Chabeso

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Chabesoflaschen der Innstadt-Brauerei Passau und des Brauhauses Riegele Augsburg

Chabeso ist der Name einer alten Limonadenmarke auf der Basis von rechtsdrehender Milchsäure. Chabeso war in der Vorkriegszeit weit verbreitet und wird heute vom Augsburger Brauhaus Riegele und der Brauerei Hacklberg in Passau produziert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chabeso wurde um die Jahrhundertwende vom Nahrungsmittelchemiker Ernst Büschler erfunden, nachdem er eine probiotische Schrift von Ilja Iljitsch Metschnikow gelesen hatte[1], in der ein Zusammenhang zwischen dem hohen Lebensalter von Bulgaren und Rumänen und dem regelmäßigen Verzehr von saurer Milch hergestellt wurde.

„Chabeso führt den Körper die ihm dringend notwendige Milchsäure in angenehmer und wohlschmeckender Form zu.“

Dr. Büschler, 17. März 1914

1895 machte das Chemieunternehmen C. H. Boehringer Sohn die Entdeckung, wie Milchsäure mit Hilfe von Bakterien in großen Mengen hergestellt werden konnte. So wurde das Unternehmen zum Pionier der biotechnologischen Herstellung in industriellem Maßstab. Im Jahr 1911 brachte C. H. Boehringer Sohn mit der Gründung der Chabeso GmbH in Mainz als Tochtergesellschaft die alkoholfreie Limonade erstmals auf den Markt, wobei sich der Name „Chabeso“ aus dem Namen der Firma ableitete [C. H. Boehringer Sohn/CH(a)B(e)S(o)].

Ab dem 17. März 1914 wurde das Getränk in Deutschland und bald auch weltweit hergestellt. Zwischen 1925 und 1932 gewann Chabeso auf internationalen Messen und Ausstellungen Medaillen und Ehrenplaketten.

In den 1920er Jahren wurde Chabeso im Lizenzvertragssystem vertrieben. Geliefert wurde der Geschmack gebende Grundstoff, den C. H. Boehringer Sohn an Abfüllunternehmen verkaufte. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Chabeso-Mixgetränke auf. Dem schnelllebigen Markt der Nachkriegszeit war die Chabeso-Produktion allerdings nicht gewachsen, so dass sie in den 1960er Jahren zuletzt in Biberach an der Riß eingestellt wurde.

Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland 57 Chabeso-Fabriken, weitere in Belgien, den USA, Argentinien, Island, Ägypten und im Vorderen Orient. Nach dem Krieg hat sich Chabeso jedoch nur noch in wenigen Fabriken weiter erhalten.

Ende der 1980er Jahre erwarb das Brauhaus Riegele die Namensrechte und führte das Produkt 2006 neu ein. Auch die Passauer Innstadt-Brauerei vertreibt ihre Limonade unter dem Namen Chabeso.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chabeso enthält rechtsdrehende Milchsäure, natürliche Fruchtauszüge wie z. B. Orangenöle, Mineralwasser, Zucker, Kohlensäure und natürliche Aromen.

Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chabeso-Limonade wird vom Brauhaus Riegele in einer 0,33-Liter-Flasche mit Kronkorkenverschluss sowie in einer 0,5-Liter-Flasche mit Schraubverschluss angeboten. Weiterhin gibt es das Biermixgetränk Chabeso-Radler, das in den gleichen Flaschengrößen erhältlich ist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einige Worte über saure Milch, in C. r. Acad. Sci., 1908