Calenberg (Warburg)

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51.4674296118289.1642284393311199Koordinaten: 51° 28′ 3″ N, 9° 9′ 51″ O

Calenberg
Stadt Warburg
Höhe: 199 m
Fläche: 3,87 km²
Einwohner: 460
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 34414
Vorwahl: 05641
Karte

Lage von Calenberg in Warburg

Calenberg ist ein Stadtteil von Warburg im Kreis Höxter, Nordrhein-Westfalen (Deutschland) mit etwa 460 Einwohnern und liegt ca. 4,5 km südlich der Kernstadt Warburg am Calenberger Bach.

Der Ort ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fürstentum Calenberg in Niedersachsen.

Die Höhenburg Calenberg

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptstädte und Städte des Fürstbistums Paderborn bis 1802/03 (Stand 1789):
Paderborn, Warburg, Brakel, Borgentreich | Beverungen, Borgholz, Bredenborn, Büren, Driburg, Dringenberg, Gehrden, Calenberg, Kleinenberg, Lichtenau, Lippspringe, Lügde, Nieheim, Peckelsheim, Salzkotten, Steinheim, Vörden, Willebadessen, Wünnenberg

Aus der Zeit von 1500 bis 100 v. Chr. gibt es einige Funde (drei Grabhügel), eine Hünenburg und eine Wehranlage in Calenberg. Um 700 wurde das Gebiet christianisiert. Ab 1018 wurde am Fuße des Calenberger Bergsporns gesiedelt. Zwei Jahre später gehen die Besitzungen in der Region rund um Warburg inklusive Calenberg von Graf Dodiko, der keine Nachkommen hatte, an den Bischof von Paderborn über. Um 1250 wurde in Calenberg die Burg Calenberg von den Herren von Berkule gebaut. 1307 belehnte der Paderborner Bischof Otto die westfälische Familie derer von Papenheim mit der Burg, die sich bald Rave von Calenberg nannten. Ihnen wurden auch die Patronatsrechte über das Kloster Wormeln übertragen, die zuvor den Grafen von Everstein gehörten. 1321 wurde erstmals ein Pfarrer mit Namen Plebanus Dietrich in Calenberg erwähnt. Calenberg gehörte damit seit seiner Gründung zur weltlichen Herrschaft des deutschen Bistums Paderborn, ursprünglich im Herzogtum Sachsen. Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Fürstbistum Paderborn (Hochstift) im Heiligen Römischen Reich, darin ab dem 16. Jahrhundert zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis.
siehe auch Burg Holthusen

1326 wurde die Burg Calenberg in einem Vertrag erneut an die Pappenheimer verlehnt. In dem Vertrag wird der Ort als Stadt bezeichnet. Im Fürstbistum Paderborn gehörte die Stadt Calenberg zu den Landständen und durfte am Landtag des Stiftes im Städtischen Kollegium teilnehmen. 1606 wurde die Kapelle von Calenberg zur Pfarrei erhoben und der Nachbarort Dalheim der Calenberger Kirche zugeordnet. Erstmals wurde 1682 in Calenberg ein Lehrer mit Namen Johann Hoppen erwähnt.

Name[Bearbeiten]

Für den heutigen Ortsnamen Calenberg gibt es folgende historische Bezeichnungen: Calenberge, Calenberghe, Kalenberge. Kalinberge, Kalenberghe.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Preußische Truppen rückten im Vorgriff auf die Entscheidungen des Reichsdeputationshauptschlusses im August 1802 in das Hochstift Paderborn ein. Von 1807 bis 1813 gehörte Calenberg zum Königreich Westphalen bzw. zum Canton Volkmarsen im Distrikt Cassel des Departements der Fulda. Nach dem Wiener Kongress fiel Calenberg 1815 wieder an Preußen und gehörte zur neu eingerichteten preußischen Provinz Westfalen. Calenberg wurde dem 1816 neugegründeten Kreis Warburg mit der Kreisstadt Warburg und dem Amt Warburg-Land im Regierungsbezirk Minden zugeordnet. Ab 1871 war Calenberg Teil des Deutschen Reiches.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

1912 erhielt Calenberg eine Elektrizitätsversorgung. 1929 bekam Calenberg eine Poststelle, die 1972 geschlossen wurde. 1945–1949 war Calenberg Teil der britischen Besatzungszone, ab 1946 staatlich regiert vom Land Nordrhein-Westfalen bzw. ab 1949 durch die Bundesrepublik Deutschland. Am 1. Januar 1975 mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes wurde Calenberg ein Stadtteil von Warburg.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Schützenfest
  • Sommerfest

Vereine[Bearbeiten]

Sportverein, Freiwillige Feuerwehr, Hallenförderverein, Schützenverein (1745 wiedergegründet)

Umgebung[Bearbeiten]

Nachbarorte sind Wormeln, Herlinghausen, Welda und Dalheim (Warburg) in Westfalen sowie Wettesingen in Hessen.

Bekannte Personen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Brinkmann, Bernhard (1986): Calenberg. In: Mürmann, Franz (Hrsg.): Die Stadt Warburg 1036-1986. Beiträge zur Geschichte einer Stadt. Band 2. Warburg: Hermes, S. 441-443. ISBN 3-922032-07-9.
  • Strümper, Hannelore (1995): Calenberg. Ein Bildband über Kunst, Baudenkmäler, christliche Zeichen und Erinnerungen. Warburg, Wettesinger Weg 5: ESC-Eigenverl. Strümper.
  • Strümper, Walter (1994) (Hrsg.): Aus Calenbergs vergangenen Tagen. Mitteilungsblatt und Heimatbrief des Ortsheimatpflegers. Warburg: ESC-Verl. Calenberg.
  • Waldeyer, Adalbert (1994): Calenberg. Mosaiksteine seiner Geschichte. Warburg: Hermes-Verlag.
  • Waldeyer, Adalbert (2004) (Hrsg.): Chronik des Schützenvereins Calenberg. Warburg: ESC-Verl. Calenberg.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 328.