Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder

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Dieser Artikel behandelt den BdP; zum BDP siehe Bund Deutscher PfadfinderInnen.
Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder
Wort-Bildmarke des BdPs
Zweck: interkonfessioneller Pfadfinderverband
Vorsitz: Sebastian Köngeter, Ostara Schwarz, Andre Papsdorf, Oliver Wunder, Stefan Lörcher
Gründungsdatum: 1976
Mitgliederzahl: 30.000
Sitz: Immenhausen
Website: www.pfadfinden.de

Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) ist der größte interkonfessionelle Verband für Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland mit etwa 30.000 Mitgliedern[1][2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 wurde nach knapp verlorener Vorstandswahl aus einer Arbeitsgemeinschaft des Verbandes Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) der "Bund der Pfadfinder e.V." gegründet. Aus diesem "Bund im Bund"[3] entwickelte sich mit der Zeit der unabhängige Bund der Pfadfinder (BdP). Ursache waren unüberbrückbare Differenzen über die Politisierung des BDP, die als sozialistische Unterwanderung empfunden wurde. Der Weltverband der Pfadfinderbewegung WOSM hatte signalisiert, diesen Verstoß gegen den Grundsatz der internationalen Pfadfinderbewegung, unpolitisch zu sein, nicht mehr länger zu dulden. Daraufhin löste sich im Mai 1971 der Ring deutscher Pfadfinderbünde auf. Mit der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, dem vom BDP abgespaltenen Bund der Pfadfinder (BdP) sowie dem durch Zusammenschluss der drei evangelischen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände entstandenen Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) gründete sich der Dachverband am 1. Januar 1973 als Ring deutscher Pfadfinderverbände neu. Dieser Dachverband war und ist notwendig für die Mitgliedschaft im Weltverband der Pfadfinderbewegung WOSM. Dieser komplizierte Vorgang war notwendig für den Ausschluss des BDP aus der internationalen Pfadfinderbewegung, da die vorgeschriebene Einstimmigkeit der Verbände nicht erreicht wurde.

1976 fusionierten der Bund der Pfadfinder (BdP) und der Bund Deutscher Pfadfinderinnen (BDP) zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP).

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BdP Woelfling.svg
Wölflingsabzeichen des BdP
BdP RR.svg
Abzeichen der Ranger- und Roverstufe des BdP

Die Arbeit des BdP ist geprägt von den Grundsätzen der Pfadfinderbewegung (Pfadfinderversprechen, Pfadfinderregeln, fortschreitende Programme) und der Bündischen Jugend. In drei Altersgruppen oder Stufen (Wölflinge etwa von 7 bis 11, Pfadfinderinnen und Pfadfinder etwa von 11 bis 15 und Ranger und Rover etwa von 16 bis 25 Jahren[4]) treffen sich Mädchen und Jungen regelmäßig zu Gruppenstunden (bei Wölflingen Meutenstunde, in der Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe Sippenstunde und bei Rangern und Rovern Rundentreffen genannt), Fahrten, Zeltlagern, Workshops, Wanderungen und vielen anderen Freizeitaktionen.

Der BdP ist politisch und weltanschaulich unabhängig. Die Arbeit ist gemeinnützig, öffentlich anerkannt und wird ehrenamtlich geleistet. Als freier Träger der Jugendarbeit werden die Ausgaben aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und öffentlichen Zuschüssen finanziert.

Die koedukative Arbeit des BdP spiegelt sich zudem in dessen Bundeszeichen wider, welches das Kleeblatt der Pfadfinderinnenbewegung und die Lilie der Pfadfinderbewegung vereint. Der BdP ist sowohl Mitglied im Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände (RDP) als auch im Ring deutscher Pfadfinderverbände (RdP) und gehört damit auch den Weltpfadfinderverbänden World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS) und World Organization of the Scout Movement (WOSM) an.

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zelt des Flensburger Stammes des BdP beim Solitüdefest (2014)

Der BdP ist in verschiedene Landesverbände aufgeteilt, die sich in der Regel an den Grenzen der Bundesländer orientieren.

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin/Brandenburg
  • Bremen
  • Hessen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz/Saar
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein/Hamburg (auch Mecklenburg-Vorpommern)
    angeschlossen ist das Dansk Spejderkorps Sydslesvig
  • Thüringen

Die Landesverbände sind in unterschiedlicher Weise in den BdP integriert. Teilweise sind sie nur eine unselbstständige Untergliederung des BdP. In diesem Fall sind sie rechtlich nicht selbständig, der gewählte Landesvorsitzende ist nur Erfüllungsgehilfe des Bundesvorsitzenden. Andere Landesverbände sind eingetragene Vereine. In diesem Fall liegen alle Rechte und Pflichten beim Vorsitzenden des als e.V. eingetragenen Landesverbandes.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kluft Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder.jpg
Halstuch BdP.jpg
Zugehöriges Halstuch

Das Bundeszentrum des BdP befindet sich in Immenhausen. Es bietet Übernachtungsplätze in Gruppenhäusern sowie einen großen Zeltplatz mit mehreren Waschhäusern. Für Kurse stehen zusätzlich mehrere Seminarräume inklusive Ausstattung zur Verfügung.

Zur Unterstützung und Absicherung der Arbeit wurde 1998 die Stiftung Pfadfinden gegründet.

Zum BdP gehört außerdem die Bundeskämmerei (Outdoor-Ausrüster), die zusammen mit dem „Bundesamt“ in Immenhausen ihren Sitz hat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Schmoeckel: Strategie einer Unterwanderung. Vom Pfadfinderbund zur revolutionären Zelle. Günter Olzog Verlag, München 1979, ISBN 3-7892-7141-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Stadtjugendring Augsburg, abgerufen am 20. November 2007.
  2. Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder - Pressemitteilung. Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V., 12. Juli 2010, abgerufen am 31. Mai 2011 (PDF; 131 kB).
  3. Reinhard Schmoeckel: Strategie einer Unterwanderung. Vom Pfadfinderbund zur revolutionären Zelle. Günter Olzog Verlag, München 1979, S. 70
  4. Bundessatzung mit Ordnungen. Teil C: Bundesordnung. Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP), 2011, S. 36, 45, abgerufen am 6. April 2013 (PDF; 444 kB).