Carl von Horn

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Wappen der pfalz-bayerischen Adelsfamilie von Horn

Carl Freiherr von Horn, ab 1911 Graf von Horn (* 16. Februar 1847 in Würzburg; † 5. Juni 1923 in München), war ein bayerischer Offizier, zuletzt Generaloberst sowie von 1905 bis 1912 Kriegsminister.

Leben[Bearbeiten]

Er entstammte einer kurfürstlich pfalzbayerischen Familie, die mit dem kurpfälzischen Regierungsrat und Landschreiber Wilhelm Joseph Horn im Jahr 1783 in den Reichsadelsstand und mit dessen Sohn, dem kurpfälzischen Hofgerichtsrat und Landschreiber Johann Philipp von Horn, 1791 in den kurpfälzischen Freiherrnstand erhoben worden war.[1]

Carl war der Enkel von General Wilhelm von Horn sowie der Sohn des bayerischen Generals der Infanterie Carl Freiherr von Horn und dessen Ehefrau Maria Magdalena, geborene Auernheimer. Er besuchte die Pagerie und das Humanistische Gymnasium, das er mit Auszeichnung abschloss.

1866 trat Horn als Unterleutnant der Infanterie in die Bayerische Armee ein und nahm noch im gleichen Jahr am Feldzug gegen Preußen teil. Während des Deutsch-Französischen Krieges zum Oberleutnant und Bataillonsadjutant befördert, zeichnete er sich in den Kämpfen des I. Bayerischen Korps im Gefecht bei Villepion aus und erhielt dafür als Anerkennung das Eiserne Kreuz II. Klasse. Nach dem Krieg besuchte er von 1871 bis 1874 die Kriegsakademie und erhielt nach erfolgreichem Abschluss die Kommandierung in den Generalstab. Horn wurde zum Adjutanten beim Generalkommando des I. Armee-Korps ernannt und 1879 zum Hauptmann befördert. Seit 1880 war er Adjutant des Kriegsministers und ab 1885 Referent im Bayerischen Kriegsministerium. 1886 folgte seine Beförderung zum Major und 1889 zum Oberstleutnant. 1890 wurde Horn Abteilungschef im Generalstab. Zwei Jahre später, als Oberst, übernahm er die Führung des Generalstab im I. Armee-Korps. 1896 wurde er zum Generalmajor und 1900 zum Divisionskommandeur und Generalleutnant befördert.

Am 4. April 1905 übernahm Horn die Nachfolge von Adolph von Asch als bayerischer Kriegsminister. Diese Stellung sollte er bis 1912 behalten. Während dieser Zeit reorganisierte er die bayerischen Truppenverbände und ihre Führung und modernisierte die Bewaffnung. In Anerkennung seiner Leistungen wurde er 1911 zum Generaloberst ernannt, am 2. März 1911 in München in den bayerischen Grafenstand erhoben und am 6. März des Jahres im Königreich Bayern bei der Grafenklasse immatrikuliert.[2] Bereits ein Jahr später, am 16. Februar 1912, trat er von seinem Amt zurück und ließ sich pensionieren. Er blieb aber weiterhin königlicher Generaladjutant des Infanterie-Leibregiments und Staatsrat. Sein Nachfolger im Kriegsministerium wurde Otto Freiherr Kreß von Kressenstein.

Horn ließ sich in München nieder und starb dort, 76-jährig, am 5. Juni 1923. Er war seit dem 26. September 1874 mit Marie Freiin von Gienanth verheiratet. Nach dem Tod seiner Frau heiratete er 1921 Walburga Freiin von Aretin.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Remold: Kgl. Bayer. Generaloberst Graf v. Horn. In: Deutsches Soldatenjahrbuch 1973. Schild Verlag, München 1973.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band V, Seite 359, Band 84 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1984
  2. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band V, Seite 360