Cape Canaveral AFS Launch Complex 36

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CCAFS LC-36
Atlas-Centaur mit Mariner 10 auf Pad 36B
Atlas-Centaur mit Mariner 10 auf Pad 36B
Koordinaten 28° 28′ 11″ N, 80° 32′ 22″ WKoordinaten: 28° 28′ 11″ N, 80° 32′ 22″ W
Typ Orbital Launch Site
Betreiber NASA / US Air Force / General Dynamics / Blue Origin
Baubeginn 1961 (36A) / 1963 (36B)
Launch Pads 2 (36A, 36B)
Raketen Atlas, New Glenn
Erster Start 9. Mai 1962
Letzter Start 3. Februar 2005 (NOSS 3)
Starts insgesamt 145
Status im Umbau
CCAFSLC-39Kennedy Space Center Launch Complex 39LC-41Cape Canaveral AFS Launch Complex 41LC-40Cape Canaveral AFS Launch Complex 40LC-47Cape Canaveral AFS Launch Complex 47LC-37Cape Canaveral AFS Launch Complex 37LC-34Cape Canaveral AFS Launch Complex 34LC-20Cape Canaveral AFS Launch Complex 20LC-19Cape Canaveral AFS Launch Complex 19LC-16Cape Canaveral AFS Launch Complex 16LC-15Cape Canaveral AFS Launch Complex 15LC-14Cape Canaveral AFS Launch Complex 14LC-13Cape Canaveral AFS Launch Complex 13LC-12Cape Canaveral AFS Launch Complex 12LC-11Cape Canaveral AFS Launch Complex 11LC-36Cape Canaveral AFS Launch Complex 36LC-46Cape Canaveral AFS Launch Complex 46Cape Canaveral AFS Launch Complex 21Cape Canaveral AFS Launch Complex 22Cape Canaveral AFS Launch Complex 9Cape Canaveral AFS Launch Complex 10Cape Canaveral AFS Launch Complex 31Cape Canaveral AFS Launch Complex 32LC-18Cape Canaveral AFS Launch Complex 18LC-22LC-17Cape Canaveral AFS Launch Complex 17LC-26Cape Canaveral AFS Launch Complex 26Cape Canaveral AFS Launch Complex 5Cape Canaveral AFS Launch Complex 6LC-29Cape Canaveral AFS Launch Complex 29Cape Canaveral AFS Launch Complex 25LC-30Cape Canaveral AFS Launch Complex 30
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Cape Canaveral AFS Launch Complex 36 (LC-36) ist ein Startkomplex der Cape Canaveral Air Force Station auf Merritt Island, Cape Canaveral in Florida, USA. Er bestand aus den beiden Startrampen 36A und 36B und wird derzeit komplett umgebaut.

LC-36 war für die Erforschung des Sonnensystems von großer Bedeutung: Surveyor-, Mariner- und Pioneer-Raumsonden starteten von hier.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Atlas-Centaur startet Surveyor 1 zum Mond

Die Bauarbeiten für den Launch Complex 36 begannen im Februar 1961. Damals wurde zunächst nur Pad A gebaut. Es dauerte noch einige Jahre, bis schließlich Anfang 1963 Pad B gebaut wurde.

Bis Ende 1989 waren die Rampen unter Führung der NASA. In dieser Zeit starteten vom Komplex wesentliche Forschungsmissionen: Nach einigen Tests mit Surveyor-Modellen startete am 30. Mai 1966 Surveyor 1, gefolgt von den weiteren Sonden dieser Reihe. Zwischen Februar 1969 und November 1973 wurden die Mariner-Missionen 6 bis 10 ins All gestartet. Als Nächstes startete man eine Reihe Intelsat-Satelliten und Pioneer 10, 11 und die beiden Pioneer-Venus-Sonden.

Danach übergab die NASA die Rampen an die US Air Force und General Dynamics, die sie für militärische und kommerzielle Projekte nutzten. Die erste kommerzielle Rakete startete am 7. Dezember 1991, der erste Militärsatellit am 11. Februar 1992.

Die Starts von LC-36 wurden im Oktober 2005 eingestellt und am 16. Juni 2007 wurden beide Startrampen mit 55 kg Dynamit gesprengt.[1][2]

Im August 2008 gab Space Florida, eine bundesstaatliche Organisation zur Förderung der Raumfahrt in Florida, bekannt, dass sie mit der USAF einen Vertrag abgeschlossen hat, um LC-36 umzubauen und kommerziell zu vermarkten.[3]

Im September 2015 mietete das US-Raumfahrtunternehmen Blue Origin die Einrichtung. Es ließ die alten Atlas-Startanlagen abreißen und baut derzeit eine neue Startvorrichtung für New-Glenn-Raketen. Der erste Start der New Glenn ist für 2020Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren geplant.[4][5] Blue Origin plant sowohl unbemannte als auch bemannte Missionen.

Der Komplex[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LC-36 bestand aus zwei sehr ähnlichen Startrampen: Es gab einen mobilen Serviceturm (Mobile Service Tower (MST)) und einen kleineren Hilfsturm (Umbilical Tower (UT)), der die Atlas-Rakete bis kurz vor dem Start versorgte und nicht beweglich war. Die Türme waren 56,38 m bzw. 63,7 m hoch.

Wie viele Servicetower besaß der MST einen Kran, mit dem die Oberstufe und Nutzlast montiert werden konnte. Die erste Stufe wurde jedoch mit Seilen, die nicht am Kran befestigt waren, verbunden und samt dem Anhänger des LKWs aufgestellt.

Der Kontrollbunker deutete noch nach der Jahrtausendwende darauf hin, dass die Türme vor einigen Jahrzehnten gebaut wurden: Er ist bräunlich mit abgerundeten Dach und befindet sich sehr nah an den Rampen.

Startliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Geplante Starts der New Glenn

Zusammenbau einer Atlas auf LC-36[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Complex 36 mobile service towers brought down, spaceflightnow.com (englisch)
  2. Former Atlas launch towers knocked down at Complex 36, spaceflightnow.com (englisch)
  3. U.S. Air Force to license Launch Complex 36 to Space Florida, spaceflorida.gov (englisch)
  4. Chris Bergen: Blue Origin take over LC-36 at the Cape – prepare for orbital launches. In: nasaspaceflight.com. 15. September 2015, abgerufen am 23. März 2018.
  5. Chris Gebhard: Blue Origin remains on course for 2020 debut of New Glenn heavy lift rocket. In: nasaspaceflight.com. 10. November 2017, abgerufen am 23. März 2018.