Blue Origin

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Blue Origin, LLC

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Rechtsform Limited Liability Company
Gründung 2000
Sitz Kent, Washington, USA
Leitung Bob Smith (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl über 1500[2]
Branche Raumfahrt
Website www.blueorigin.com

Blue Origin (engl. für Blauer Ursprung) ist ein privates US-amerikanisches Raumfahrtunternehmen, das im September 2000 von Amazon-Gründer Jeff Bezos gegründet wurde. Das Unternehmen konzentrierte sich zunächst auf die Durchführung von suborbitalen Flügen mittels wiederverwendbarer Flugsysteme. Die Erkenntnisse aus den Flügen der Suborbitalrakete New Shepard fließen in die Entwicklung der Orbitalrakete New Glenn ein. Außerdem arbeitet Blue Origin an dem Mondlandegerät Blue Moon.[3]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz befindet sich in Kent (Washington), einem Vorort südlich von Seattle, wo die Forschungs- und Entwicklungsabteilung angesiedelt ist. Das Testgelände befindet sich auf der Corn Ranch in Culberson County (Texas), nördlich der Ortschaft Van Horn.[4]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

New Shepard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unfertige New-Shepard-Crewkapsel am Firmensitz in Kent

Die ursprüngliche Vision des Unternehmens ist die Entwicklung von wiederverwendbaren Trägersystemen und Raumfahrzeugen, die senkrecht starten und landen, um Menschen an den Rand des Weltraums zu befördern. Das suborbitale System, das zu Ehren des ersten US-amerikanischen Astronauten Alan Shepard den Namen „New Shepard“ bekam,[5] soll komplett mit Onboard-Computern und somit ohne Bodenkontrolle geflogen werden können. Es besteht aus einem Trägersystem, das die Kapsel auf eine ballistische Flugbahn bringt, sodass drei Passagiere an den Rand des Weltraums befördert werden, und das danach senkrecht landet und wiederverwendet werden kann. Die Landung der Kapsel erfolgt mittels Fallschirmen.

Ein unbemannter Probeflug dieses Fahrzeuges mit einer erzielten Höhe von 100,5 km und erfolgreicher Fallschirmlandung der Crew-Kapsel sowie einer ebenfalls erfolgreichen Senkrechtlandung des Antriebsboosters mittels wiedergezündetem Haupttriebwerk gelang erstmals am 23. November 2015 auf dem texanischen Testgelände. Die Erkenntnisse aus den suborbitalen Flügen fließen in die Entwicklung von orbitalen Raumfahrtsystemen ein.[6]

Blue Origin erhielt für seine New-Shepard-Kapsel die Collier Trophy 2016.

Konzeptstudie des nicht verwirklichten Raumschiffs

Commercial Crew Development Program[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des Commercial-Crew-Development-Programms fördert die NASA Unternehmen, die an bemannten Raumfahrtprogrammen arbeiten. Es wird darauf hingearbeitet, dass private Dienstleister bemannte Flüge zur ISS durchführen können. Im Rahmen der ersten Runde dieses Programms erhielt Blue Origin im Jahre 2010 3,7 Millionen US-Dollar.[7] In späteren Runden wurde das Unternehmen nicht mehr berücksichtigt.

New Glenn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blue Origin arbeitet seit den frühen 2010er Jahren an einer Orbitalrakete mit wiederverwendbarer Erststufe. Hieraus entstand das New-Glenn-Projekt mit den Triebwerken BE-4 und BE-3. Mit einer geplanten Höhe von 96 Metern und einer angekündigten Nutzlastkapazität von bis zu 45 Tonnen zählt die New Glenn zu den größten jemals entwickelten Trägerraketen.

Mondlander[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2020 wählte die NASA ein Konsortium aus Blue Origin, Draper, Lockheed Martin und Northrop Grumman für die Entwicklung einer bemannten, dreistufigen Mondlandefähre aus.[8] Das Konsortium erhält dafür in einem ersten Schritt 579 Mio. US-Dollar.[9] Blue Origin wird als Konsortialführer das Abstiegsmodul auf Basis des bereits vorgestellten Blue-Moon-Landers entwickeln.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikinews: Blue Origin – in den Nachrichten
Commons: Blue Origin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Sheetz: Blue Origin’s new rocket engine will be able to launch ‘100 full missions,’ CEO says. In: CNBC.com. CNBC, LLC, 18. April 2018, abgerufen am 1. August 2018.
  2. Eric M. Johnson: Bezos throws cash, engineers at rocket program as space race accelerates. In: Reuters.com. 3. August 2018, abgerufen am 27. August 2018.
  3. tagesschau.de: "Blue Moon": Amazon-Chef präsentiert Mondlandefähre. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  4. Megan Gannon: Amazon CEO Jeff Bezos' Secretive Blue Origin Test-Fires Rocket Engine (Video). Space.com, 3. Dezember 2013, abgerufen am 25. April 2014 (englisch).
  5. FAA report reveals details of Blue Origin space tourism vehicle planned by Amazon.com founder Jeff Bezos Flight international, 26. Juni 2006
  6. About Blue Origin – Reliable, cost-effective human access to space. (Nicht mehr online verfügbar.) Blue Origin, 2014, archiviert vom Original am 27. Mai 2014; abgerufen am 25. April 2014 (englisch).
  7. Press Release Archives: CONTRACT RELEASE : C10-004, NASA
  8. Erin Mahoney: NASA Selects Blue Origin, Dynetics, SpaceX for Artemis Human Landers. 30. April 2020, abgerufen am 6. Mai 2020.
  9. NASA selects three companies for human landing system awards. 30. April 2020, abgerufen am 6. Mai 2020 (amerikanisches Englisch).