der Suco Bucoli liegt im Nordwesten des Verwaltungsamts Baucau. Der Ort Bucoli liegt im Süden des Sucos.
Daten
Fläche 25,28 km²[1]
Einwohnerzahl 2,443 (2015)[1]
Chefe de Suco Terezinha de Jesus dos Reis
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Aubaca 249
Lequi Loi Uato 191
Luliheni 564
Macadai de Baixo 487
Macadai de Cima 259
Uaisemo 693
Bucoli (Osttimor)
Bucoli
Bucoli
Koordinaten: 8° 29′ S, 126° 20′ O

Bucoli (Bucóli, Bukoli) ist ein osttimoresisches Dorf und Suco im Verwaltungsamt Baucau (Gemeinde Baucau).

Der Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bucoli liegt westlich der Stadt Baucau auf einer Meereshöhe von 438 m. Die Landeshauptstadt Dili ist etwa 89 km Richtung Westen entfernt. Hier befindet sich die Grundschule Escola Primaria Katolika Bucoli.[2] Die Kirche ist der Unbefleckten Empfängnis Marias geweiht. Außerdem gibt es hier eine medizinische Station.[3]

Der Suco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bucoli
Orte Position[4] Höhe
Aubaca 8° 29′ S, 126° 22′ O 557 m
Bucoli 8° 29′ S, 126° 20′ O 438 m
Daisimo 8° 29′ S, 126° 20′ O  ?
Habolale 8° 27′ S, 126° 19′ O m
Luliheni 8° 29′ S, 126° 21′ O 545 m
Macadai de Baixo 8° 29′ S, 126° 20′ O 375 m
Mancadai Atas 8° 29′ S, 126° 21′ O 438 m
Uaicuha 8° 28′ S, 126° 18′ O 22 m
Uailacama 8° 29′ S, 126° 19′ O 268 m
Uaisemo 8° 29′ S, 126° 20′ O 297 m

Der Suco hat 2.443 Einwohner (2015), davon sind 1.190 Männer und 1.253 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 96,6 Einwohner/km². Im Suco gibt es 391 Haushalte.[1] Sie sprechen als Muttersprache zu etwa 85 % den „Küstendialekt“ des Waimaha, das zu den Kawaimina-Sprachen gehört. Etwa 15 % sprechen Tetum Prasa.[5][6]

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Bucoli eine Fläche von 27,68 km².[7] Nun sind es 25,28 km².[1] Der Suco liegt im Nordwesten des Verwaltungsamts Baucau an der Küste der Straße von Wetar. Im Westen und Süden grenzt Bucoli an den Suco Triloca. Westlich befindet sich das Verwaltungsamt Vemasse mit seinen Sucos Vemasse und Ostico.[8]

Durch das Zentrum des Sucos führt die Überlandstraße von Dili nach Baucau, eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen des Landes. An ihr befinden sich die meisten Siedlungen des Sucos. Dies sind von West nach Ost Uailacama, Daisimo, Macadai de Baixo (Macadai Bawah, Unter-Macadai), Bucoli, Luliheni (Lulihene) und Aubaca. Nördlich der Straße befinden sich Uaisemo (Uaisemu, Uaisimo) und Mancadai Atas. An der Küste liegen die Dörfer Uaicuha und Habolale.

Im Suco befinden sich die sechs Aldeias Aubaca, Lequi Loi Uato (Lecy-Lhoeuato, Lequliwatu, Lequiloualo), Luliheni, Macadai de Baixo, Macadai de Cima und Uaisemo.[9] Laut Karten befinden sich die Orte Lequiloi Uato und Macadai de Cima (Ober-Macadai) allerdings im Nachbarsuco Triloca.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Invasion Osttimors durch die Indonesier 1975 flohen Einwohner von Bucoli zum Berg Lame, wo sie auf Flüchtlinge aus Vemasse und Karabela trafen. In der Mitte vom März 1976 griffen die Indonesier das Flüchtlingslager mit Panzerfäusten und Mörsern an und zerstörten sowohl die Hütten, als auch das Nahrungsmittellager. Die Einwohner flohen entlang des Rio Vemasse acht Kilometer weiter nach Süden, nach Uaigae, wo sie wieder Gärten zur Selbstversorgung anlegten. Doch als die Kämpfe näher kamen, mussten sie erneut fliehen, bis sie schließlich in Uai-Mori (heute Suco Bibileo), 20 km südlich von Vemasse, im Schutz der FRETILIN, erneut Zuflucht fanden. Hier entstand eine base de apoio, eine Widerstandsbasis. Zusammen mit Flüchtlingen aus Dili, Viqueque und anderen Landesteilen lebten sie zwei Jahre hier. Mit der Zeit kam es immer mehr zur Nahrungsmittelknappheit, da immer mehr Menschen eintrafen. 1978 wurde auch Uai-Mori von indonesischen Streitkräften angegriffen. Die meisten Einwohner flohen, einige wurden von den Indonesiern gefangengenommen und in das Sammellager von Bucoli gebracht.[10]

Am 8. Oktober 2005 wurde das neu gegründete Hauptquartier der Partei UNDERTIM in Bucoli verwüstet. Generalsekretär Cristiano do Costa beschuldigte Mitglieder der FRETILIN der Tat. Außerdem hätten sie versucht, am 10. Oktober den Flaggenmast zu stehlen, was die Polizei verhindern konnte. Am nächsten Tag gelang es ihnen die Parteiflagge und die Nationalflagge zu stehlen. Der Ortschef, Carlos Baptista von der FRETILIN, erklärte, es sei für eine andere Partei natürlich nicht verboten ihre Flagge zu setzen, aber die FRETILIN sei die dominierende Partei am Ort und die gewählten Vertreter müssten respektiert werden. Außerdem hätte die UNDERTIM nicht erklärt, weswegen sie in den Ort gekommen sei. Die Flagge sei bis zu einem Gespräch zwischen den beiden Parteien im Rathaus von Bucoli verwahrt.

Aus Bucoli stammt Vicente dos Reis (auch Vicente Sa'he Reis), Sohn des hiesigen Liurai und früheres Mitglied des FRETILIN-Zentralkomitees. 1977 wurde Vicente Nationaler Politkommissar. Im Befreiungskrieg kämpfte Sahe gegen die Indonesier im Untergrund und kam dabei 1979 in Manufahi ums Leben. Am 27. Oktober 2007 wurden seine sterblichen Überreste nach Bucoli überführt und beigesetzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Terezinha de Jesus dos Reis zum Chefe de Suco gewählt[11] und 2009 in ihrem Amt bestätigt. Sie ist eine von nur neun Frauen in Osttimor auf diesen Posten[12] und die Schwester von Vicente dos Reis Sahe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vicente dos Reis ( * ?; † Ende Januar 1979), Politiker und Freiheitskämpfer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  3. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF-Datei; 488 kB)
  4. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. John Bowden und Tatiana Romanovsky: Assessing the degree of language endangerment using Rapid Rural Appraisal techniques (PDF-Datei; 161 kB)
  6. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Bucoli (tetum; PDF-Datei; 8,22 MB)
  7. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  8. a b Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  9. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (Portugiesisch; PDF-Datei; 315 kB)
  10. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF-Datei; 1,22 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  11. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  12. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

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