Burnt Mound

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Rekonstruktion
Burnt mound von Cruester auf Bressay

Burnt Mound (engl. für verbrannter Hügel, auch deer roast - Hirschbräter genannt, in Irland: ancient cooking place oder irisch fulacht fiadh bzw. fulacht fiann) bezeichnet auf den Britischen Inseln, einschließlich der 200 auf Orkney (Hawell, Meur, Liddle Burnt Mound) und der Shetlandinseln (Ness of Sound, Bressay) eine besondere Art von Fundplätzen aus der Bronzezeit. Besonders viele sind aus Irland (Ballyvourney Burnt Mound) und einige aus Skandinavien (dort Skärvstenshögar genannt) bekannt. 1990 wurden die ersten Ergebnisse über bronzezeitliche Burnt mounds an den Küsten Schwedens veröffentlicht.

Rekonstruktion im Ulster History Park
Liddle auf Orkney
Fulacht Fia von Drombeg

Die ersten Anlagen wurden von der Archäologie bei Grabungen um Ballyvourney im County Cork und im benachbarten Killeen erkannt. Typisch ist ein 1,8 m langer und im Mittel 1,0 m breiter rechteckiger oder trapezförmiger Trog. Im südwestlichen Teil lag ein durch aufrecht gestellte Steinplatten gefasster Herd, am anderen Ende befand sich ein sekundärer Herd. Im Nordosten lag eine steingefasste Grube von zwei Metern Länge, die sich in der Breite einseitig zum vorderen Ende hin von 1,8 m auf 0,8 m verjüngte. Sie wurde als Backofen oder Bratgrube identifiziert. Eine eventuell nicht gleichzeitige, durch Pfostenlöcher rekonstruierbare unregelmäßige Hütte enthielt Spuren, die als „Blöcke des Fleischers“ bekannt wurden. Manchmal waren "logboote" (Einbäume) Teil solcher Kochstellen, wie in Teeronea, County Clare und Derrybrusks, County Fermanagh. Kochstellen sind sehr verbreitet, wenn man Plätze wie Ballycroghan, County Down einschließt. In seltenen Fällen beinhalten Brandhügel dauerhafte Strukturen. Cruester ist eine der wenigen Plätze die bekannt sind. Die meisten anderen wurden auf den Shetlands entdeckt. Auf Orkney und den westlichen Inseln wurden nur einzelne Exemplare gefunden. Sehr wenige wurden ausgegraben.

Sie werden als Reste von Brauereien, Kochstellen, Textilproduktionsstätten oder Saunen interpretiert. Allerdings ist die abseitige Lage und das Außer-Nutzung-Gehen dieser Plätze nach der Bronzezeit nicht erklärbar. Ungefähr 1600 Brandhügel sind in den Nationalen Denkmallisten Schottlands verzeichnet. Für Irland rechnet Anne-Maire Denvir mit 20.000 solcher Plätze. Im County Cork allein sind mehr als 2.000 verzeichnet.

Abgrenzung[Bearbeiten]

In Skandinavien und Norddeutschland sind die im Jahre 1906 (durch W. Deecke) erstmals erkannten Gargruben (dän. Kokegroper, schwed. Kokgropar med Skärvsten, engl. Pit Alignments) ebenfalls ein Phänomen der jüngeren Bronze- und der Eisenzeit. Die neuere Forschung bezeichnet derartige Fundstellen als Kultfeuer- oder Feuerstellenplätze. Sie sind viel kleiner als Burnt Mounds und zeigen oberirdisch keinerlei baulichen Merkmale, liegen aber ebenfalls abseits von Siedlungen.

Aussehen[Bearbeiten]

Normalerweise bestehen Burnt Mounds aus einem hufeisenförmigen Wall von feuergerötetem Bruchstein, das mit Holzkohle und Erde vermischt ist. In Irland sind es mitunter auch als kiefer- oder halbmondförmig beschriebene, niedrige Steinmauern. Ihre lichte Weite liegt zwischen drei und 20 m. Ähnliche Strukturen wurden im Nordosten Irlands unter erst neuzeitlich vom Sturm umgelagerten Dünen entdeckt. Diese dort Coastal Dwelling Sites genannten Plätze sollen vom Neolithikum bis zum Frühmittelalter in Benutzung gewesen sein.

Im Zentrum des Steinwalles liegen meist rechteckige Tröge aus Holz oder Steinplatten. Man bringt die stets in der Nähe einer Quelle liegenden Strukturen mit Kochvorgängen in Verbindung, bei denen erhitzte, in den Wassertrog geworfen Steine das Fleisch gegart haben sollen. Aber auch die Erwärmung von Badewasser und die Nutzung als Sauna wurden bereits ins Gespräch gebracht.

Forschung[Bearbeiten]

Die Stellen wurden zuerst von Geoffrey Keating (ca. 1634) in seiner Geschichte Irlands Foras Feasa ar Éirinn erwähnt. Er beschreibt sie als Plätze, die von der Fianna bei ihren Jagden während der Sommermonate zu den Festen von Beltane (Mai) bis Samhain (November) für das Kochen von Fleisch benutzt wurden. Die ersten Anlagen wurden von der Archäologie bei Grabungen um Ballyvourney im County Cork und im benachbarten Killeen erkannt.

Beispiel Clare Island[Bearbeiten]

Die bei weitem zahlreichsten prähistorischen Monumente auf der kleinen Insel Clare Island im County Mayo sind die Fulachta fiadh oder Brandhügel. Sie sind in dieser Dichte auf keiner anderen von Irlands küstennahen Inseln zu finden. Von den ursprünglich 53 Fulachta fiadh existieren noch 23 in intaktem oder weitgehend intaktem Zustand. Ihre Verteilung ist ungleichmäßig und zeigt eine Vorliebe für die östliche, der Hauptinsel zugewandten Seite. Ob dies auf topographische Faktoren zurückgeht, ist unbekannt.

Datierung[Bearbeiten]

Glassery Wood, ein 1998 ausgegrabener Platz im Kilmartin Valley, ergab ein Mitteldatum 2800 ±300 v. Chr. Das Ergebnis entspricht einer ansteigenden Zahl von frühen Daten in Schottland. Für die irischen Plätze in County Cork liegen (zum Teil durch Funde bronzener Äxte) folgende Nutzungszeiträume vor:

Literatur[Bearbeiten]

  • M. A. Hodder/L. H. Barfield (Hrsg.), Second International Burnt Mound Conference 1990, Sandwell (West Midlands): Burnt mounds and hot stone technology : papers from the Second International Burnt Mound Conference, Sandwell, 12th–14th October 1990. Sandwell (West Midlands): Sandwell Metropolitan Borough Council 1991.
  • Victor Buckley (Hrsg.), Burnt offerings: international contributions to burnt mound archaeology. Dublin, Wordwell 1990.
  • T. B. Larsson: Skarvstenshogar The Burnt Mounds of Sweden. In Burnt Offerings: International Contributions to Burnt Mound Archaeology, compiled by V. Buckley, S. 142-152. Wordwell Ltd., Academic Publishers, Dublin, Ireland. 1990
  • I. M. C. Anthony, D. C. W. Sandersona, G. T. Cooka, D. Abernethyb und R. A. Housley: Dating a burnt mound from Kilmartin, Argyll, Scotland 2000
  • John Ó Néill: Burnt Mounds in Northern and Western Europe: : A study of prehistoric technology and society. VDM Verlag Dr. Müller. ISBN 978-3639206098.
  • L. H. Barfield: Hot stones: hot food or hot baths? Burnt mounds and hot stone technology. Sandwell Metropolitan Borough Council. 1991
  • L. H. Barfield, M. A. Hodder: Burnt mounds as saunas and the prehistory of bathing? Antiquity 61. 1987.

Weblinks[Bearbeiten]