Carolabrücke (Dresden)

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Carolabrücke, Blick elbaufwärts, 2011
Altstädter Auffahrt zur Carolabrücke im Bau (1971)
Eröffnung der heutigen Brücke am 4. Juli 1971 (Blick zur Altstadt)

Die Carolabrücke ist eine der vier Elbbrücken in der Dresdner Innenstadt. Sie wird im Süden in der Altstadt durch den Rathenauplatz und im Norden in der Inneren Neustadt durch den Carolaplatz begrenzt.

Sie ist nach Carola von Wasa-Holstein-Gottorp (1833–1907), der Gemahlin von König Albert, benannt. Von 1971 bis 1991 trug die Brücke nach dem sächsischen Ministerpräsidenten und Dresdner Oberbürgermeister Rudolf Friedrichs den Namen Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke. An der unterstromigen Seite des Altstädter Widerlagers ist bis heute eine entsprechende Namenstafel vorhanden.

Erste Carolabrücke (1892–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auffahrt zur Carolabrücke um 1900
Die erste Carolabrücke während des Elbhochwassers 1932

Die erste Brücke wurde in den Jahren 1892 bis 1895 unter Karl Manck und Hermann Klette errichtet. Das insgesamt 340 Meter lange Bauwerk war für eine 9,6 Meter breite Fahrbahn mit einer zweigleisigen Straßenbahntrasse und beidseitigen 3,2 Meter breiten Gehwegen ausgelegt. Die Brückenkonstruktion hatte in der Elbe zwei Pfeiler und drei Stromöffnungen. Jeweils sechs vollwandige eiserne Bögen überspannten die Stromöffnungen bei lichten Weiten von 61,0 Meter im mittleren Bogen und 59,0 Meter in den beiden benachbarten Bögen und einem geringen Pfeilverhältnis von nur etwa 1:14. Im Vorlandbereich schlossen am linken Flussufer zwei und auf der anderen Seite vier gemauerte Gewölbeöffnungen an.

Am Abend des 7. Mai 1945, einen Tag vor Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland, sprengten Einheiten der Waffen-SS zwei Bögen der Stromöffnungen sowie zwei rechtselbische Vorlandbögen vor der vom Albertplatz vorrückendenden Roten Armee. Aufgrund der starken Zerstörung wurde auf einen Wiederaufbau in alter Form verzichtet. 1952 wurden weitere erhaltene Teile demontiert. Am 7. März 1952 wurden die verbliebenen Bogenträger gesprengt. Die beiden Mittelpfeiler im Strom wurden erst beim Bau der zweiten Carolabrücke Ende der 1960er Jahre entfernt.

Zweite Carolabrücke (1967–heute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brückenreste und Terrassenufer 1952

Das heutige Bauwerk wurde von 1967 bis 1971 durch den VEB Brückenbau Dresden errichtet. Die Brücke führt mit vier Fahrspuren der Bundesstraße 170 und einem getrennten Gleiskörper der Straßenbahn die wichtigste Nord-Süd-Verbindung im Dresdner Straßenverkehr, die sich nach Norden in der Albertstraße fortsetzt.

2003 zählte die Stadtverwaltung etwa 53.000 Fahrzeuge pro Tag, die die Brücke querten. Damals führte die B 170 noch den Fernverkehr zwischen der Autobahn 4 und der tschechischen Grenze in Zinnwald durch die Innenstadt. Seit Ende 2004 wird der Fernverkehr über die A 17 um die Stadt geführt, weshalb die Belastung gesunken ist.

Die Brücke ist 32 Meter breit und besteht aus drei Überbauten. Es sind Spannbetonhohlkastenbrücken mit dem Gerberträger als Bauwerkssystem in Längsrichtung. Bei nur noch einem Strompfeiler betragen die Stützweiten im südlichen Randfeld 44 Meter und beim ersten Innenfeld 58 Meter. Die Elbe wird mit 120 Meter und 95 Meter überbrückt, das nördliche Endfeld spannt 58 Meter weit. Die über dem Strompfeiler gevoutet ausgebildete Brücke war in der DDR die Spannbetonbrücke mit der größten Stützweite. Die kleinste Durchfahrtshöhe beträgt 6,61 Meter beim höchsten schiffbaren Wasserstand.

Verkehrsbelastung
  • 2003: 53.000 Kfz/24h
  • 2009: 45.000 Kfz/24h[1]
  • 2015: 47.250 Kfz/24h[2]
  • 2016: 40.000 Kfz/24h[2]

Skulpturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Figuren am südlichen Brückenkopf, die die ruhige und die bewegte Elbe darstellen

Die beiden allegorischen Figurengruppen „bewegte Elbe“ (Triton schwingt seine Keule bei der Jagd über die Wellen) und „ruhige Elbe“ (Nereide reitet über ruhiges Wasser) auf der Altstädter Seite der Carolabrücke wurden 1907 von dem Dresdner Bildhauer Friedrich Offermann aus Sandstein geschaffen. Die Bronzetafeln und die bronzenen Kronen, die am Sockel angebracht waren, wurden 1946 entfernt. Beim Neubau der Brücke wurden die Sockel um ein Drittel zugeschüttet.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Fiedler: Straßenbrücken über die Elbe. Saxoprint, Dresden 2005, ISBN 3-9808879-6-0.
  • Erich Fiedler: Brücken der Stadterweiterung. Albertbrücke – Carolabrücke – Flügelwegbrücke. In: Dresdner Geschichtsverein e.V. (Hrsg.): Dresdner Elbbrücken in acht Jahrhunderten, Dresdner Hefte Nr. 94, Dresden 2008, S. 51–60

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carolabrücke (Dresden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zählung 2009, Prognose 2020 und Prognose 2025 (Memento vom 4. Mai 2014 im Internet Archive) (PDF; 12 kB)
  2. a b Flügelwegbrücke liegt vorn, Dresdner Neueste Nachrichten vom 25./26.02.2017
  3. Kunst im öffentlichen Raum. Kulturamt Dresden, Dresden 1996.
flussaufwärtsBrücken über die Elbeflussabwärts
Albertbrücke
Augustusbrücke

Koordinaten: 51° 3′ 14″ N, 13° 44′ 50″ O