Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen

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Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen
(BDIU)
Rechtsform Eingetragener Verein
Zweck Branchenverband
Sitz Berlin
Gründung 1956
Präsidentin Kirsten Pedd
Vizepräsident(en) Marion Kremer
Axel Kulick
Vorstand Robert Weidmann (Schatzmeister)
Beisitzer:
Andreas Aumüller
Christian Behrens
Anke Blietz
Richard Hoffmann
Yvonne Wagner
Geschäftsführer Kay Uwe Berg (Hauptgeschäftsführer)
Mitglieder 560 Inkassounternehmen
Website www.inkasso.de

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BDIU) ist der Branchenverband für die absolute Mehrzahl der deutschen Inkassounternehmen. Der BDIU ist ein eingetragener Verein mit Sitz und Geschäftsstelle in Berlin. Der Verband vertritt die Belange von mehr als 560 Inkassounternehmen, die wiederum mehr als 500.000 Gläubiger vertreten. Er ist der größte Verband von Inkassounternehmen in Europa und der zweitgrößte weltweit.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde 1956 als Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen und Auskunfteien e. V. gegründet. 1966 nannte sich der Verband in Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BDIU) um und konzentriert sich seit dem vorrangig um Inkassounternehmen.[2] Nach Gründung des europäischen Dachverbandes FENCA im Jahre 1992 wurde der BDIU dort Mitglied.[1]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den etwa 750 aktiv am deutschen Markt auftretenden Inkassounternehmen sind 560 Mitglied im BDIU. Der Verband repräsentiert etwa 90 Prozent des gesamten Forderungsvolumens.[3] Den im BDIU organisierten Inkassounternehmen gelingt es jedes Jahr aus den von Ihnen bearbeiteten Forderungen fünf Milliarden Euro zu realisieren.[1]

Studie „Der Inkassomarkt in Deutschland“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Laut einer Branchenumfrage (Studie „Der Inkassomarkt in Deutschland“) aus dem Jahr 2012 liegen die Branchenschwerpunkte der BDIU-Inkassounternehmen auf dem Handwerk (65 Prozent der BDIU-Mitglieder haben Handwerker als Kunden), dem Gesundheitswesen (54 Prozent), dem Einzelhandel (47 Prozent), dem Versandhandel (46 Prozent), dem Groß-/Außenhandel (45 Prozent), Banken (28 Prozent), Energiewirtschaft (27 Prozent), Telekommunikation (22 Prozent) und Versicherungen (19 Prozent). Laut der Studie haben Inkassounternehmen in 2011 insgesamt 18,8 Millionen außergerichtliche Mahnungen bearbeitet, von denen 15,4 Millionen erledigt wurden.[4]

Mandat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BDIU ist von seinen Mitgliedern entsprechend ermächtigt (§ 2 Abs. 2 Satzung):[5]

(*) Der BDIU wird in der Lobbyliste des Deutschen Bundestags geführt.[6]

Schlichtungsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband hat eine eigene Schlichtungsstelle eingerichtet (§ 32 Abs. 1 Buchstabe b Satzung), die mit einem von der Mitgliederversammlung gewählten, externen – dadurch soll dessen Unabhängigkeit gewährt sein – Ombudsmann, der die Befähigung zum Richteramt besitzen muss, besetzt ist (§ 35 Abs. 1 Halbsatz 1, Abs. 2, Abs. 3 Satz 2 Satzung).[5]

Bei Streitigkeiten unter Mitgliedern oder Organen des Verbandes oder zwischen Mitgliedern und Organen sind diese vor Anrufung der ordentlichen Gerichte zunächst zur Betreibung des Schlichtungsverfahrens verpflichtet, es sei denn alle Streitparteien vereinbaren übereinstimmend auf das Schlichtungsverfahren zu verzichten (§ 36 Abs. 2 Satzung).[5]

Antragstellung und Voraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Schlichtungsverfahren ist ein textlicher oder schriftlicher Antrag (§ 36 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1 Satzung) mit Darstellung des Streitgegenstandes (§ 36 Abs. 3 Halbsatz 1 Satzung) einer Partei und – insoweit der Geschäftsführung die Erledigung des Streits nicht gelingt (§ 36 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 Satzung) – die Anforderung der Schlichtungsstelle durch das Präsidium oder die Geschäftsführung notwendig (§ 36 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 1 Satzung).

Ablauf des Verfahrens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlichtungsstelle stellt hierbei zunächst fest, ob die andere Partei bereit ist, am Schlichtungsverfahren teilzunehmen (§ 36 Abs. 3 Halbsatz 2 Satzung)[5] und holt zunächst eine Stellungnahme dieser Partei ein. In der Regel wird die Schlichtungsstelle diese Stellungnahme zur weiteren Auseinandersetzung dem Antragsteller zwecks Stellungnahme vorlegen.[7]

Die Schlichtungsstelle kann im Schlichtungsverfahren jederzeit Sachverständige nach pflichtgemäßen Ermessen hinzuziehen (§§ 35 Abs. 1 Halbsatz 2, 36 Abs. 4 Satz 1 Satzung), in Fragen des Datenschutzes soll der Sachverständige der Verbandsbeauftragte für Datenschutz sein (§ 36 Abs. 4 Satz 2 Satzung).[5]

Versuch der gütlichen Einigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlichtungsstelle versucht eine gütliche Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen (§ 36 Abs. 4 Satz 3 Satzung).[5] Dies geschieht nach Einholung von Stellungnahmen der beiden Parteien sowie etwaiger Gutachten entweder über einen schriftlichen Vorschlag oder im Rahmen einer mündlichen Verhandlung.[7]

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinsichtlich der Verfahrenskosten gilt, solange die Parteien keine andere Übereinkunft treffen, die Kostenaufhebung (§ 36 Abs. 5 Satz 2 Satzung), wobei die Schiedsstelle den Gegenstandswert und die Vergütung des Ombudsmannes sowie etwaiger Sachverständiger nach ordentlichen Grundsätzen in freier Anwendung bestimmt (§ 36 Abs. 5 Satz 1 Satzung). Für Nicht-Mitglieder ist das Verfahren, mit Ausnahme der eigenen Auslagen, immer kostenfrei (§ 36 Abs. 6 Satz 1, 2 Satzung). In dem Fall trägt das Mitglied (oder Organ) die Kosten der Schlichtung allein (§ 36 Abs. 6 Satz 3 Satzung).[5]

Deutsche Inkasso Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Inkasso Akademie GmbH (DIA) ist eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft des BDIU. Die DIA bietet einerseits den Erwerb der theoretischen Sachkunde für die Registrierung als Inkassodienstleister nach § 2 Abs. 1 Satz 1 i. V. m. § 4 RDV, sowie andererseits diverse Aus- und Weiterbildungen, vorrangig im Bereich Schuldrecht, Kostenrecht, Telefoninkasso und Zwangsvollstreckungsrecht, an.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Der BDIU. In: inkasso.de. BDIU; abgerufen am 21. Januar 2017.
  2. Geschichte. In: inkasso.de. BDIU; abgerufen am 24. Januar 2017.
  3. Timo Raffael Beck: Inkassounternehmen und der Erfolg beim Forderungseinzug. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Werner Neus. 1. Auflage. Springer Gabler, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-05465-6, 2.3.1 Geschichtliche Entwicklung, S. 23 ff., doi:10.1007/978-3-658-05466-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 24. Januar 2017]).
  4. Inkasso wirkt! Jahresbericht 2012/2013. Warum keiner auf Inkasso verzichten kann. In: inkasso.de. BDIU und DIA, 2013, S. 26 ff.; abgerufen am 24. Januar 2017 (PDF; 1,8 MB).
  5. a b c d e f g Satzung des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BDIU). In: inkasso.de. BDIU, 21. April 2016; abgerufen am 8. März 2017 (PDF; 1,65 MB).
  6. Ständig aktualisierte Fassung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern. In: bundestag.de. Bundestagspräsident, 24. Februar 2017, S. 170; abgerufen am 11. März 2017 (PDF; 6,9 MB).
  7. a b Ombudsmann: Der Schlichter der Inkassowirtschaft. In: inkasso.de. BDIU, Juli 2014; abgerufen am 11. März 2017.
  8. Weiterbildungen für Forderungsmanager. In: inkassoakademie.de. DIA; abgerufen am 9. März 2017.