Cesare Mattei

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Cesare Mattei

Cesare Mattei (genannt il conte Mattei; * 11. Januar 1809; † 3. April 1896) war ein italienischer Adliger, Literat, Politiker, Homöopath und bekannter Wunderheiler des 19. Jahrhunderts. Mattei ist der Begründer der Elektrohomöopathie.

Mattei wuchs in einer wohlhabenden Familie in Ferrara auf und wurde zunächst Politiker. Später gab er seine Ämter auf um sich privat der Homöopathie zu widmen. Er gründete dazu ein selbst finanziertes Behandlungszentrum innerhalb seines neu erbauten Schlosses namens Rocchetta Mattei in Grizzana Morandi. Auf Schloss Rocchetta Mattei soll Mattei auch Prominente wie König Ludwig von Bayern und Zar Alexander II. mit seiner Elektrohomöopathie behandelt haben.

Nach seinem Tode führte sein Adoptivsohn Mario Venturoli einige seiner Forschungen weiter, in Deutschland Theodor Krauß.

Elektrohomöopathie, die Spezifica nach Mattei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Matteische Elektrohomöopathie kann als eine Abwandlung der Hahnemannschen Homöopathie mit Bezügen zur alchemistischen Spagyrik und Humoralpathologie verstanden werden. Mattei verabreichte Kügelchen aus Milchzucker, die mit geheimen selbstentwickelten "Elektrohomöopathica" getränkt waren, von denen etwa 30 zur Verfügung standen. Genaue Angaben zu seinen Mitteln veröffentlichte Mattei nicht, sondern hielt die Informationen geheim. Nach seinem Tode wurde bekannt, dass es sich um spagyrisch vergorene Substanzen pflanzlicher Herkunft handelte.

Ziel war eine Behandlung des Gesamtorganismus, da er der Überzeugung war, dass bei jeder Erkrankung der gesamte Organismus betroffen sei und nicht lediglich ein einzelnes Organ.

Mattei behauptete, aus einer Pflanze „vegetabilische Elektrizität“ extrahiert zu haben, die er in Arzneimittel zu konservieren suchte. Diese Mittel sollten „so schlagartig“ wirken wie der elektrische Strom, weshalb er seinem Heilsystem den Namen „Elektrohomöopathie“ gab.

Bekanntere Mittel von Mattei waren:

  • Antiscrofoloso als Mittel für die Lymphe,
  • Anticanceroso als Gewebemittel,
  • Antiangiotico bei Bluterkrankungen,
  • Pettorali bei Lungenerkrankungen,
  • Febbrifughi bei Fieber,
  • Vermifughi bei Darmerkrankungen und Wurmbefall.

Mattei lieferte keinerlei Beweise für eine etwaige Wirksamkeit seiner Elektrohomöopathie. Auch sind wissenschaftliche Bewertungen derselben unbekannt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elettromiopatia del Conte Cesare Mattei: scienza nuova che cura il sangue e sana l'organismo: libro dettato dal conte Cesare Mattei a bene dei popoli che la massima parte dei medici rifuta di curare con l'elettromiopatia. Bertero, Casale Monterrato 1878 (Italienische Originalausgabe).
    • Electro-homöopathische Heil-Methode des Grafen Cesare Mattei. Neue Methode, welche das Blut bessert, den Organismus heilt, vom Grafen Cesare Mattei zum Wohl der Völker veröffentlicht, deren Heilung mittels Electro-Homöopathie die meisten Ärzte verweigern. Hahn, Stuttgart 1879 (Erste deutsche Übersetzung, offensichtlich unautorisiert; mit wörtlich übersetztem Titel).
    • Elektro-Homoeopathie. Grundsätze einer neuen Wissenschaft dargelegt vom Grafen Cesare Mattei. Vom Verfasser einzig autorisierte deutsche Ausgabe. Manz, Regensburg 1883.
    • Die Elektro-Homöopathie. Grundsätze einer Neuen Wissenschaft. Einzige autorisierte deutsche Ausgabe. Nach den neuesten Erfahrungen bearbeitet und vermehrt von Theodor Krauß. Siebente verbesserte Auflage. Friedrich, Leipzig 1898.
    • Die Elektro-Homöopathie: Grundsätze einer neuen Wissenschaft dargelegt; durchgesehen und ergänzt von Eduard Bussum. 8.Auflage. Roll & Haas, Würzburg 1926.
  • Elettro-omeopatia: nuovo vade-medum: nuova e vera guida ad ognuno che voglia curarsi da se stesso con la elettromeopatia. Tip. Mareggiani, Bologna 1883 (Italienische Erstausgabe).
    • Vademekum der Elektro-Homöopathie oder kurze Anleitung für einen jeden, welcher sich selbst vermittelst der Elektro-Homöopathie kurieren will. Nach neuesten Erfahrungen bearb. u. verm. v. Theodor Krauss [sic!]. Einzige autor. deutsche Ausg. 4. verb. Auflage. Strauch, Leipzig 1921.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles Franz Zimpel: Die vegetabilische Elektrizität zu Heilzwecken und die homöopathisch-vegetabilischen Heilmittel des Grafen Cesare Mattei. Schwabe, Leipzig 1869.
  • Theodor Krauss : Die Grundgesetze der Elektrohomöopathie oder zusammengesetzten homöopathischen Complex-Heilmethode: System des Grafen Cesare Mattei. Sonntag, Regensburg 1921.
  • Axel Helmstädter: Zur spagyrischen Pharmazie der Neuzeit: Cesare Mattei (1809-1896) und Carl-Friedrich Zimpel (1801-1879). Dissertation. Universität Heidelberg 1988. Buchausgabe: Spagyrische Arzneimittel: Pharmazie und Alchemie der Neuzeit. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1990, ISBN 3-8047-1113-8.
  • Mario Facci: Il conte Cesare Mattei: vita e opere di un singolare guaritore dell' Ottocento, inventore dell' elettromeopatia, construttore delle Rochetta di Riota. Pretta Terme, Bologna 2002 (italienisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]